Ein im Winter gefrorener Außenwasserhahn.
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Wohnen | Ratgeber

Frostschutz für die Wasserleitung: So haltet ihr Rohre eisfrei

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Auch wenn die Winter nicht mehr so streng sind: Um einen guten Frostschutz für die Wasserleitung solltet ihr euch schon vor den ersten Minusgraden kümmern. Das ist glücklicherweise schon mit wenig Aufwand und Kosten machbar.

Bevor wir die ersten dauerhaften Minustemperaturen bekommen, solltet ihr für einen ausreichenden Frostschutz bei euren Wasserleitungen sorgen. Gerade Außenleitungen und Armaturen im Garten oder Rohre auf dem Dachboden sowie in den Abseiten können durch Eisbildung schweren Schaden nehmen. Wir zeigen euch hier drei Methoden für einen effektiven Frostschutz für die Wasserleitung.

Viele Neu-Hausbesitzer übersehen oft eine Kleinigkeit: Da wird der Wasserhahn an der Außenmauer im Sommer fleißig für die Bewässerung des Gartens genutzt. Dann kommt der Winter mit Minustemperaturen – und im nächsten Frühjahr ärgert sich der Hausherr, dass die Armatur (und im schlimmsten Fall auch das zuführende Wasserrohr) durch Eisbildung kaputt gegangen ist.

Damit euch das nicht passiert, haben wir drei Tipps, um das Malheur zu vermeiden. Das Schöne daran: der Frostschutz für die Wasserleitung ist gar nicht so teuer.

Zudem sagen wir euch, was ihr tun könnt, wenn ein Wasserrohr doch mal vereist ist.

1. Rohre eisfrei halten: Wasser ablaufen lassen und entlüften

Die einfachste Methode, eine Wasserleitung frostsicher zu machen: einfach entwässern. Dafür müsst ihr nur das Absperrventil schließen, den mit dem Rohr verbundenen Wasserhahn öffnen und fertig. Nachdem das Wasser komplett abgelaufen ist, solltet ihr den Hahn geöffnet lassen. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn ihr das Wasser im Winter nicht benötigt, zum Beispiel bei einer Außenleitung für den Garten.

Ist die Wasserleitung nicht frostgefährdet und ihr wollt nur den (Außen-)Wasserhahn vor Eis schützen, hilft ein sogenannter Volumenkompensator. Der stoppt das Wasser bereits im (frostfreien) Innenraum beziehungsweise Mauerwerk und sorgt dabei für eine automatische Entlüftung. So müsst ihr euch um das Einfrieren des Wasserhahns keine Sorgen mehr machen. Und: Ihr könnt die Wasserleitung auch im Winter nutzen.

So ein System ist nicht nur beim Neubau sinnvoll, es lässt sich auch nachrüsten. Aber Achtung: Diese Form des Frostschutzes für die Wasserleitung funktioniert nur dann, wenn kein Gartenschlauch angeschlossen ist, der das Entleeren verhindert.

  • Kosten für einen Volumenkompensator: ab ca. 90 Euro (Außenarmatur mit Rückflussverhinderer und Rohrbelüfter), hier bei Amazon bestellen (Anzeige*)

Hier ein anschauliches Video zur Funktionsweise und Montage einer Armatur mit Volumenkompensator:

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2. Frostschutz für die Wasserleitung: Isolieren und dämmen

Handelt es sich bei eurer Wasserleitung um eine Außenleitung oder liegt sie in einem frostgefährdeten Bereich (zum Beispiel als Aufputzleitung im Keller), dann hilft nur dämmen. Am einfachsten funktioniert hier der Frostschutz für die Wasserleitung mit Rohrisolierungen aus Polyethylen oder anderen Schaumstoffen.

Die Isolierungen gibt es in den verschiedensten Durchmessern. Sie sind an der Seite geschlitzt, so dass sie sich ganz einfach um das Rohr legen lassen. Dann wird der Schlitz einfach mit Isolierband zugeklebt. Oder ihr nutzt gleich die selbstklebende Variante.

Auch wenn ihr vielleicht ein paar Meter davon verlegen müsst, die Kosten halten sich in Grenzen. Rohrisolierungen kosten im Baumarkt zwischen drei und fünf Euro pro Meter. Eine kleine Investition mit großem Nutzen, um die die Wasserleitung frostsicher zu machen.

Apropos Isolierung: Auch undichte Türen und Fenster (vor allem im Keller) kühlen durch Zugluft die Rohre ab. Wenn ihr also sowieso schon am Isolieren seid, dichtet auch gleich diese Schwachstellen mit ab.

Angeschlitzte Rohrisolierung aus Polyethylen.
Angeschlitzte Rohrisolierungen aus Polyethylen. © Hornbach

3. Frostsichere Wasserleitung durch elektrische Heizbänder

Die absolute Luxusvariante beim Frostschutz für die Wasserleitung sind elektrische Heizbänder. Luxusvariante deshalb, weil hier Wärme durch Strom erzeugt wird – und das ist nicht billig.

Die Heizbänder werden auch als:

  • Rohrbegleitheizung,
  • Rohrheizung,
  • Begleitheizung,
  • Heizleitung oder
  • Heizkabel

bezeichnet. Die Funktionsweise ist aber immer gleich, praktisch handelt es sich um eine Elektroheizung in Kabelform. Dabei werden die Bänder oder Kabel an die Rohre angelegt oder gewickelt, befestigt und an das Stromnetz angeschlossen. Der Strom trifft hier auf einen Heizwiderstand und erwärmt diesen und damit das Band. Das wiederum wärmt dann das Rohr.

Bei sogenannten selbstlimitierenden (oder auch selbstregulierenden) Heizbändern bewirkt ein spezieller Aufbau des Bandes, dass sich die Stromstärke (und damit die Wärmeabgabe) nach der Außentemperatur richtet. Alternativ gibt es auch Heizbänder mit Thermostaten, die sich bei bestimmten Temperaturvorgaben automatisch an- und ausschalten.

Eine Rohrbegleitheizung gibt es in verschiedensten Ausführungen und Längen. Wichtig: Der Stromverbrauch steigt hier je nach Kabellänge. Aber achtet beim Kauf auf die richtige Ausführung, manche Heizbänder sind auch speziell für Dachrinnen bestimmt.

Steckerfertige Rohrbegleitheizung mit integriertem Temperatursensor.
Steckerfertige Rohrbegleitheizung mit integriertem Temperatursensor. © Bauhaus/Admiral

Was tun, wenn das Wasserrohr eingefroren ist?

Ihr habt euch zu spät um den Frostschutz für die Wasserleitung gekümmert? Ein eingefrorenes Wasserrohr ist ärgerlich. Um das grundsätzlich zu verhindern, solltet ihr auch nicht bewohnte Räume so beheizen, dass dort eine Mindesttemperatur von zehn Grad herrscht. Ist euch trotzdem eine Leitung eingefroren, dann geht folgendermaßen vor:

  • Hauptventil abdrehen: Zunächst müsst ihr den Haupt-Wasserhahn abdrehen, damit kein Wasser mehr nachfließt. Dann öffnet ihr den Wasserhahn, der zum zugefrorenen Rohr gehört.
  • Leitung auftauen: Um die gefrorene Leitung wieder aufzutauen, müsst ihr das Eis in der Leitung langsam erwärmen. Langsam ist dabei das Stichwort, sonst droht die Leitung zu platzen! Hier helfen keine Bunsenbrenner oder gar offenes Feuer, sondern nur heiße Lappen, ein Fön oder ein Heizlüfter. Wichtig: Taut immer vom geöffneten Hahn hin zur vereisten Stelle auf. Das funktioniert natürlich nur bei offen liegenden Rohren. Liegt das vereiste Rohr in der Wand, hilft nur eine langsame Erwärmung des Raumes. Und: Lüftet ausreichend während des Auftauvorgangs, damit sich im Raum nicht zu viel Luftfeuchtigkeit bildet.
  • Dichtigkeit prüfen: Wasserhahn zudrehen und Hauptventil vorsichtig öffnen. Jetzt den Wasserzähler im Auge behalten. Läuft dieser und es kommt kein oder nur ganz wenig Wasser aus dem Hahn, dann ist das Rohr undicht. Um auf Nummer Sicher zu gehen, solltet ihr einen Klempner zu Rate ziehen. Der hilft euch beim Auftauvorgang selbst und/oder prüft, ob das Wasserrohr durch die Vereisung Schaden genommen hat.

Welche Versicherung zahlt bei einer vereisten Wasserleitung?

Bei Schäden an Gegenständen, die fest mit dem Gebäude verbunden sind (also auch Wasserrohre), zahlt die Wohngebäudeversicherung. Sind durch ein vereistes und geplatztes Rohr eure Möbel, Teppiche oder die Unterhaltungselektronik nicht mehr zu retten, springt die Hausratversicherung ein.

Wichtig: Ihr habt eine so genannte Schadenminderungspflicht. Stellt ihr fest, dass ein Rohr eingefroren ist, müsst ihr dafür sorgen, dass dadurch nicht noch mehr Schaden entsteht. Beauftragt ihr deshalb einen Klempner, so sind das Schadenminderungskosten. Die übernimmt in der Regel auch entweder die Wohngebäude- oder die Hausratversicherung.

Unser abschließender Tipp: Wenn ihr noch mehr darüber wissen wollt, welche Versicherungen für Hausbesitzer sinnvoll sind, dann empfehlen wir euch folgenden Ratgeber:

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