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Hochbeet im Herbst: Dieses Gemüse könnt ihr jetzt noch pflanzen

Michael Penquitt

Level: Für Fortgeschrittene

Der Herbst naht und im Garten kehrt langsam Ruhe ein. Nur das Hochbeet ist noch aktiv. Dieses Gemüse könnt ihr im Herbst im Hochbeet pflanzen.

Stellen wir uns den Tatsachen: Der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu. Manche werden der warmen Jahreszeit hinterhertrauern, doch in Wahrheit gibt es keinen Grund Trübsal zu blasen. Ganz im Gegenteil, der Herbst ist die vielleicht romantischste aller Jahreszeiten. Die Natur umhüllt sich in Braun, Rot und Gold und in der Küche bekommen wir es mit köstlichem Herbstgemüse zu tun.

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Wer gerne Lebensmittel aus eigenem Anbau isst, hat jetzt noch die Möglichkeit, die Weichen für eine späte Ernte zu stellen. Schließlich bekommt ihr nirgendwo frischeres Gemüse als im eigenen Garten oder vom Balkon. Die Vitamine, die im Gemüse stecken, sind gerade dann wichtig, wenn die Tage kürzer werden. Zudem könnt ihr euch sicher sein, dass es nicht mit Pestiziden oder anderen Schadstoffen belastet ist.

Das Hochbeet ist für den Anbau von Herbst- und Wintergemüse besonders gut geeignet. Dank des Abstands zum Boden und der speziellen Schichtung an organischem Material herrschen im Hochbeet höhere Temperaturen als im Erdreich unter euren Füßen. Die Pflanzen sind darin geschützter vor Frost und finden eine große Dichte an Nährstoffen vor, wodurch ihr das Gemüse etwas enger pflanzen könnt als in einem bodennahen Gemüsebeet. Diese fünf Gemüsesorten könnt ihr im Herbst im Hochbeet pflanzen.

1. Kohl

Kohlfans haben im Herbst die Qual der Wahl. Ob Rosenkohl, Chinakohl, Grünkohl, Brokkoli oder Kohlrabi: Alle erdenklichen Kohlarten fühlen sich im Herbst im Hochbeet wohl. Wenn ihr sie als Samen selbst aussät, solltet ihr das bereits spätestens im August tun. Die Setzlinge lassen sich gut auf der Fensterbank anzüchten, ehe sie nach draußen ins Hochbeet gebracht werden. Kleine Pflanzen bekommt ihr allerdings auch im Fachhandel und könnt sie im Spätsommer oder frühen Herbst pflanzen. Besonders Kohlrabi macht wenige Probleme und wächst schnell, sodass ihr schon bald eure erste Ernte einfahren könnt. Rosenkohl und Grünkohl entwickeln dagegen bekannterweise erst ihr volles Aroma, wenn sie den ersten Frost über sich ergehen lassen haben.

2. Salat

Auch unter den Salaten finden sich zahlreiche Arten, die nicht sonderlich empfindlich auf Kälte reagieren. Nahezu alle von ihnen überzeugen mit einer kurzen Wachstumsperiode, sodass ihr auch hier nicht lange auf die Ernte warten müsst. Feldsalat beispielsweise solltet ihr Anfang bis Mitte September säen, ehe die Samen zwei bis drei Wochen zum Keimen brauchen. In dieser Phase sollte der Boden durchgängig feucht sein. Wenn ihr das beherzigt, könnt ihr den Salat bereits frühestens im November und spätestens im Januar ernten.

Die Rucola macht sich nahezu das ganze Jahr über besonders gut im Hochbeet, da sie sowohl mit hohen als auch niedrigen Temperaturen zurechtkommt und immer wieder ausgesät werden kann. Auch mit den Herbst- und Wintersalaten Endivien, Radicchio und Frisée könnt ihr kaum etwas falsch machen.

3. Radieschen

Radieschen sind echte Allrounder im Garten und im Hochbeet. Sie sind für unerfahrene Gärtnerinnen und Gärtner ein äußerst dankbares Gemüse, weil sie pflegeleicht und bereits nach einem bis zwei Monaten erntereif sind. Da sie bis in den September hinein gesät werden können, kommt ihr auch im November noch in den Genuss von frischen Radieschen. Sie brauchen im Beet nicht viel Platz und werden deshalb auch als Lückenfüller im Garten geschätzt.

4. Spinat

Spinat wird klassischerweise entweder früh im Jahr oder nach der Ernte des restlichen Gemüses im Spätsommer ausgesät. Sorten wie Butterfly und Palco eignen sich besonders gut als sogenannte Nachkultur im Herbst. Für welche Sorte ihr euch auch entscheidet, am besten ihr sät den Spinat zunächst auf der Fensterbank aus und züchtet die Setzlinge dort an. Anschließend pflanzt ihr sie ins Hochbeet, wo ihr für feuchten Boden und einen ausreichenden Windschutz sorgen solltet. Wenn ihr alles richtig macht, könnt ihr den Spinat im Spätherbst oder frühen Winter ernten.

5. Petersilie

Petersilie gehört zu den beliebtesten Kräutern in deutschen Küchen. Besonders praktisch ist die Verwendung, wenn ihr die Blätter direkt auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten frisch ernten könnt. Um das zu ermöglichen, erfolgt die Aussaat meistens bereits im Frühling spätestens bis zum Juni. Erfolgsversprechend ist es allerdings auch, die Samen am Ende des Sommers auszusäen. Zu beachten ist dabei, dass Petersilie niemals am selben Standort wachsen sollte wie im Jahr zuvor. Dadurch vermeidet ihr, dass sich die Petersilie Schädlinge und Krankheiten einfängt.

Voraussetzungen für das Hochbeet im Herbst

Im Herbst purzeln die Temperaturen jedes Mal schneller als einem lieb ist. Gerade in den Nächten kratzt das Thermometer zügig an der Null-Grad-Marke. Bevor es so weit ist, sollten die Pflanzen ausreichend vor den kalten Temperaturen und Nässe geschützt werden. Eine Abdeckung des Hochbeets ist im Herbst und Winter deswegen ein Muss. Ein festes Dach, ein Folientunnel oder zumindest Vlies schützen vor Regen und halten die Wärme bei den Pflanzen.

Das Gemüse darf ebenso niemals bei Frost geerntet werden. Ansonsten könnte es nach dem Auftauen weich bis matschig werden. Einzig Rosenkohl und Grünkohl können während ihrer Wachstumsphase gerne niedrigen bis frostigen Temperaturen ausgesetzt werden. Erst dann entfalten sie ihren ganzen Geschmack. Doch selbst ihre Ernte erfolgt ausschließlich bei Plusgraden.

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