Innendämmung der Außenwände
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Innendämmung Bad: So dämmt ihr die Badezimmer-Wand von innen

Redaktion

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Wer eine Außenwand im Badezimmer von innen dämmen will, muss beachten, dass die Luftfeuchtigkeit im Bad sehr hoch ist. Wird die Innendämmung falsch ausgeführt, ist Schimmel die Folge. Unser Experte erklärt, wie ihr Wände im Bad richtig dämmt.

Bei allen Wärmedämm-Arbeiten im Bad ist besonders die hohe Luftfeuchtigkeit zu beachten, die sich – schon allein durch die erhöhte Raumtemperatur – beim Duschen oder Baden bildet. Ist die eingebaute Wärmedämmung zu dünn, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondenswasser als unsichtbarer Film auf der Wandoberfläche nieder.

Diese ständige Feuchtigkeitsbelastung kriecht, wenn keine Dampfsperre vorhanden ist, durch alle Fugen und Nähte. Sie führt zu einer schleichenden Durchfeuchtung aller Bauteile, was letztendlich Schimmel verursachen kann. Die korrekte Ausführung der Innendämmung im Bad ist deshalb unerlässlich.

Feuchtraum-Dämmung: Worauf muss man im Bad achten?

Beim Aufbau einer wirksamen, bauphysikalisch korrekten Innendämmung sind daher folgende Faktoren zu berücksichtigen:

  1. Ausreichende Wärmedämmung, mindestens acht Zentimeter dick.
  2. Abschluss der Wärmedämmung mit einer Dampfsperre.
  3. Montage der Innendämmung ohne Luftzwischenraum direkt auf der Wand.

Vorsatzschale für die Innenwand

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als "Vorsatzschale" in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

  • Auf die Wände werden acht Zentimeter dicke Holz- oder Metallständer gedübelt.
  • Die Zwischenräume müsst ihr lückenlos mit acht Zentimeter dicken Mineralwolle-Matten oder Polystyrol-Platten ausfüllen.
  • Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müsst ihr mit Montageschaum ausfüllen.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung oder als zusätzliche Wärmedämmung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Weitere Informationen zum Thema Innendämmung findet ihr auch in diesem Ratgeber: Wände von innen dämmen: Wie geht das?

Dampfsperre im Badezimmer sorgfältig anbringen

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen.

Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.

Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen könnt ihr aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft herstellen. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten. Zum Schluss könnt ihr die gedämmte Fläche mit Gipskarton-, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschließen.

Die hier aufgeführten Dämm-Maßnahmen sind allerdings sehr aufwändig, weil ihr eine Innendämmung mit Polystyrol oder Mineralwolle jeweils mit einer Dampfsperre absolut luftdicht abschließen müsst. Das hat zur Folge, dass neben dem konstruktiven Aufwand eine vollständige Versiegelung der Wand stattfindet. Als Alternative schlagen wir eine Innendämmung mit Kalzium-Silikat-Platten vor.

Lest hier alles über Dampfsperren und Dampfbremsen bei der Dämmung.

Diffusionsoffene Innendämmung: Kalziumsilikat-Platten fürs Bad

Kalziumsilikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr zehn Jahren im Handel.

Kalziumsilikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass sie die "Atmung" der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, nicht behindern.

Kalziumsilikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Sie werden in unterschiedlichen Formaten und Dicken von zehn bis 100 Millimeter angeboten.

Kalziumsilikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als "Feuchtigkeits-Puffer". Sie können im Badezimmer befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden.

Da Kalzium-Silikat-Platten bei dem Vorgang der "Feuchtigkeits-Abpufferung" stets eine trockene Oberfläche behalten, hat es Schimmel schwer, sich dort anzusiedeln. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Weiterführende Informationen findet ihr in unserem ausführlichen Ratgeber: Kalziumsilikat-Platten zur Dämmung: Vorteile & Nachteile von Klimaplatten

Handwerker montiert Kalzium-Silikatplatten
Gegen Kondensatprobleme helfen zum Beispiel ISOTEC-Klimaplatten aus Kalziumsilikat. © obs/ISOTEC GmbH/Cornelis Gollhardt

Wie viel Zentimeter Innendämmung sind notwendig?

Um im Bad mit Kalziumsilikat-Platten eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen, muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von mindestens fünf Zentimeter eingebaut werden. Oftmals müsst ihr deshalb mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander kleben.

Kalziumsilikat-Platten anbringen: So geht's richtig

Kalziumsilikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten könnt ihr zusätzlich mit Tellerdübeln sichern.

Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Oberfläche mit diffusionsoffenem Anstrich streichen

Kalziumsilikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (das heißt atmungsaktiv) gestaltet ist. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen. Diese lassen gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zu.

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