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Lagom: Das steckt hinter dem Wohntrend aus Schweden

Michael Penquitt

Level: Für Alle

Die Schweden gehören zu den glücklichsten Menschen der Welt. Das könnte auch an Lagom liegen – einem Lebensgefühl, das auf die perfekte Balance abzielt.

Jahrelang wurde uns eingeredet, unsere Häuser und Wohnungen sollten möglichst hygge (oder eingedeutscht: "hyggelig") eingerichtet sein. Also kuschelig, bequem, warm und zugleich leicht und stilvoll – genau so, wie wir es uns in den Haushalten Skandinaviens vorstellen. Aber seien wir mal ehrlich: Dieser Einrichtungsstil eignet sich nur für die kalte Jahreszeit und hat vor allem Fans unter den Frostbeulen unter uns. Und was ist mit dem Rest?

Die Antwort darauf heißt Lagom. Der neue Trend stammt auch aus dem hohen Norden und teilt einige Gemeinsamkeiten mit Hygge, gibt sich dabei aber etwas gemäßigter. Mäßigung ist buchstäblich die Leitidee dieser Lebenseinstellung. Denn "Lagom", das keine echte deutsche Übersetzung hat, heißt so viel wie "gerade richtig" oder "nicht zu viel und nicht zu wenig".

Lagom macht glücklich

Es ist die mit viel Liebe zubereitete Mahlzeit, die satt macht, aber nicht allzu sehr stopft und zugleich keine Wünsche offen lässt. Oder der Kleiderschrank, der einem immer ein passendes Outfit ausspuckt, der dabei aber nicht aus allen Nähten platzt. Lagom sind auch die Kaffeepause mit den Kolleginnen oder der Spaziergang mit Freunden, die etwas Entspannung in den Alltag bringen und sich nicht zu sehr in die Länge ziehen. Und es ist die in gleichem Maße funktional wie bequem und schön eingerichtete Wohnung, die dabei aber nicht mit Deko und anderen Einrichtungsgegenständen überfüllt ist.

Dieses Gleichgewicht führt zu einer inneren Zufriedenheit. Davon sind immer mehr Menschen überzeugt. Die Schweden selbst sind der beste Beweis dafür: Zusammen mit den anderen skandinavischen Ländern liegen sie laut World Happiness Report unter den Top 10 der glücklichsten Länder der Welt.

Wie richte ich lagom ein?

Während Hygge zwischen Kissen und Decken unterzugehen droht, geht es Lagom reduzierter an. Wie auch in allen anderen Lebensbereichen gilt es auch bei der Einrichtung der eigenen vier Wände darum, die goldene Mitte zu finden. Da ist weniger manchmal mehr. Trennt euch von all dem Krimskrams, der nur Platz wegnimmt. Behaltet nur die Dinge, die euch Freude bereiten. Es hilft, künftig nur noch Dinge anzuschaffen, an denen ihr euch möglichst lange erfreuen werdet. Diese zeichnen sich häufig dadurch aus, dass sie hochwertig produziert wurden, zeitlos und in jeglicher Hinsicht nachhaltig sind.

Auch die Farbgebung sollte nicht überfordern: Achtet darauf, beim Einrichten innerhalb einer Farbfamilie zu bleiben und nicht kunterbunt durcheinander zu mixen. Gedeckte Farben sind die Maxime. Die bringen Ruhe in die Räume und passen zu einer weiteren Eigenschaft von Lagom: der Funktionalität.

Lagom ist funktional, aber nicht unbequem

Eine funktionale Einrichtung nach Lagom heißt nicht, dass man deswegen zum leistungsorientierten Arbeitstier werden soll. Viel mehr soll die Möblierung die eigenen Bedürfnisse unterstützen und im Alltag Sinn machen. Deko-Elemente sind dabei keineswegs verpönt. Sie sollen nur nicht Überhand nehmen und eher als Akzente eingesetzt werden.

Für die nötige Wärme sorgen natürliche Materialien wie Holz, Wolle oder Kork – am besten selbstverständlich aus nachhaltigem Anbau und ethisch korrekter Produktion. Eine Garantie darauf gibt es zwar meist nicht. Eine gute Orientierung geben dafür Siegel wie "FSC" oder "Blauer Engel".

Und wer es sich zutraut, kann seine Lagom-Wohnung auch mit einigen Pflanzen verschönern. Sie befördern die innere Gelassenheit und tragen so auch zu einem ausgeglichenen Selbst bei.

Tipps für mehr Ruhe im Alltag

Bei Lagom geht es letztendlich darum, sich ein schönes Leben zu gestalten – ohne Hektik oder viel Stress. Naturmaterialien helfen dabei, was sich auch in der wachsenden Beliebtheit von Holzhäusern bemerkbar macht. Dennoch trauen sich viele Menschen nicht, in ein Haus aus Holz zu ziehen. Wir räumen mit fünf Vorurteilen gegen Holzhäuser auf und erklären, welche Vorteile sie bieten.

Außerdem unterstützen natürliche Materialien wie Holz einen ruhigen und erholsamen Schlaf. Bei uns lest ihr, welche Einrichtungstipps ihr für einen besseren Schlaf noch beherzigen solltet.

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