Kratzer auf Parkettboden
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Wohnen | Ratgeber

Kratzer im Parkett: So könnt ihr Parkettboden reparieren

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Wer seinen Parkettboden oder Holzboden regelmäßig pflegt, hat lange was davon. Doch auch bei der besten Pflege lassen sich Kratzer im Parkett kaum vermeiden. Wir sagen euch deshalb, wie ihr kleine und große Kratzer entfernen könnt und zeigen einen Trick, der bei Dellen im Holzboden hilft.

Natürliches Parkett und Holzdielenböden überzeugen mit ihrer edlen Optik. Ein die Jahre gekommener Holzboden, der nicht ausreichend gepflegt wurde, kann mit der Zeit jedoch den ein oder anderen Kratzer aufweisen.

Ob durch Möbel verrücken, Steinchen unter den Schuhsohlen oder weil etwas heruntergefallen ist – sind die Kratzer einmal da, weiß man sich oft nicht zu behelfen. Doch es gibt Möglichkeiten und Hausmittel, wie ihr solche Stellen im Parkett reparieren könnt. Wir zeigen euch, wie ihr kleine und große Kratzer sowie Dellen im Holzboden einfach entfernt.

Kleinere Kratzer auf geöltem Parkett entfernen

Sind die Filzgleiter unter den Sofabeinen verrutscht oder abgenutzt, entstehen darunter schnell kleine Kratzer im Parkett. Dazu fühlt sich der Boden oft stumpf an. Bei einem geölten Parkett könnt ihr solche Stellen relativ einfach mit Hartöl* oder Hartwachsöl ausbessern. Eventuell müsst ihr vorher die Kanten leicht mit Schleifpapier bearbeiten. Gebt dann etwas Öl eurer Wahl auf die zerkratzte Stelle im Parkett und arbeitet es gleichmäßig mit einem weichen Tuch ein.

Verwendet am besten das gleiche Öl, das bereits für den Parkett verwendet wurde, so fällt die frisch behandelte Stelle am wenigsten auf.

Worin sich Hartöl und Hartwachsöl* unterscheiden, könnt ihr in unseren beiden Ratgebern nachlesen:

Auch mit Hausmitteln wie Walnusskernen oder Olivenöl könnt ihr kleineren Kratzer auf dunklerem Parkett zu Leibe rücken. Dazu müsst ihr den Walnusskern über den Kratzer im Boden schieben. Die enthaltenen Öle pflegen den Boden, gleichzeitig verschwindet der Kratzer.

Das Olivenöl tragt ihr ähnlich wie Parkettöl auf den Kratzer auf. Dazu könnt ihr auch wieder ein weiches Tuch verwenden oder einen Wattebausch. Auch mit Babyöl soll eine ähnliche Wirkung erzielt werden.

Tiefe Kratzer auf geöltem Parkett reparieren

Bei tieferen Kratzern im Parkett reicht die Behandlung mit Parkettöl allein nicht aus. Ihr könnt größere Risse oder Kratzer aber mit einem Reparaturwachs auffüllen. Achtet bei der Auswahl des Wachses unbedingt darauf, für welches Holz es geeignet ist, um den richtigen Farbton zu erhalten. Es gibt zum Beispiel:

In den meisten Reparaturkits sind verschiedenfarbige Wachstöne enthalten, die ihr mischen könnt, um den richtigen Farbton eures Parkettbodens zu treffen. So könnt ihr auch die Maserung möglichst getreu nachbilden.

Das Wachs müsst ihr vor dem Verfüllen des Kratzers mit einem Holzbodenwachs-Schmelzer erhitzen, bis es flüssig wird, und anschließend über die Stelle träufeln. Dieser ist meistens im Reparaturset enthalten. Für die richtige Anwendung empfehlen wir euch einen Blick in die mitgelieferte Anleitung.

Kratzer im Parkett mit Wachs auffüllen
Beschädigte Stellen im Parkett-, Laminat- oder Dielenboden können mit einem speziellen Wachs aufgefüllt werden. © iStock/Getty Images/Roman Budnyi

Was hilft bei Kratzern auf lackiertem Parkett?

Grundsätzlich ist lackiertes Parkett sehr widerstands- und strapazierfähig, aber gleichzeitig auch sehr elastisch, so dass die Schutzschicht nicht so schnell reißt. Doch sie ist auch nicht steinhart. Wenn euch etwas Schweres auf den lackierten Holzboden fällt, können auch mal größere Kratzer oder Risse entstehen, in die Feuchtigkeit eindringen kann. Das macht den Boden kaputt und kann für unschöne Verfärbungen sorgen.

Habt ihr solche Kratzer auf eurem lackierten Parkett entdeckt, hilft meistens nur eine vollflächige Behandlung des Bodens und er muss komplett abgeschliffen werden. Da beim Abschleifen von Parkett eine Menge Fehler passieren können, solltet ihr diese Aufgabe besser einem Fachbetrieb überlassen. Wie ihr dafür einen guten Bodenleger findet, erfahrt ihr hier. Mit welchen Kosten ihr fürs Parkett abschleifen pro Quadratmeter rechnen solltet, lest ihr in unserem Ratgeber "Kosten fürs Parkett schleifen: Was ist ein fairer Preis?".

Dellen im Parkett mit einem Trick entfernen

Druckstellen von Bett oder Schrank sind auf einem Holzboden unvermeidbar. Doch es gibt es einen simplen Trick, mit dem ihr solche kleinen Dellen aus Holzböden wieder entfernen könnt. Alles was ihr dazu benötigt ist ein feuchter Lappen, etwas Wasser und ein Bügeleisen. Das klingt zunächst gefährlich und schädlich für den Parkettboden. Wenn ihr folgende Schritte jedoch richtig ausführt, sollte nichts schief gehen:

  1. Legt den feuchten Lappen über die Dellen im Parkett und lasst ihn dort für ein paar Minuten liegen. Durch die Feuchtigkeit richten sich die plattgedrückten Holzfasern wieder etwas auf.
  2. Lasst den Lappen auf der zu behandelnden Stelle liegen und geht mit dem heißen Bügeleisen mehrfach darüber, als ob ihr den Lappen glatt bügeln wollt. Durch die Hitze richten sich die eingedrückten Fasern wieder auf. Das Holz quillt quasi auf und die Dellen ziehen sich wieder nach oben.
  3. Überprüft zwischendurch das Ergebnis. Bei tiefen Dellen müsst ihr den Vorgang möglicherweise mehrmals wiederholen. Gebt dann zusätzlich noch etwas Wasser auf die Stelle. Je tiefer die Delle, desto schwieriger ist es natürlich sie vollständig zu entfernen.

Wie der Bügeleisen-Trick funktioniert, könnt ihr euch in diesem Video noch einmal anschauen:

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Kratzer und Dellen im Parkett – was sagt das Mietrecht?

Ein Umzug steht an, die Möbel sind bereits aus der Wohnung getragen und jetzt erst fallen euch die Dellen und Kratzer auf, die Schrank und Bett im Holzboden hinterlassen haben? Das ist ärgerlich, denn Vermieter schauen bei der Wohnungsübergabe oft genau hin. Doch kein Grund zur Sorge, denn der Fußboden ist generell Vermietersache.

Oberflächliche Kratzer sind im Alltag fast unvermeidlich. Vermieter müssen solche kleinen Kratzer und Kerben also hinnehmen, so Stiftung Warentest. Das geht auch aus einem Gerichtsurteil (Az. 33 C 710/14 (51)) hervor. Anders ist das jedoch bei Schäden, die über die üblichen Verschleißerscheinungen hinausgehen. Hat der Mieter den Schaden verursacht, muss er dafür haften.

Gut zu wissen: Parketterneuerungen fallen außerdem nicht unter Schönheitsreparaturen, selbst wenn im Mietvertrag eine solche Klausel zu finden ist. Die Kosten dafür dürfen also nicht auf den Mieter übertragen werden. Anders ist das bei Streich- oder Tapezierarbeiten. Sind solche Reparaturen in der Wohnung notwendig, dürfen Vermieter die entstehenden Kosten mit bis zu 50 Prozent auf die Mieter abwälzen. Das geht aus einem BGH-Urteil vom Sommer 2020 hervor.

Die richtige Pflege für euren Parkettboden

Verschleißerscheinungen sind bei Fußböden üblich und lassen sich besonders in Räumen mit viel Verkehr kaum vermeiden.

Reinigt und pflegt ihr eure Holzfußböden regelmäßig, könnt ihr ihren guten Zustand noch ein bisschen länger bewahren. Pflegetipps sowie weitere Infos zu Parkettböden findet ihr in folgenden Ratgebern noch einmal zusammengefasst:

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