Balkon mit Geranien
© Getty Images/iStockphoto

Wohnen | Pro/Contra-Liste

Geranien als Balkonpflanzen: Von wegen spießig!

Deborah Hucht

Geranien gehören zu den beliebtesten Balkonpflanzen der Deutschen, leiden allerdings etwas unter ihrem "Oma-Image". Zu unrecht, meint unsere Autorin. Sie sagt, was für und gegen die aus Südafrika stammenden Pflanzen spricht.

Geranien oder Pelargonien? Im 17. Jahrhundert erfreuten sich die Beet- und Balkonpflanzen aus Südafrika in Europa immer größerer Beliebtheit. Und wurden zunächst irrtümlicherweise falsch benannt. Richtig benennt ihr die Dauerblüher mit dem Begriff Pelargonien. Die Namensverwirrung stand dem Hype um das Storchschnabelgewächs nicht im Weg, ganz im Gegenteil: Kaum eine Zierpflanze ist in Gärten und auf Balkonen hierzulande so verbreitet wie die Geranie. Pardon, Pelargonie.

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Fünf Argumente für mehr Geranien auf dem Balkon

Der Marktanteil von Geranien bei Beet- und Balkonpflanzen betrug im Jahr 2018 neun Prozent, das ließ der Zentralverband Gartenbau ermitteln. Dass lediglich die Sommerheide (zwölf Prozent) beliebter bei den Deutschen ist, hat gute Gründe.

1. Geranien blühen und blühen und blühen

Richtig gepflegt, blühen Geranien auf dem Balkon von Mai bis Oktober, manchmal sogar noch länger. Das soll den südafrikanischen Schönheiten mal eine Pflanze nachmachen!

2. Abwechslungsreich in Farbe und Form

Ihr erkennt bei den Geranien drei verschiedene Gruppen:

  • Hängegeranien mit herabfallenden Blüten,
  • Duftgeranien mit besonders hübschen und aromatischen Blättern sowie
  • stehende Geranien, die in die Höhe wachsen.

Die Blütenfarben reichen von weiß über Rosa- und Rottöne bis ins Violette. Aufgrund ihrer verschiedenen Formen und Farben werden die Pelargonien nie langweilig. Und ihr könnt sie hervorragend mit anderen Balkonpflanzen kombinieren.

verschiedene Sorten von Geranien
Geranien gibt es in den unterschiedlichsten Varianten. © Getty Images/iStockphoto

3. Essbare Blüten und Blätter

Schon gewusst? Duftgeranien können ganz unterschiedliche Aromen verströmen: Es gibt Sorten mit Zitrusnoten und andere mit Rosenduft. Auch Schokolade oder Zimt könnt ihr an den beliebten Balkonpflanzen erschnuppern. Das Beste: Blüten und Blätter der Duftgeranien sind essbar. Verfeinert damit Tees oder Sorbets, Desserts, Kuchen und, und, und.

Die Wurzeln der Kapland-Pelargonie könnt ihr als Hausmittel gegen Erkältungen verwenden. Sie sind Bestandteil des pflanzlichen Arzneimittels "Umckaloabo".

4. Geranien sind ein natürlicher Insektenschutz

Duftgeranien sind auch nützlich, wenn es darum geht, ungebetene Gäste auf dem Balkon abzuwehren. Die Sorten mit Zitrus-Aromen schrecken Mücken, Wespen und andere Insekten ab.

5. Pelargonien sind pflegeleicht

Ein weiterer Vorteil von Pelargonien als Balkonpflanzen: Sie sind relativ pflegeleicht. Die Pflanzen lieben einen sonnigen, nicht zu windigen Standort. Wer regelmäßig düngt, wird mit üppigen Blüten belohnt. Wer "nur" gießt, wird aber nicht enttäuscht.

Die Nachteile von Geranien

Selbst Lieblinge wie Geranien haben ein paar wenige Nachteile. Hier eine Übersicht:

1. Balkonpflanzen mit Oma-Image

Schaut euch in den Gärten und auf den Balkonen eurer Großeltern einmal um. Garantiert werdet ihr hier Geranien entdecken! Allerdings: Nicht alles mit Oma-Image bleibt für immer uncool. Jahrelang wurden Zimmerpflanzen wie die Monstera und Pilea als gestrig abgestempelt. Heute sind sie als Interior-Dekoration beliebt wie nie.

2. Bei Bienen unbeliebt, für Kleintiere sogar giftig

Apropos beliebt: Bei Bienen sind Pelargonien leider unten durch. Gerade Duftgeranien riechen sehr nahrhaft für die Nektarsammlerinnen, bieten aber keine Nahrung.

Ihr habt kleine Haustiere wie Hamster, Meerschweinchen und Kaninchen? Achtung! Für sie sind Blätter und Blüten der Pelargonien giftig.

3. Anfällig für Blattläuse und andere Schädlinge

Pelargonien sind anfällig für Geranienrost, einen Pilz. Auch Schädlinge wie Blattläuse, Spinnmilben oder Weiße Fliegen quartieren sich gern auf den Blättern ein. Die Behandlung ist aber einfach: Es reicht schon, die befallenen Blätter abzuknipsen.

Blumenkasten mit Geranien und anderen Pflanzen
Kombiniert mit anderen Pflanzen wirken Geranien gleich viel moderner © Getty Images/iStockphoto

Geranien pflegen: Richtig umtopfen, gießen und überwintern

Geranien blühen zwar üppig, doch, wider Erwartung, benötigen sie relativ wenig Pflege. Ein paar Punkte gibt es jedoch zu beachten: Im Frühjahr müssen Pelargonien umgetopft werden. Kommen sie raus auf den Balkon, gilt es den richtigen Standort zu finden und sie ausreichend zu wässern. Im Herbst müssen sie dann wieder auf das Überwintern vorbereitet werden.

Wir geben euch dazu die wichtigsten Pflegetipps, damit ihr mehrjährig Freude an euren Balkongeranien haben könnt.

Pelargonien im Frühjahr umtopfen

Sobald die Temperaturen draußen wieder steigen, könnt ihr eure Pelargonien aus ihrem Winterschlaf holen. Sie kommen dann aber nicht direkt auf den Balkon:

  • Im Februar umtopfen: Anfang des Jahres pflanzt ihr die Geranien in ein frisches nährstoffreiches Substrat ein. Schneidet vorher auch den Wurzelballen zurück. Die Jungpflanzen müssen ordentlich gedüngt werden, pro fünf Liter Erde rechnet ihr mit etwa 20 bis 30 Gramm Langzeitdünger.
  • Im Februar/März ans Fenster stellen: Bevor ihr die Pelargonien voreilig auf dem Balkon platziert, parkt sie zunächst an einem hellen und warmen Ort in der Wohnung. Viel Licht ist wichtig, damit sie später wieder buschig wachsen können. Ist es nur warm, wachsen die Pflanzen ausschließlich dünn und wackelig in die Höhe.
  • Ab März/April raus auf den Balkon: Im Frühling dürfen die Geranien dann auch wieder auf dem Balkon stehen oder hängen, aber bitte mit Vorsicht den Anblick genießen: Fallen die Temperaturen in der Nacht nochmal unter 5 Grad, holt die Geranien auf jeden Fall wieder in die Wohnung, um Frostschäden vorzubeugen.

Kleiner Tipp vom Garten-Experten: Eine Schicht Hornspäne auf dem Kübelboden kann Pelargonien in den letzten Sommerwochen mit letzten Stickstoffreserven versorgen, so blühen sie nochmal richtig auf.

Geranien auf Balkon düngen
Langzeitdünger könnt ihr auch in Form von Düngekugeln in die Blumenerde stecken. Vorteil: Sie sind effektiver als Flüssigdünger und können Pelargonien bis zu sechs Monate mit Nährstoffen versorgen. © Grünes Presseportal

Den optimalen Standort für Pelargonien wählen

Geranien blühen von Mai bis Oktober. Damit sie ihre volle Blütenbracht entfalten können, beachtet unsere Standorthinweise:

  • Wählt einen warmen und sonnigen Standort.
  • Keine Angst vor praller Mittagssonne, eure Pelargonien können das aushalten, denn sie sind sehr hitzetolerant.
  • Halbschatten ja, Schatten auf keinen Fall!
  • Einige Edelgeranien mögen keinen prasselnden Sommerregen. Eure Pelargonien haben besonders große Blüten? Dann stellt sie besser an eine überdachte Stelle auf dem Balkon.

Pelargonien im Sommer richtig gießen

Geranien auf dem Balkon sind richtige Sonnenanbeter und die Hitze macht ihnen relativ wenig aus. Damit das so bleibt, müsst ihr sie allerdings regelmäßig mit ausreichend Wasser versorgen. Die wichtigsten Gießtipps für Geranien im Sommer einmal zusammengefasst:

  • Gießt eure Geranien am besten morgens.
  • Gießt sie immer mit zimmerwarmen (Regen)wasser, nie mit kaltem. An heißen Sommertagen erleiden sie sonst einen Kälteschock.
  • Alle ein bis zwei Wochen könnt ihr organischen Langzeitdünger zum Gießwasser dazugeben. Ihr beginnt damit circa vier bis sechs Wochen nach dem ersten Düngen.
  • Gießt in regelmäßigen Abständen. Die Erde sollte nie austrocknen und immer etwas feucht sein. Mit steigenden Temperaturen erhöht ihr die Gießintervalle.
  • Die Blätter hängen schlaff herunter und werden braun? Dann habt ihr zu viel gegossen. Das fördert Staunässe und beschädigt letztendlich die Wurzeln.

Nicht nur richtiges Gießen fördert das Wachstum eurer Pelargonien: Trimmt im Sommer gelegentlich auch die Triebspitzen, so wachsen sie besser.

Geranien richtig überwintern

Das aus dem warmen Südafrika stammende Gewächs für den Balkon ist unseren kalten Wintermonaten im wahrsten Sinne des Wortes nicht gewachsen. Die krautigen Pflanzen können zwar, wenn sie geschützt stehen, leichtem Frost bis -5 Grad Celsius standhalten, viele Geranien erfrieren aber schon bei Temperaturen um 0 Grad Celsius.

Deshalb heißt es ab September für alle Pelargonien: Ab ins Winterquartier, wo es dunkel und kühl ist. Am besten eignet sich dazu ein Kellerraum.

Die Geranien könnt ihr dann einmal radikal zurückschneiden, um bis zu 2/3 oder auf circa acht Zentimeter. Falls ihr sie nicht stutzen wollt, entfernt trotzdem Blätter und Blüten, um das Schädlings- und Krankheitsrisiko zu minimieren. So sinkt gleichzeitig auch der Wasserbedarf, da über die fehlenden Blätter keine Feuchtigkeit mehr abgegeben werden kann.

Geranien können vor dem Überwintern zurückgeschnitten werden
Vor dem Umzug ins Winterquartier sollten Geranien zurückgeschnitten werden. © Grünes Presseportal

Geranien im Winterquartier gießen

Im Winter gießt ihr eure Geranien maximal einmal wöchentlich oder zumindest nur so, dass die Erde durchgehend etwas feucht, aber nie zu nass ist. Sonst entstehen schnell Wurzelschäden oder –fäule.

Fazit: Bitte mehr Geranien auf dem Balkon

Ihr seht: Die Vorteile der Pelargonien überwiegen! Wenn ihr sie mit "modernen" und bienenfreundlichen Balkonpflanzen kombiniert, könnt ihr die Gegenargumente aushebeln. Pflanzt zu Hängegeranien oder Duftgeranien Zinnien, Margeriten oder Eisenkraut. Setzt unter stehende Geraniensorten kompakte Pflanzen wie Männertreu. Wichtig ist, dass ihr die Standort-Ansprüche beachtet. Dann steht eurem Geranien-Blütenmeer auf dem Balkon nichts mehr entgegen!

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