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Wohnen | News

Leben im ersten Tiny House Village Deutschlands: Das Buch zum Dorf

Michael Penquitt

Level: Für Alle

In Bayern steht seit 2017 das erste Tiny House Village Deutschlands. Autor Rolf Patrick Ullrich hat nun ein Buch über sein Dorf geschrieben.

Stress! Die Mieten in den deutschen Großstädten steigen ungebremst, der Alltag in den Metropolen wird immer herausfordernder und dann stellen uns auch noch die Streamingdienste im Netz vor eine schier überwältigende Auswahl an Filmen, Serien und Musik. Wir flitzen von Projekt zu Projekt und schließen, mit Ausnahme des nächsten Handyvertrags, am Ende doch nichts ab.

Kein Wunder, dass wir vermehrt nach allem greifen, was Entschleunigung verspricht. Wir meditieren und gehen zum Yoga. Wir versuchen, uns gesund zu ernähren. Wir fahren auch mal mit dem Fahrrad zur Arbeit oder zur Schule. Unterdessen hilft uns Marie Kondo dabei, uns von altem Eigentum zu trennen. Angehende Selbstversorger legen Gemüsebeete im Garten an. Und im Wohnzimmer bringen die Pflanzen des Urban Jungle etwas Ruhe in unser Leben.

Leben im ersten Tiny House Village Deutschlands

Da wundert es niemanden, dass der klassische Traum von einem großen Haus mit großem Grundstück und ebenso großer Verpflichtung in der Tiny House-Bewegung ein winziges Gegenstück findet. Immer mehr Menschen interessieren sich für die häufig mobilen Mini-Häuser. Einige davon setzen den Wunsch in Realität um: Ganz freiwillig verkleinern sie ihr Leben auf maximal 45 Quadratmeter und ziehen, alleine oder mit Partner, in ein Tiny House.

Genau das haben auch Steffi Beck und Philipp Sanders gemacht. Das junge Paar ist nach einer inspirierenden Reise durch die USA 2017 in ein selbst gebautes Tiny House gezogen. Damit war im fränkischen Fichtelgebirge zugleich das erste "Tiny House Village" Deutschlands geboren. Seitdem ist das Dorf auf 20 Häuser angewachsen, die 30 Bewohnerinnen und Bewohner beherbergen.

Das Buch zum Dorf

Einer davon ist Rolf P. Ullrich. Seit Mitte 2018 wohnt er in einem eigenen Tiny House auf dem rund 17.000 Quadratmeter großem Gelände. Mit seiner Weggefährtin, der Findlingshündin Elli, erlebt er dabei allerhand kuriose Geschichten. Der Alltag im Tiny House Village Mehlmeisel ist so außergewöhnlich und herzlich, dass Rolf ihn schließlich verschriftlicht und in Buchform gegossen hat.

Das Buch handelt von einer "großen Fantasie in kleinen Häusern", wie der Autor selbst schreibt. In Tagebucheinträgen dokumentiert er Begegnungen sowie ganze Abende am Lagerfeuer, auf der Bowlingbahn und in der dorfeigenen Kneipe. Nebenbei erfährt der Leser, warum Tiny Houses keine Keller haben. Und wer selbst darüber nachdenkt, in ein Tiny House zu ziehen, bekommt einen guten Eindruck vom Leben auf kleinstem Raum.

Ein Stückchen Freiheit im fränkischen Fichtelgebirge: Im ersten "Tiny House Village" Deutschlands lässt es sich aushalten. © STUDIO DIRK MESSBERGER

"Warum Tiny Houses keine Keller haben: Geschichten aus dem ersten Tiny House Village Deutschlands" von Rolf Patrick Ullrich bekommt ihr als Taschenbuch für 7,99 Euro oder ab dem 12. Juli für 2,99 Euro als E-Book bei Amazon. (Affiliate Link)

Übernachtungen im Tiny House Village

Wer das Tiny-House-Leben am eigenen Leib erfahren möchte, kann an diesen 10 Orten probeweise in Tiny Houses übernachten. Das Tiny House Village Mehlmeisel ist auch dabei.

Und für alle Nordlichter, die nicht mal nebenbei ins Fichtelgebirge fahren können: Schon bald soll in Hannover das größte Tiny-House-Dorf Europas entstehen.

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