Hand mit Stift unterschreibt Vertrag
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Bauen | Ratgeber

Wann sollte ich einen Bauvertrag unterschreiben?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Viele Bauherren machen den Fehler, zu früh einen Bauvertrag zu unterschreiben. Das kann später teuer werden. Wann sollte man einen Bauvertrag unterschreiben? Die Antwort lest ihr hier.

Bauunternehmen drängen immer mal wieder zu einer schnellen Unterschrift. Doch ihr solltet euch beim Hausbau keinesfalls unter Druck setzen lassen, auch nicht mit angeblichen Aktionspreisen, die nur kurzfristig gelten. Denn wer einen Bauvertrag zu früh unterschreibt, auf den können später ungeahnte Kosten zukommen. Wann sollte man einen Bauvertrag unterschreiben? Nicht bevor ihr folgende Dinge geklärt habt.

Ohne Grundstück keine Unterschrift!

Die Fachanwältin für Baurecht Manuela Reibold-Rolinger warnt vor allem davor, einen Bauvertrag zu unterschreiben, wenn man noch kein Grundstück hat. Die Suche nach einem geeigneten Baugrundstück könne sich lange hinziehen und dann falle man schnell aus der Preisbindungsfrist heraus.

Die Folge: Das Haus kann dann teurer werden. "Wenn man Glück hat um 10.000 Euro. Wenn man Pech hat, können es aber auch 50.000 Euro werden. Ich hatte sogar einen Fall, da sollten die Bauherren 100.000 Euro mehr bezahlen", so Manuela Reibold-Rolinger.

Wichtig sei auch, wenn ein Grundstück vorhanden ist, ein Bodengutachten einzuholen. In den meisten Bauverträgen stehe nämlich, dass von einer optimalen Bodenklasse ausgegangen wird. Liegt diese nicht vor, wird es teurer für den Bauherren. "Und es wird immer teurer", so Reibold-Rolinger.

Erst die Finanzierung regeln, dann den Bauvertrag unterschreiben

Wer zuerst einen Bauvertrag unterschreibt, ohne die Baufinanzierung schon in trockenen Tüchern zu haben, der riskiert, dass der Bauunternehmer am Ende hohe Entschädigungsforderung stellt, sollte die Finanzierung nicht zustande kommen.

Wirklich sicher ist die Finanzierung aber erst, wenn alle Eigenmittel verfügbar sind und euch die schriftliche Finanzierungszusage der Bank vorliegt. Verlasst euch nicht auf mündliche Zusagen. An die kann sich im Zweifelsfall keiner erinnern. Also unterschreibt ihr den Bauvertrag erst dann, wenn euch die schriftliche Finanzierungszusage der Bank vorliegt.

Auch interessant: Alles, was ihr über Verbraucherbauverträge wissen solltet.

Checkliste: Das muss vor der Unterschrift eines Bauvertrags geklärt sein

Bevor ihr eure Unterschrift unter einen Bauvertrag setzt, solltet ihr folgenden Ablauf beherzigen:

  1. Grundstück kaufen: Lest hier, was ihr zum Grundstückskauf wissen müsst.
  2. Baugrundgutachten einholen: Erst wenn ihr wisst, welche Qualität der Baugrund eures Grundstücks hat, kann euch das Bauunternehmen ein Angebot machen, bei dem klar ist, welche Kosten auf euch zukommen.
  3. Baugenehmigung beantragen: Ohne Baugenehmigung dürft ihr das gewünschte Haus nicht auf eurem Grundstück errichten. Und ohne Baugenehmigung und Bauvertrag beziehungsweise Angebot (mit allen Plänen und Unterlagen) ist es nicht möglich, eine Baufinanzierung zu beantragen.
  4. Vor-Ort-Termin mit Baufirma machen: Vereinbart einen Besichtigungstermin mit der Baufirma, damit diese sich ein genaues Bild von eurem Grundstück machen kann. Nur auf dieser Basis kann sie ein realistisches Angebot erstellen.
  5. Baufinanzierung regeln: Vergleicht die Konditionen verschiedener Banken. Ein Kreditfinder wie der von Wohnglück schlägt euch den günstigsten Zins vor, der zu eurer Wunschimmobilie und finanziellen Situation passt.
  6. Bauvertrag prüfen lassen: Immer noch enthalten die allermeisten Bauverträge veraltete oder rechtswidrige Klauseln, die Bauherren benachteiligen und teuer werden können. Wer kein Risiko eingehen will, sollte seinen Bauvertrag prüfen lassen. Und zwar von einem Fachanwalt für Baurecht. Wohnglück bietet eine solche Prüfung in Zusammenarbeit mit Manuela Reibold-Rolinger an.
  7. Bauvertrag unterschreiben: Meist ist es so, dass die Baufirma euch den Vertrag zuerst unterschreiben lässt, dann selbst unterschreibt und euch den Vertrag mit beiden Unterschriften zukommen lässt. Wer zuerst unterschreibt, ist aber eigentlich egal.

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