Eine Frau erntet dunkle Weintrauben.
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Wohnen | Ratgeber

Wein im Garten anbauen: So kommt ihr an eigene Trauben

Michael Penquitt

Privater Weinbau im eigenen Garten ist einfacher als viele annehmen. Wir verraten euch, was ihr dafür braucht und welche Bedingungen erfüllt sein müssen.

Wer unter leichtem Fernweh leidet, kann seinem Garten mit den richtigen Pflanzen ein wenig mediterranes Flair verleihen. Robuste, trockenresistente Pflanzen finden hierzulande immer häufiger Einzug in heimische Gärten. Selbst Zitrusbäume können unter bestimmten Umständen im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon wachsen. Die Nachfrage nach solchen sonnenliebenden Pflanzen wächst mit den beinahe jährlich steigenden Temperaturen und immer längeren Trockenperioden.

In dieser Reihe darf die Weinrebe natürlich nicht fehlen. In Deutschland bestimmt der Weinbau die Kulturlandschaften der Mosel, von Rheinland-Pfalz und Teilen von Baden-Württemberg. Dort finden Winzer beinahe ideale Bedingungen für die Kultivierung bestimmter Rebsorten. Das heißt jedoch nicht, dass ihr in anderen Teilen des Landes auf Weinreben im privaten Garten verzichten müsst. In Wahrheit sind viele Rebsorten recht anspruchslos. Im kleineren Umfang kommen die Pflanzen auch mit den kühleren Bedingungen zurecht, die sie selbst in Norddeutschland vorfinden.

Weinreben pflanzen: Darauf solltet ihr achten

Der Frühsommer, genau genommen die Monate April bis Juni, sind der ideale Zeitpunkt, um Weinreben zu pflanzen. Ihr könnt die Pflanzen im Pflanzenfachhandel, im Baumarkt und manchen Online-Shops kaufen. Ihr habt die Wahl zwischen unzähligen Sorten, zu denen ihr euch in den Geschäften vor Ort beraten lassen könnt. Die wichtigste Frage könnt ihr schon zu Hause beantworten: Möchtet ihr süße Tafeltrauben haben, die ihr frisch gepflückt direkt naschen könnt oder greift ihr lieber zu Weintrauben, die zum Beispiel erst nach der Verarbeitung zu Wein wirklich genießbar sind?

In jedem Fall ist die vielleicht wichtigste Bedingung für das Wachstum der Weinrebe direktes Sonnenlicht. Sucht einen vollsonnigen und windgeschützten Standort aus, an dem sich die Pflanze einen Großteil des Tages in der Sonne räkeln kann. Habt ihr ein kleines Gewächshaus im Garten stehen, bietet das die idealen Voraussetzungen. Was den Boden angeht, so sollte der möglichst nährstoffreich, aber gerne etwas sandig sein. Je sandiger die Erde, desto wasserdurchlässiger ist sie. Das ist wichtig, denn Weinreben mögen keine dauerhaft nassen Füße. Sogenannte Staunässe schadet den Wurzeln und behindert die Nährstoffaufnahme.

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Eingepflanzt wird die Rebe so, dass die Veredelungsstelle – ihr erkennt sie an der Verdickung oder auch einem leichten Knick im Trieb – etwa fünf Zentimeter über dem Boden bleibt. Im Garten hebt ihr zunächst etwas Erde aus, gerade so, dass die Wurzeln gut Platz finden. Dann setzt ihr die Pflanze ein und füllt das Loch am besten mit einer Mischung aus leicht sandiger Erde und Kompost auf.

Doch auch auf dem Balkon oder der Terrasse könnt ihr Weinreben im Kübel pflanzen. Das Gefäß sollte mindestens 30 Liter fassen und idealerweise 50 bis 60 cm tief sein. Bevor ihr den Topf mit Erde befüllt, legt ihr am besten zunächst eine etwa 5 cm tiefe Drainageschicht aus Blähton auf dem Boden an, damit das Wasser besser abfließen kann.

Süße Früchte mit der richtigen Pflege

Weinreben sind Selbstbestäuber. Wenn der Platz nur für eine Pflanze reicht, könnt ihr daher dennoch mit Wein- oder Tafeltrauben im Herbst rechnen. Solltet ihr aber mehrere Rebstöcke pflanzen, haltet zwischen ihnen einen Abstand von von etwa anderthalb Metern ein.

Die Weinrebe ist eine Kletterpflanze, weshalb ihr ihr zudem eine Rankhilfe an die Seite stellen solltet. Häufig werden die Pflanzen am Spalier an der südlichen Hauswand gepflanzt und auch bei der Begrünung des Gartenzauns gibt die Pflanze eine gute Figur ab.

Nach dem Pflanzen ist der Wasserbedarf besonders hoch, nur bei ausreichender Wasserversorgung wächst die Weinrebe gut an. Gießt sie in den ersten Monaten deshalb regelmäßig. Später bevorzugen Weinreben trockeneren Boden, zur Gießkanne oder zum Wasserschlauch braucht ihr erst bei längeren Trockenperioden zu greifen.

Was ihr zudem wissen solltet: Früchte bilden sich nur an einjährigen Trieben. Überflüssige Triebe könnt ihr nach Belieben kürzen. Vor allem im Spätsommer empfiehlt es sich, einige Blätter zu entfernen, damit die Energie stattdessen in die Früchte gesteckt wird. Bleiben eure Weinreben von Krankheiten und Schädlingen verschont, könnt ihr zwischen August und Oktober voll ausgereifte Trauben ernten.

Im Winter brauchen Weinreben noch einmal eure Hilfe: Damit die Wurzeln nicht einfrieren, könnt ihr die Pflanze in Vlies einpacken und den Boden mulchen. Häuft den Mulch oder den Kompost am Haupttrieb etwas an, sodass auch die empfindliche Veredelungsstelle geschützt ist. Geht alles gut, bleibt euch die Weinrebe über Jahre erhalten.

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