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Wohnen | Ratgeber

Miniküche: So richtet ihr eine kleine Küche schlau ein

Eva Dorothée Schmid

In kleinen Küchen fehlen oft Stauraum und Platz auf der Arbeitsfläche. Und auch Geräte wie Kühlschrank, Backofen und Spülmaschine nehmen viel Platz weg. Mit diesen Ideen könnt ihr eine Miniküche schlau einrichten.

Ihr habt in eurer Wohnung oder eurem Tiny House nur Platz für eine Miniküche und braucht mehr Stauraum und mehr Arbeitsfläche? Mit folgenden Tipps plant oder optimiert ihr eure kleine Küche so, dass jeder Zentimeter optimal ausgenutzt wird.

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Mehr Stauraum in kleinen Küchen schaffen

In Miniküchen ist der Stauraum knapp. Zum einen hilft es, radikal auszusortieren, was man wirklich an Geschirr, Besteck und Küchenutensilien benötigt. Zum anderen könnt ihr selten genutzte Dinge wie beispielsweise den Raclette-Grill oder den Fondue-Topf in einen Abstellraum oder den Keller auslagern. Aber dennoch wird in der Küche Stauraum benötigt. So schafft ihr möglichst viel davon:

1. Sockelschubladen

Der Sockel unterhalb der Küchenzeile ist meist ein ungenutzter Raum. Das muss nicht so sein. Dort könnt ihr Schubkästen integrieren. Diese Sockelschubladen vergrößern das Schrankvolumen nicht nur spürbar. Wenn ihr sie als Tritt zweckentfremdet, erreicht ihr auch optimal die Oberschränke unter der Decke.

Kind steht auf Sockelschublade in der Küche
Die Sockelschublade von Blum verwahrt nicht nur schweres Kochgeschirr, sie macht sich auch als Tritt nützlich. © Blum

2. Die richtigen Unterschränke für die Miniküche

Wenn ihr für den knapp bemessenen Bereich zwischen den Geräten Unterschränke mit Schubladenauszügen statt einfacher Schränke wählt, dann könnt ihr dort mehr, übersichtlicher und besser erreichbar unterbringen. Auch so genannte Apothekerschränke nutzen das vorhandene Stauraumvolumen optimal aus.

Selbst für schmale Spalten zwischen Küchengeräten gibt es Auszüge, in denen sich Bretter und Bleche verstauen lassen. Und mit extra schmalen Unterschrankauszügen könnt ihr den Platz optimal ausnutzen.

Kleiner Wehmutstropfen: Diese Spezial-Schränke sind oft teurer als solche mit Standardmaßen.

3. Ecken nutzen

Falls eure Küche eine L- oder U-Form hat, dann solltet ihr die Ecke clever nutzen. Es gibt nicht nur Unterschränke speziell für Ecken, Küchenhersteller bieten inzwischen auch Eckschubladen an. Bei diesen so genannten Space Corner-Auszügen ist die Front des Auszugs nicht wie üblich gerade, sondern bildet einen rechten Winkel, während das eigentlich Auszugselement diagonal in den Schrank hinein laufend verbaut ist.

Je tiefer der Eckschrank, umso wichtiger ist eine Lösung, die den Zugriff auf die hinteren Bereiche vereinfacht.

Ecklösung für die Küche
Die Spezialauszüge von VauthSagel holen Stauraum aus der hintersten Schrankecke. © VauthSagel

4. Innenseiten von Schranktüren nutzen

Auch die Innenseiten der Schranktüren könnt ihr nutzen, um dort Küchenutensilien unterzubringen. Es gibt entsprechende flache Einsätze zu kaufen, die ihr innen an der Tür anbringt.

Ihr könnt aber auch einfach selbst zusätzlichen Stauraum schaffen. Und zwar, indem ihr mit Montageband kleinere, nicht zu tiefe Acrylglasbehälter einfach an der Türinnenseite befestigt. Das können beispielsweise Visitenkartenhalter sein. Eine Anleitung findet ihr hier.

Oder ihr bringt dort Hakenleisten an, an die ihr kleinere Küchenutensilien hängen könnt. Oder eine Reling, die Topfdeckel aufnimmt. Möglichkeiten gibt es viele, mehr Stauraum zu schaffen. Ihr solltet nur darauf achten, dass die Tür noch zugeht.

5. Platz unter der Spüle optimal nutzen

Wenn ihr für die Abfallbehälter unter der Spüle eine Lösung wählt, bei der die Deckel der Müllbehälter fest stehen, dann könnt ihr diese Fläche als zusätzliches Regal beispielsweise für Putzutensilien nutzen. Außerdem gibt es spezielle Einbauschubladen für Spülunterschränke, die Aussparungen haben und so den Platz unter dem Spülbecken optimal nutzen.

6. Nische zwischen Arbeitsplatte und Oberschränken nutzen

Die Wand zwischen der Arbeitsplatte und den Oberschränken solltet ihr ebenfalls nutzen, um dort Küchenutensilien oder Geschirr unterzubringen. Egal ob Magnetleisten für Messer, Relingstangen oder schmale Regalbretter: Dort bringt ihr unter, was ihr gerne griffbereit habt und was sich schön zur Schau stellen lässt.

Eine andere Möglichkeit die Nische zu nutzen, sind Aufsatzschränke mit Alurollläden, Falt- oder Schiebetüren. Diese stellt ihr auf die Arbeitsplatte. Der Nachteil: So gewinnt ihr zwar Stauraum, verliert aber an Arbeitsfläche.

Küchenbeleuchtung in der Küche
An Magnetleisten und Relingen finden Küchenutensilien dekorativ in der Nische zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank Platz. © Getty Images/iStockphoto

7. Bis unter die Decke gehen

Schränke und Regale können ruhig bis unter die Decke gehen. Oben verstaut ihr Dinge, die ihr nicht so häufig benötigt. Ein klappbarer Tritt oder Sockelschubladen helfen euch, an die oben verstauten Utensilien heranzukommen.

8. Decke einbinden

An der Decke selbst könnt ihr Hängekörbe befestigen, die beispielsweise einen Teil der Vorräte aufnehmen können. Oder ihr befestigt ein Gestell für Gläser, wie man es manchmal in Bars sieht unter der Decke. Auch ein Hängeregal schafft zusätzlichen Platz. Das eignet sich beispielsweise, um den Platz über dem Esstisch gut zu nutzen oder über einem Küchenblock im Raum.

9. Esstisch mit integrierten Schubladen

Ist in eurer Miniküche Platz für einen kleinen Essplatz, dann solltet ihr dafür einen Tisch wählen, bei dem sich unter der Tischplatte noch ein paar Schubladen befinden, um dort noch einiges zu verstauen. Ist der Tisch lang genug, dann könnt ihr den Platz darunter alternativ auch mit einem Schubladenelement nutzen.

Der Platz unter dem Tisch in dieser kleinen Ikea-Küche wird optimal genutzt. © Ikea

Kleine Küchengeräte sparen Platz in der Miniküche

Viel des potentiellen Stauraums in einer Miniküche fällt durch Küchengeräte wie Spülmaschine, Backofen und Kühlschrank weg. Deshalb lohnt es sich, in einer kleinen Küche darüber nachzudenken, ob ihr wirklich Küchengeräte in Standardgröße braucht oder ob es nicht auch ein kleineres Gerät tut.

Spülmaschinen gibt es auch in schmal, also 45 statt 60 Zentimeter breit. Diese Mini-Geschirrspüler sind für zwei Personen absolut ausreichend. Und die gesparten 15 Zentimeter könnt ihr für einen schmalen Unterschrankauszug nutzen.

Immer mehr Hersteller moderner Küchengeräte bieten neben klassischen Backöfen alternativ auch Kompaktbacköfen an, welche im Gegensatz zu ihren größeren Geschwistern nur 45 Zentimeter hoch sind. Das hat den Vorteil, dass unter dem Backofen dann Platz für eine Schublade ist, in der ihr beispielsweise Töpfe und Pfannen verstauen könnt. Außerdem verbraucht ihr mit einem kleineren Backofen auch weniger Energie.

Wer nicht auf eine Mikrowelle verzichten kann, der könnte einen Backofen mit integrierter Mikrowelle wählen und so Platz sparen.

Auch Kühlkombinationen gibt es in extraschmaler Ausführung.

Ein Problem gibt es allerdings mit den Kompakt-Küchengeräten: Die Auswahl ist weit geringer als bei den Standardgeräten. Das allerdings kann auch ein Vorteil sein, denn die Qual der Wahl fällt damit weg. Und die kleinen Geräte sind leider nicht günstiger, sondern häufig sogar teurer als die Standardausführungen.

Tipps für mehr Arbeitsfläche in der Miniküche

Neben Stauraum ist das zweite Problem an kleinen Küchen, der fehlende Platz, um Speisen zuzubereiten. Mehr Arbeitsfläche muss her! Und zwar so:

1. Extratiefe Arbeitsplatten wählen

Mit extratiefen Arbeitsplatten bekommt ihr in eurem Küchenblock mehr Raum zum Vorbereiten und Platz für Gerätschaften wie Kaffeemaschine, Toaster oder Saftpresse. Ihr braucht nur eure Unterschränke etwas von der Wand abrücken und mit einer tieferen Küchenarbeitsplatte versehen. Zehn Zentimeter reichen schon für ordentlichen Platzgewinn.

2. Herausfahrbarer Arbeitsblock

Hilfreich ist auch ein Arbeitsblock als Unterschrank, den man einfach herausziehen kann, wenn man temporär mehr Arbeitsfläche benötigt.

Küche mit Klapptisch und herausziehbarem Küchenblock
Ein kleines Stauraumwunder mit ausklappbarem Esstisch und herausfahrbarem Arbeitsblock hat Küchenhersteller ewe in dieses Appartement gebaut. © ewe

3. Schneideaufsatz für die Spüle

Die Spüle nimmt viel Arbeitsfläche weg. Wenn ihr für euer Spülbecken allerdings ein eingepasstes Schneidebrett kauft, dann könnt ihr so euren Arbeitsbereich clever erweitern und bei einigen Modellen sogar die Küchenspüle komplett abdecken. Ein Arbeitsplatzgewinn, der gerade in kleinen Küchen sehr nützlich ist.

4. Ausziehbare Arbeitsplatten und Klapptische

Eine weitere Möglichkeit, temporär mehr Arbeitsfläche zu schaffen, sind ausziehbare Arbeitsplatten. Wann immer Platz zum Schneiden und Vorbereiten von Speisen gefragt ist, kann die Arbeitsplatte einfach ausgezogen und erweitert werden. Damit steht in der Küche nicht nur mehr Arbeitsfläche, sondern auf der eigentlichen Arbeitsplatte auch mehr Stellfläche zur Verfügung.

Alternativ bringt ihr an der Wand einen Klapptisch an, den ihr nicht nur zum Kaffee trinken nutzen könnt, sondern auch zum Vorbereiten eines größeren Menüs.

Optische Tricks, um Miniküchen größer wirken zu lassen

Neben den Tricks, um mehr Stauraum zu schaffen und mehr Arbeitsfläche, gibt es noch optische Möglichkeiten, eure Miniküche größer wirken zu lassen:

1. Die richtigen Fronten für kleine Küchen

Die Wahl heller, frischer Farben lässt eure Miniküche größer und breiter aussehen. Eine gute Wahl sind außerdem Hochglanzfronten. Diese spiegeln den Raum und lassen die Küche größer wirken. Auch grifflose Fronten vermitteln einen großzügigen und zugleich aufgeräumten Eindruck.

Auch Schiebetüren sparen Platz – aus Glas sind sie besonders dekorativ. Zudem lassen Sie den Raum ruhiger und angenehmer erscheinen als herkömmliche Türen, die eher sperrig wirken können. Ebenso für kleine Küchen geeignet: Falttüren. Und für Oberschränke Klapptüren. Sie sorgen für mehr Kopffreiheit.

2. Die Position der Dunstabzugshaube

Verlagert die Dunstabzugshaube unter die Decke – das lässt den Raum größer erscheinen und ist auch sehr praktisch beim Kochen, denn die hohe Abzugshaube bietet mehr Kopffreiheit. Eine Alternative wäre ein Kochfeld mit integriertem Abzug.

3. Der richtige Bodenbelag für die Miniküche

Die Wahl des richtigen Bodenbelags beeinflusst die Raumwirkung ebenfalls: Wenn eure Miniküche sehr schmal ist, bieten breite Holzdielen oder Fliesen im Schachbrettmuster eine tolle Lösung. So wirkt eure kleine Küche gleich um einiges breiter.

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