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Hartöl: So könnt ihr Holz im Innenbereich natürlich schützen


Die Poren bleiben offen und das Holz sieht immer noch nach Holz aus. Die Argumente kennt ihr schon von anderen Holzölen? Stimmt. Aber Hartöl kann noch ein bisschen mehr. Lest hier alles über den Holzschutz und seine Vorteile und Nachteile.

  1. Was ist Hartöl?
  2. Das sind die Vorteile von Hartöl
  3. Das sind die Nachteile von Hartöl
  4. Für welche Bereiche eignet sich Hartöl?
  5. Fazit zu Hartöl

Auf der Suche nach dem idealen Holzschutzmittel stolpern viele Heimwerker irgendwann über den Begriff Hartöl. Aber was bedeutet er genau und wie unterscheidet sich das Produkt von Holzöl und Hartwachsöl? Wir geben euch einen Überblick und zeigen euch die Vorteile und Nachteile von Hartöl auf.

Was ist Hartöl?

Hartöl ist eine Unterkategorie im Bereich der Holzöle. Im Gegensatz zu nicht modifizierten Holzölen, werden Hartölen gelöste Harze beigemengt. Dadurch härten sie schneller aus. Das Harz kann sowohl ein Kunstharz als auch ein Naturharz sein. Daher gibt es auch Hartöle, die auf natürlicher Basis produziert werden und sogar ohne künstliche Zusatzstoffe auskommen.

Hartöle werden vor allem als Holzschutzmittel für Bodenbeläge genutzt. Aber auch Möbel, Holzspielzeug oder Hölzer im Außenbereich könnt ihr mit Hartöl behandeln. Anders als Hartwachsöl bildet Hartöl keine zusätzliche Schutzschicht an der Oberfläche. Das Öl dringt bis zu einer gewissen Tiefe in das Holz ein und schützt es von innen.

Das sind die Vorteile von Hartöl

1. Hohe Widerstandfähigkeit

Ein mit Hartöl behandeltes Holz hat in der Regel eine größere Widerstandskraft als eine Holzoberfläche, die mit reinem Holzöl behandelt wurde. Der Einsatz von Hartöl ist daher besonders bei stark beanspruchten Flächen wie Holzböden sinnvoll. Ihr könnt den Härtegrad durch den Auftrag mehrerer Schichten zusätzlich steigern. Allerdings brauchen die meisten Hartölprodukte weniger Schichten als Naturholzöle.

2. Kürzere Trocknungszeit

Anders als natürliche Holzöle härten Hartöle schneller aus. Sie sind daher für den Einsatz in einer Wohnung oder einem normalen Einfamilienhaus sehr viel praktikabler. Denn reine Naturöle müssen sehr viel länger trocknen, bevor ihr nach einem Zwischenschliff die zweite und dritte Schicht auftragen könnt.

3. Schützt von innen

Das Hartöl dringt in das unbehandelte Holz ein und härtet durch den Kontakt zum Sauerstoff der Luft langsam aus. Je nach Produkt und Saugfähigkeit des Holzes können mehrere Schichten und Zwischenschliffe notwendig sein. Das Öl pflegt und schützt das Holz von innen.

4. Betont die natürliche Holzfarbe

Hartöl betont – ebenso wie andere Holzöle – die natürliche Farbe und Maserung des Holzes. Der Farbton wird "angefeuert", sagt der Fachmann. Dadurch ist er nach der Behandlung um einige Nuancen dunkler als zuvor. Ihr könnt die Farbe des Holzes auch bewusst in eine bestimmte Richtung lenken. Denn Hartöle gibt es auch in unterschiedlichen Pigmentierungen.

5. Lässt die Poren offen

Hartöl dringt tief in das Holz ein und härtet es von innen. Anders als bei einer Behandlung mit Hartwachsöl entsteht kein schützender Film. Das kann man im Ergebnis als Vor- und als Nachteil sehen. Der Vorteil ist eine natürliche Elastizität, Optik und Haptik. Das Holz sieht immer noch nach dem Naturprodukt aus und fühlt sich auch so an. Der Boden ist außerdem atmungsaktiv und hat so einen positiven Effekt auf das Raumklima. Der Nachteil: Die Oberfläche ist empfindlicher.

6. Reparaturfreundlich

Einen geölten Boden könnt ihr gut ausbessern. Das ist bei einem Boden mit einer Lackschicht nicht so einfach.

Das sind die Nachteile von Hartöl

1. Beschränkte Haltbarkeit

Sand, Dreck und kleine Steinchen wirken auf einem geölten Boden schon nach wenigen Jahren wie der tägliche Einsatz von Schleifpapier. Auch wenn ihr euch für Hartöl entscheidet, muss euch klar sein, dass ihr den Holzschutz regelmäßig erneuern müsst. Und auch für die Reinigung solltet ihr holzpflegende Produkte benutzen.

2. Geruchsbelastung

Nach dem Auftragen können Hartöle noch eine Weile riechen. Gesundheitsschädlich sind die Gerüche aber nur, wenn euer Produkt synthetische Lösungsmittel und Zusatzstoffe enthält. Was wirklich drin ist, verrät euch das Etikett.

3. Temperaturabhängigkeit

Hartöle trocknen in Abhängigkeit von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Optimal sind etwa zwölf Grad und eine mittlere Luftfeuchtigkeit. Kälte verzögert das Trocknen. Und auch an einem sehr heißen Tag solltet ihr auf die Renovierung eures Bodens lieber verzichten. Denn das Produkt trocknet dann so schnell, dass ihr das überschüssige Öl nicht mehr wegwischen könnt. Das Ergebnis in beiden Fällen: Eine klebrige Oberfläche.

4. Alte Schichten müssen weg

Damit das Öl tief in die Holzstruktur eindringen kann, muss das Holz in rohem Zustand sein. War euer Boden vorher lackiert oder gewachst, muss die alte Schicht komplett entfernt werden, damit später das Ergebnis stimmt.

5. Nicht immer lösungsmittelfrei

Viele Hartöle kommen nicht ohne Lösungsmittel aus. Vermeidet Produkte, die gesundheitsschädliche aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Ein Blick auf die Deklaration verrät euch, was wirklich drinsteckt.

In den Baumarktregalen finden sich auch Holzöle, die gar keine sind. Da die Bezeichnung nicht geschützt ist, dürfen sich auch Produkte Holzöl (Hartöl) nennen, die zu einem Großteil aus Acryldispersion und nur zu einem sehr kleinen Teil aus Öl bestehen.

Für welche Bereiche eignet sich Hartöl?

Hartöle empfehlen sich besonders für stark strapazierte Oberflächen. Ihr könnt neben Holz- auch Korkböden behandeln. Auch für Möbel ist Hartöl als Finish geeignet. Allerdings spricht in diesem Anwendungsbereich auch nichts gegen ein natürliches Holzöl. Schließlich kann so ein Möbelstück auch ein paar Tage trocknen, bevor ihr die nächste Schicht auftragt.

Fazit zu Hartöl

Hartöl vereinigt alle Vorteile, die ohnehin für ein Holzöl sprechen, und setzt noch eins drauf. Neben der natürlichen Optik und dem angenehmen Holzgefühl unter nackten Füßen, trocknet es schneller. Ein Plus für alle, die den renovierten Boden auch rasch wieder betreten wollen.

Achtet aber auf das Etikett und lasst euch nicht von der so schön natürlich klingenden Bezeichnung "Öl" in Sicherheit wiegen. Ob euer Wunschprodukt auch gut für die Gesundheit eurer Familie ist, erfahrt ihr nur, wenn ihr euch schlau macht.

Wenn ihr es gerne etwas langlebiger hättet, könnt ihr auch über ein Hartwachsöl nachdenken. Der zusätzliche Wachsfilm, der sich bei diesem Produkt auf der Oberfläche bildet, macht euren Holzboden zwar auch nicht steinhart, schützt ihn aber etwas länger vor den Herausforderungen des Familienalltags.

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