Innenansicht Micro-Apartment
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Wohnen | Listicle

Micro Living: Warum Micro-Apartments im Trend liegen

Eva Dorothée Schmid

Klein, aber bequem: Der Trend "Micro Living" boomt vor allem in Großstädten. Längst gehören nicht mehr nur Studierende zur Zielgruppe von Micro-Apartments. Alles, was ihr über den neuen Wohntrend wissen müsst.

Micro Living ist eine relativ junge Wohnform am Wohnungs- und Immobilienmarkt, die aber boomt. Derzeit entstehen immer mehr Micro-Apartments in Europa, Nordamerika und Asien. In Deutschland gibt es sie seit etwa zehn Jahren. Wir erklären euch, was es mit dem Wohntrend auf sich hat, für wen diese urbane Lebensform geeignet ist und was sie kostet.

Was ist Micro Living genau?

Micro Living ist ein moderner Lebensstil, der es ermöglicht, preiswert, in zentraler Lage, mit hohem Komfort und dennoch mit uneingeschränkter Privatsphäre für eine bestimmte Zeit in einem Apartment zu wohnen.

Charakteristisch für diese Wohnform ist eine Größe von 15 bis 40 Quadratmetern inklusive Badezimmer und Küchenzeile. Micro-Apartments sind fast immer möbliert und häufig mit unterschiedlichen Serviceleistungen verbunden. Das können Gemeinschaftsküchen sein, Fitnessräume, Musikräume, Fernsehräume, Waschräume mit Waschmaschinen und Trockner oder Lernräume und Partyorte. "Es gibt Anbieter, die sogar einen Hühnerstall anbieten", sagt Michael Vogt, Vorsitzender des Bundesverband Micro-Living (BML).

Beim Micro Living lebe man nicht nur in seinem Apartment, sondern in einem Gebäude, in dem man auch noch Gemeinschaftsflächen hat, wo man sich mit anderen treffen könne, erklärt Vogt. Oft gibt es auch einen Concierge oder "Community Manager".

Der Übergang zu "Serviced Apartments" ist fließend. Hier gehören noch gewerbliche Dienstleistungen zum Konzept: ein Wäscheservice, die tägliche Reinigung des Apartments oder Autovermietungen.

Micro-Apartments befinden sich überwiegend in Metropolen oder Universitätsstädten, in Lagen mit guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Typischerweise wird eine All-in-Miete erhoben, die sämtliche Betriebskosten, Strom, Möblierung, WLAN und teilweise auch die Bettwäsche abdeckt. Das Motto lautet: Mit dem Koffer einziehen und einfach loswohnen.

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Warum liegt Micro Living im Trend?

Dass Micro-Apartments boomen, liegt daran, dass es insbesondere in Großstädten eine Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an kleinen Wohnungen gibt.

Die Nachfrage steigt durch steigende Studierendenzahlen sowie der steigenden Anzahl an Einpersonenhaushalten. Dazu kommen die jungen Menschen, die es aus dem Ausland in die Metropolregionen zieht. Durch die zunehmende Flexibilisierung auf dem Arbeitsmarkt steigt zudem die Zahl der Pendler.

Dazu kommen steigende Mietpreise, die dazu führen, dass sich viele eine "normal große" Wohnung in den Ballungszentren nicht mehr leisten können. Durch Micro Living können sie dennoch intensiv am Leben in der Metropole teilnehmen, haben die Möglichkeit, den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen, haben gastronomisches und kulturelles Leben in der Nähe und müssen nur kurze Wege zu ihrer Arbeit oder Universität in Kauf nehmen.

Micro Living zeichnet sich auch dadurch aus, dass minimale Nebenkosten entstehen und die Einrichtungs-Lösungen in den einzelnen Wohnungen ein optimales Platzangebot bieten. Die Gemeinschaftsräume helfen, schnell neue Leute kennenzulernen und wirken der Vereinsamung entgegen.

Dazu kommt der Trend zum Minimalismus, der sich auch in der Tiny-House-Bewegung zeigt.

Für wen eignet sich Micro Living?

In erster Linie sind Studierende die Zielgruppe von Micro-Apartments. Allerdings wird inzwischen etwa jedes zweite Micro-Apartment von Berufstätigen gemietet, von Jobeinsteigern oder Pendlern. Das ist eines der Ergebnisse eines Marktreports, den die neu gegründete Initiative Micro-Living (IML) veröffentlicht hat. Künftig könnten auch alleinstehende Senioren eine Zielgruppe fürs Micro Living sein.

Micro Living eignet sich beispielsweise für

  • Menschen, die während der Probezeit in einer neuen Stadt arbeiten und leben, sich dort aber noch nicht komplett verwurzeln können oder wollen.
  • Wochenendpendler, die dort ihren Zweitwohnsitz haben.
  • Berufseinsteiger, denen eine gute Lage im urbanen Raum wichtig ist, die sich aber die hohen Mieten dort nicht leisten können.
  • Digitale Nomaden, die nur projektbezogen in einer Stadt sind und nach einigen Monaten weiterziehen.

Insgesamt kann man sagen, wer Wert legt auf

  • eine gute Lage im urbanem Raum,
  • preiswert(er)es Wohnen
  • und zudem bereit ist, auf unnötige Gegenstände zu verzichten,

der könnte sich im Micro Living wohlfühlen.

Allerdings gibt es gerade für Studenten deutlich preisgünstigere Alternativen: Die Zimmer in Studentenwohnheimen der Studentenwerke sind sehr viel günstiger als die Micro-Apartments für Studenten von privaten Anbietern. Und auch auf den Quadratmeter gerechnet ist Micro Living nicht gerade günstig. Allerdings bietet es diverse Annehmlichkeiten, mit denen herkömmliche Wohnungen nicht aufwarten können.

Innenansicht Micro-Apartment
Micro-Apartments werden so möbliert, dass der begrenzte Platz optimal genutzt wird - zum Beispiel mit einem ausklappbaren Bett, das tagsüber in der Wand verschwindet. © Belform

Was kostet Micro Living?

Die monatliche Miete für ein Micro-Apartment liegt laut dem Marktreport der Initiative Micro Living im Mittel bei 542 Euro pro Monat. Die Spanne ist aber sehr groß, je nach Angebot und Ausstattung. Sie reicht von 250 Euro monatlich bis zu 1.310 Euro.

Micro Living-Anbieter in deutschen Großstädten

Insgesamt dürfte es inzwischen etwa 340.000 privatwirtschaftlich betriebene Mikro-Apartments in Deutschland geben von etwa 1.700 Anbietern, schätzt Felix Embacher, Bereichsleiter Micro-Living bei Bulwiengesa. Einige von ihnen stellen wir euch vor:

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