Modernes Holzhaus mit Alufenstern
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Bauen | Ratgeber

Alufenster: Was Aluminium-Fenster wirklich kosten

Katharina Schneider

Alufenster sehen modern aus, sind langlebig, widerstandsfest und stabil. Doch wie sieht es in Sachen Wärmedämmung aus? Wir zeigen euch, was ihr über Aluminium-Fenster wissen müsst – und was sie kosten.

Holz, Kunststoff, Aluminium – Fensterrahmen gibt es in unterschiedlichen Materialien. Zwar entscheiden sich die meisten Bauherren für Kunststofffenster, doch auch Alufenster haben ihre Vorteile. Wir zeigen euch, was für und was gegen Aluminium-Fenster spricht. Und wie viel diese Fenster kosten.

Da unbehandelte Aluminiumfensterrahmen oxidieren würden, wird das Aluminium mit einer Oberflächenveredelung versehen. Hierbei kommen im Wesentlichen zwei Verfahren zur Anwendung, die zum Teil noch spezifiziert werden: Eloxieren und Pulverbeschichten.

Welche Anforderungen gibt es an den Fensterrahmen?

Türen und Fenster sind für die Energieeffizienz eines Hauses wichtig. Besonders Fensterrahmen machen einen großen Teil aus – denn 15 Prozent der Energie geht über die Fenster verloren. Wer sich für moderne Fenster entscheidet, der kann einiges an Geld bei den Heizkosten sparen. Wird die Fassade geöffnet, entsteht eine energetische Schwachstelle am Haus. Durch die richtigen Fenster kann diese quasi geschlossen werden.

Fensterrahmen sollten mehreren Anforderungen gerecht werden:

  • Sie sollten eine gute Dämmung bieten.
  • Fensterrahmen sollten langlebig.
  • Sie sollten pflegeleicht sein.

Was sind die Vorteile von Alufenstern?

  • Lange Lebensdauer: Alufenster zeichnen sich besonders durch ihre lange Lebensdauer aus. Während Experten schätzen, dass hochwertige Kunststofffenster rund 40 bis 50 Jahre halten, sollen Alufenster eine Haltbarkeit von mindestens 60 Jahren haben. Denn Alufenster sind weit widerstandsfähiger gegen Belastungen und Umwelteinflüsse von außen als Fenster aus Holz oder Kunststoff.
  • Einbruchshemmend: Die hohe Widerstandsfähigkeit macht Aluminiumfenster außerdem einbruchhemmend.
  • Wartungsfrei: Anders als Holzfenster müsst ihr Aluminiumfensterrahmen nicht regelmäßig streichen. Da unbehandelte Aluminiumfensterrahmen oxidieren würden, wird das Aluminium mit einer Oberflächenveredelung versehen. Hierbei kommen im Wesentlichen zwei Verfahren zur Anwendung: Eloxieren und Pulverbeschichten.
  • Optik: Die Fenster wirken hochwertig und elegant. Das Aluminium kann außerdem präziser geformt werden als Kunststoff oder Holz, was ausgefallenere Designs möglich macht.
  • Leicht und stabil: Deshalb eignet sich Aluminium besonders für sehr große Fenster. Sie belasten die Statik des Hauses kaum. Außerdem benötigt ein Alufenster keinen breiten Rahmen – das heißt, es kommt mehr Licht ins Haus.
Aluminiumfenster mit superschmalen Profilen
Die superschmalen Profile des Aluminium-Fenstersystems Schüco AWS 75 erlauben maximale Aussicht. © Schüco International KG

Was sind die Nachteile von Alufenstern?

  • Schlechte Wärmedämmung: Alufenster bieten prinzipiell eine schlechtere Wärmedämmung als Fenster aus Holz oder Kunststoff. Allerdings wurde in den vergangenen Jahren an der Bauweise der Fenster gearbeitet. Wenn sie eine gute Verglasung haben und mehrschalig aufgebaut sind, können Alufenster durchaus in der ähnlichen Liga spielen wie Fenster aus Holz oder Kunststoff.
  • Schlechte Ökobilanz: Obwohl die Rahmen zu einem großen Teil aus recyceltem Alt-Aluminium bestehen, benötigt der Herstellungsprozess viel Energie.
  • Anfällig für Temperaturschwankungen: Klar, Metall leitet Wärme besser als Holz oder Kunststoff. Deshalb können Alufenster aber auch anfällig für Verformungen bei großen Temperaturschwankungen sein.
  • Preis: Alufenster sind teuer und ein Premiumprodukt.

Woran erkennt ihr ein gutes Alufenster?

Alufenster gibt es mittlerweile viele am Markt – leider auch viele, die qualitativ weniger hochwertig sind.

Neben Fensterrahmen, die komplett aus Aluminium gefertigt werden, gibt es auch Holz-Aluminium-Fensterrahmen Dabei handelt es sich im technischen Sinne um ein Holzfenster, das im Außenbereich mit einer Aluminiumverblendung versehen ist.

Wenn ihr Alufenster kaufen wollt, dann solltet ihr auf bestimmte Merkmale achten.

Siegel

Ein gutes Alufenster erkennt ihr an einem Qualitätssiegel. Zu empfehlen sind das RAL-Gütesiegel sowie das Zertifikat des Instituts für Fenstertechnik Rosenheim (ITF). Wenn das Fenster mit einem dieser Siegel ausgezeichnet ist, dann ist es von guter Qualität.

Qualitativ hochwertige Beschläge

Ein gutes Fenster hat auch hochwertige Beschläge. Sind die Beschläge von minderer Qualität, verringern sie auch die Lebensdauer des Fensters. Ihr solltet also darauf achten, dass die Beschläge von einem namhaften Hersteller sind.

Wärmedurchlässigkeit

Bei einem Alufenster solltet ihr besonders auf die Wärmedurchlässigkeit achten. Entscheidend dafür ist der sogenannte U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient, der in Watt pro Quadratmeter und Kelvin angegeben wird. Der U-Wert zeigt, wie wärmedurchlässig ein Bauteil ist.

Je niedriger er ist, desto besser ist die Dämmung. Noch vor einigen Jahren wurden Alufenster so hergestellt, dass sich häufig Wärmebrücken gebildet haben, welche die Isolation verschlechtern. Heute fertigt man moderne Alufenster aber mit einem anderen Herstellungsverfahren, durch das Wärmebrücken vermieden werden können. Damit haben die Rahmen auch einen weit besseren U-Wert.

Mit einer guten Verglasung kommen Alufenster heute auf einen U-Wert von 0,9 bis 1,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin. Die Energieeinsparverordnung schreibt für neue Fenster einen U-Wert von 1,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin vor. Für Fenster mit Sonderverglasung gilt ein U-Wert von 2,0 Watt pro Quadratmeter und Kelvin.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis eines Alufensters?

Nicht nur das Rahmenmaterial hat einen Einfluss darauf, wie viel das Fenster kostet. Auch andere Faktoren wirken sich auf den Preis aus.

Fensterkonstuktion

Festverglaste Fenster sind günstiger, lassen sich allerdings nicht öffnen. Auch für festverglaste Alufenster gilt das. Sie haben neben dem niedrigeren Preis noch einen weiteren Vorteil: Sie sind einbruchssicherer.

Je mehr ihr mit dem Fenster machen könnt, desto teurer wird es auch. Fenster mit Dreh-Kipp-Funktion sind teurer als festverglaste. Außerdem gilt es hier natürlich, mit Pilzkopfverriegelungen und absperrbaren Beschlägen für den Einbruchschutz zu sorgen.

Verglasung

Je besser die Verglasung, desto teurer wird das Fenster. Mit der Verglasung könnt ihr für gute Wärme- und/oder Schalldämmung sorgen. Außerdem wird das Fenster durch Sicherheitsglas einbruchssicher.

Beschläge

Qualitativ hochwertige Beschläge sind langlebiger, haben aber auch ihren Preis.

Balkontür mit Aluminiumrahmen
Auch Fenstertüren gibt es mit Aluminium-Rahmen. Ein großer Vorteil des Materials: Es ist sehr lange haltbar. © VFF/SIEGENIA GRUPPE

Was kosten Alufenster?

Alufenster sind teuer. Sie kosten sogar noch mehr als Holzfenster. Ihre Langlebigkeit gleicht den sehr viel höheren Preis gegenüber dem Kunststofffenster nicht aus. Die Preise für ein Alufenster mit einem U-Wert von 1,1 Watt pro Quadratmeter und Kelvin beginnen bei kleiner Größe bei 300 Euro. Dann handelt es sich aber nicht um ein Siegel-geprüftes Markenprodukt.

Ein qualitativ hochwertiges Alufenster mit Zweifach-Verglasung in der Größe 130 mal 130 Zentimeter und Dreh-Kipp-Funktion kostet rund 850 Euro. Diese Fenster erreichen einen U-Wert von 1,3 Watt pro Quadratmeter und Kelvin – der Mindeststandard der EnEV.

Zum Vergleich: Ein ähnliches Fenster mit Kunststoffrahmen ist schon für rund 380 Euro zu haben, mit Holzrahmen kostet es rund 500 Euro.

Wenn ihr einen niedrigeren U-Wert haben wollt, dann solltet ihr euch für eine Dreifach-Verglasung entscheiden. Bei einem U-Wert von 0,95 Watt pro Quadratmeter und Kelvin müsst ihr für ein ebenso großes Fenster aber schon mit über 900 Euro rechnen.

Fenster aus Aluminium
Alufenster sind häufig aufgrund ihrer Optik gefragt. © VFF/Forster Profilsysteme

Was kostet der Einbau?

Der Einbau eines Alufensters sollte von einem Profi vorgenommen werden. Nur so stellt ihr sicher, dass die Fenster ihre Dämmwirkung auch voll entfalten können.

Im Schnitt benötigt ein Handwerker für ein Fenster zwei bis vier Stunden. Der Stundenlohn hängt natürlich stark davon ab, in welcher Region sich der Handwerker befindet. Er muss schließlich in Regionen mit teureren Lebenshaltungskosten mehr Miete für seine Werkstatt und auch höhere Löhne zahlen. Ihr könnt aber mit Preisen zwischen 40 und 60 Euro pro Stunde kalkulieren.

Gibt es Fördermöglichkeiten für Alufenster?

Wer überlegt, seine Fenster zu tauschen, kann sich bis zu 40.000 Euro vom Staat zurückholen. Ab 2020 Jahr bietet die Bundesregierung im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 eine steuerliche Förderung für die energetische Gebäudesanierung: 20 Prozent ihrer Sanierungskosten können Eigenheimbesitzer und Modernisierer direkt von der Steuerschuld absetzen, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster und Fassade (VFF). "Zur Förderung muss ein bestimmtes Maß an Wärmedämmung erreicht werden. Daher müssen die Fenster gut isoliert sein und einen U-Wert von in der Regel 0,95 Watt pro Quadratmeter und Kelvin haben oder unterschreiten." Diesen Wert erreicht ihr in der Regel mit einer Dreifachverglasung.

Alufenster könnt ihr gut mit einer Haustür aus Aluminium kombinieren.

Wenn euch Aluminiumfenster zu teuer sind, dann informiert euch hier über Fensterrahmen aus Holz, Kunststoff und solche, bei denen eins der beiden Materialien mit Aluminium kombiniert wird:

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