Fliesen im Trend: Bodenfliesen in Holzoptik, im Fischgrätmuster verlegt
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Wohnen | Ratgeber

Fliesen verlegen: Die beliebtesten Verlegemuster für Wand und Boden

Dirc Kalweit

Verlegemuster für Fliesen geben jedem Raum eine besondere Betonung. Wir zeigen euch, worauf ihr dabei achten müsst, welche unterschiedlichen Muster es gibt und vor allem wie sie am besten wirken.

Ähnlich wie beim Parkett gibt es auch bei Fliesen unterschiedliche Verlegemuster. Aber nicht jedes Verlegemuster ist für jeden Raum geeignet. Wir zeigen euch hier die beliebtesten Arten, um Fliesen zu verlegen und sagen euch, was ihr dabei beachten solltet.

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Ob in Küche, im Bad oder in anderen, meist funktionalen Räumen – Fliesen als Bodenbelag sind haltbar, pflegeleicht und erschwinglich. Und es gibt sie in allen erdenklichen Größen und Farben.

Welches Fliesen-Verlegemuster eignet sich für einen Raum?

Bevor ihr euch für eine bestimmte Fliese entscheidet, überlegt euch, in welcher Art ihr diese verlegen (lassen) wollt. Dazu klärt ihr am besten folgende Fragen:

  • Wie groß ist der Raum? Ein Fischgrätmuster ergibt in einem Sechs-Quadratmeter-Bad wenig Sinn. Umgekehrt wirken große Räume durch ein abwechslungsreiches Verlegemuster optisch interessanter.
  • Diagonal oder rechtwinklig? Je nachdem, ob ihr die Fliesen diagonal oder rechtwinklig verlegt, ändert sich die Menge des Verschnitts. Als Faustregel gilt: Bei einer diagonalen Verlegung sollte ihr zehn Prozent, bei einer rechtwinkligen Verlegung rund fünf Prozent an Verschnitt einplanen.
  • Benötigt ihr eine besondere Optik? Zum Beispiel bei Fliesen in Holzoptik wollt ihr bestimmt ein Fliesenbild, das einen Dielenboden nachahmt. Da passt dann der wilde Verband sehr gut. Soll der Raum dagegen ruhiger, sachlicher wirken, solltet ihr ein neutraleres Verlegemuster für die Fliesen wählen.

Bei der Auswahl eurer Wunschfliese solltet ihr also immer auch die Raumwirkung im Kopf haben. Profis fliesen außerdem erst die Wände, dann den Boden. Wenn Wand- und Bodenfliesen das gleiche Format haben, richten sich die Bodenfugen nach den Fugen an der Wand. Dementsprechend wird dann auch das Verlegemuster gewählt.

Bodenbelag im Würfelmuster mit verschiedenen Farbnuancen.
Zwei in einem: Die strenge Geometrie wird bei diesen Fliesen durch unterschiedliche Farbnuancen aufgelockert. © Mosa

Die 9 beliebtesten Fliesen-Verlegemuster

Von klassisch bis komplett individuell: Hier zeigen wir euch die neun Verlegemuster, mit denen ihr beim Fliesen euren Raum zur Wirkung bringt.

1. Kreuzverband/Kreuzfuge

Der Kreuzverband: das Fliesen Verlegemuster in einer schematischen Darstellung

Wer Ruhe in den Raum bringen möchte, der wählt diese Variante des Verlegemusters. Alle Fugen kreuzen sich hier, deshalb ist dieses Muster auch als Kreuzfuge bekannt. Gerade bei großen und quadratischen Fliesenformaten empfiehlt sich das Verlegen im Kreuzverband.

2. Halbverband

Schematische Darstellung eines Halbverbandes

Beim Holzboden ist dieser Verband auch als "englischer Verband" oder "regelmäßiger Verband" bekannt. Die Fugen sind jeweils um eine halbe Fliesenlänge versetzt. Der Halbverband wird häufig bei rechteckigen Fliesen eingesetzt, allerdings nur bis zu einer bestimmten Größe.

Ab circa 60 x 30 Zentimetern ist der Halbverband nicht mehr zu empfehlen. Durch die natürlich Krümmung der Fliese stößt hier die tiefste Stelle (der Rand) der einen Fliese auf die höchste Stelle (die Mitte) der anderen Fliese. Das führt zu einem unschönen Höhenversatz.

3. Viertelverband/Drittelverband

Schematische Ansicht eines Fliesen Verlegemusters: der Viertelverband

Ähnlich wie beim Halbverband werden die Fugen gleichmäßig versetzt angeordnet, allerdings nur um eine Viertel- bzw. Drittelbreite der Fliese. So entsteht ein Treppenmuster. Gut geeignet, um einen Raum optisch zu strecken. Bei schlauchförmigen Räumen daher lieber in Querrichtung verlegen.

4. Diagonalverband

Schematische Ansicht eines Fliesen Verlegemusters: der Diagonalverband

Beim Diagonalverband ist der Winkel, in dem die Fliesen verlegt werden, zwar frei wählbar. In den meisten Fällen sieht man aber die 45-Grad-Variante. Besonders bei rustikaleren Böden (zum Beispiel mit Terrakotta- oder anderen Natursteinfliesen) ist der Diagonalverband sehr beliebt.

Wilder Verband

Schematische Ansicht eines Fliesen Verlegemusters: der wilde Verband

Hier folgt der Versatz keiner Regel. Bei Parkettböden nennt sich das dann "Schiffsboden". Der Vorteil: Beim Fliesen fällt kaum Verschnitt an, denn das Verschnittstück der letzten Reihe wird einfach an den Anfang der nächsten Reihe gelegt. Allerdings geht die Sparsamkeit auf Kosten eines doch eher unruhigen Gesamtbildes.

Römischer Verband

Schematische Darstellung eines Fliesen Verlegemusters: der römische Verband

Was auf den ersten Blick aussieht wie eine willkürliche Art des Verlegens, folgt einem strengen Prinzip. Quadrate und Rechtecke wechseln sich hier in einer ganz bestimmten Reihenfolge ab. Sehr lebhaft und aufwendig zu verlegen, sieht man dieses Muster – ähnlich wie beim Diagonalverband – auch häufig bei Natursteinböden.

Bahnenverband

Verlegemuster Bahnenverband in einer schematischen Darstellung

Rechtecke mit unterschiedlichen Längen und Breiten werden – jeweils – in einer kompletten Bahn verlegt. Die Längsfugen laufen dabei in eine Richtung. Dieser Verband eignet sich eher für Böden in rustikaler Optik.

Fischgrätverband

Fischgrätverband in einer schematischen Darstellung

Dieses Muster kennt ihr vielleicht vom Parkettboden. Genau wie bei der Holzvariante werden auch die Fliesen im rechten Winkel verlegt, so dass sie ein V ergeben. Die strenge Geometrie wirkt sehr edel, durch unterschiedliche Farbnuancen lässt das Muster noch etwas auflockern.

Polygonalverband

Schematische Zeichnung eines Polygonalverbandes

Fliesen und Fugen je nachdem, wie es gerade passt: Diese Optik wird häufig im Außenbereich eingesetzt. Hier ist der Verschnitt besonders hoch, rechnet beim Verlegen im Polygonalverband deshalb mit rund 20 Prozent mehr.

9 Tipps für die richtige Wahl von Fliesen und Verlegemuster

Das richtige Verlegemuster ist häufig auch abhängig von der Fliesenart. Beachtet dazu noch folgende Tipps:

  1. Mut zu Form und Farbe ist die eine Sache. Auf Dauer gesehen sind neutrale Farben und klare Strukturen besser. Optische Reize könnt ihr sowohl im Bad als auch in der Küche besser mit Deko-Elementen setzen.
  2. Bei weitläufigen Räumen wird oftmals empfohlen, helle Fliesen mit dunklen Fugen zu kombinieren. Das rastert einen Raum und macht ihn dadurch für das Auge ruhiger und wohnlicher. Wollt ihr ein möglichst homogenes Bild haben, dann wählt ihr zu den Fliesen eine ähnliche Fugenfarbe. Das wirkt gerade bei dunklen Fliesen sehr edel.
  3. Querstreifen machen dick. Was in der Mode gilt, lässt sich auch auf Fliesenmustern beziehen. Verlegt ihr in einem schmalen Raum die Fliesen in Quer- und nicht in Längsrichtung, wird der Raum optisch verbreitert.
  4. Um Unebenheiten oder schiefe Wände zu verdecken, nehmt ihr am besten kleinteilige Mosaikfliesen. Damit lassen sich kleinere Unregelmäßigkeiten gut "wegfliesen". Das gilt gleichermaßen für Boden und Wände.
  5. Überlegt euch auch, ob ihr Fliesen ebenfalls als Zusatzelemente verlegen könnt. Sockelleisten oder Bordüren sind Elemente, mit denen ihr Akzente setzen könnt.
  6. Macht euch auf jeden Fall vor Beginn der Arbeiten einen Verlegeplan. Messt den Raum sorgfältig aus und zeichnet das Muster, das ihr verlegen wollt, ein. Achtet darauf, dass die Abschlussfliesen an den Wänden nicht zu klein ausfallen.
  7. Die Fugenbreite richtet sich auch nach der Fliesengröße, dabei gilt: Je kleiner die Fliese, desto schmaler die Fuge. Achtet auf ein einheitliches Fugenbild. Das ist ganz besonders wichtig, wenn der Fliesenbelag über zwei Räume verteilt und zum Beispiel vom Bad in den Flur übergeht.
  8. Großformatige, rechteckige Fliesen liegen gerade im Trend. Deren Oberfläche ist oft leicht gekrümmt. Deshalb solltet ihr hier den Versatz so gering wie möglich halten, zum Beispiel mit einem Kreuz- oder Viertelverband. Sonst kommt es zu leichten Unebenheiten. Die stören beim Wischen, schlimmstenfalls merkt ihr mit den Füßen, dass der Boden nicht wirklich eben ist.
  9. Niedrige Räume fliest ihr am besten deckenhoch. Rechteckige Fliesen, die vertikal verlegt sind, strecken dabei den Raum. Umgekehrt gilt: Große Räume möglichst nicht deckenhoch fliesen. Hier eher waagerecht arbeiten und vielleicht das Fliesenschild mit einer Bordüre beenden.

Grundsätzlich ist eine gründliche Planung und sehr sorgfältiges Arbeiten beim Fliesen wichtig. Kleine Fehler seht ihr sofort – und die stören euch garantiert jedesmal, wenn ihr zum Beispiel das frisch geflieste Bad betretet.

Fliesen in Holzoptik kennt ihr vielleicht. Es geht aber auch anders herum. Hier seht ihr ein paar Beispiele von Laminaten, die das Aussehen von Fliesen nachahmen:

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