Tiny House on Wheels von Alexander Hertel
© Alexander Hertel

Bauen | Homestory

"Rabenstiny": Im Bayerischen Wald könnte eine neue Tiny-House-Siedlung entstehen

Eva Dorothée Schmid

Im Bayerischen Wald will ein 24-Jähriger eine Tiny-House-Siedlung namens "Rabenstiny" errichten. Der Bauausschuss der Gemeinde hat jetzt grünes Licht für das Projekt gegeben. In drei Jahren könnten in Rabenstein zehn Minihäuser stehen.

Der 24-jährige Alexander Hertel, der sich bereits selbst ein eigenes Tiny House gebaut hat, will nun auf einem etwa 3.000 Quadratmeter großen Grundstück in Rabenstein, einem Stadtteil des Luftkurortes Zwiesel im Bayerischen Wald, eine Tiny-House-Siedlung mit zehn Minihäusern bauen. "Rabenstiny" soll das Projekt heißen.

Bis Ende 2022 will Hertel zusammen mit seinem Vater auf dem Grundstück zehn Tiny Houses in Massivholzbauweise errichten. "Ich will die alle selbst bauen", sagt der 24-Jährige im Gespräch mit Wohnglück.de. Anschließend sollen die kleinen Häuser vermietet werden. Hertel hat das Projekt gerade dem Zwieseler Bauausschuss vorgestellt. Die Resonanz war, und das ist durchaus ungewöhnlich, sehr positiv.

Neuer Bebauungsplan für die Tiny Houses

Eigentlich sieht der Bebauungsplan für das Grundstück in Rabenstein ein Einfamilienhaus und ein Doppelhaus vor. Die Mitglieder des Bauausschusses, darunter auch der Bürgermeister, haben allerdings eine Änderung des Bebauungsplans zugunsten von Tiny Houses einstimmig befürwortet.

Nun will Alexander Hertel das Grundstück so schnell wie möglich kaufen. Dazu braucht er eine Bank, die ihm einen Kredit für die Finanzierung gibt. "Sobald ich dann Eigentümer bin, kann ich einen neuen Bebauungsplan erstellen lassen", sagt Hertel. Gibt die Gemeinde dafür ihr Okay, dann steht dem Projekt nichts mehr im Wege. Im April oder Mai 2020 sollen die Bauarbeiten beginnen, so der ambitionierte Plan.

Bis Ende 2020 sollen die ersten drei Tiny Houses stehen, 2021 will Hertel vier weitere bauen und im Jahr darauf die restlichen drei. Es wird zwei Grundrisse geben, für die sich die Mieter entscheiden können. Jedes der 8,50 Meter langen, drei Meter hohen und drei Meter breiten Minihäuser soll rund 22 Quadratmeter Wohnfläche bieten.

Eigentlich arbeitet Hertel als Physiotherapeut, allerdings nur drei Tage die Woche. "In der restlichen Zeit arbeite ich für das Tiny-House-Projekt. Wochenende kenne ich nicht", sagt er.

Keine Stellplätze für Tiny Houses on Wheels

Das erste Häuschen will Hertel selbst bewohnen. Für die anderen hat er auch schon Interessenten. "Das Interesse ist groß. Sobald die Finanzierung steht, werde ich vorläufige Mietverträge abschließen", sagt der Initiator der Tiny House-Siedlung.

Sein erstes Tiny House, das er auf einen Anhänger gebaut hat, wird nicht auf dem Grundstück aufgestellt. Hertel will es verkaufen. Er fände es zwar schön und wünschenswert, wenn auf dem Grundstück individuelle Tiny Houses stehen würden. Um eine Chance auf eine Genehmigung zu haben, hat sich der Initiator aber für eine Kompromisslösung entschieden. "Wir wollten es dem Bauausschuss leicht machen und wir müssen ja erstmal ein Bewusstsein und eine Akzeptanz für das Thema Tiny-House-Siedlung schaffen", sagt er. Noch scheitern in Deutschland viele Tiny-House-Projekte am Baurecht. Baugenehmigungen für die Minihäuser sind schwer zu bekommen.

Grundstück in Rabenstein und Initiator der Tiny-House-Sieldung Alexander Hertel
Auf diesem Grundstück in Rabenstein könnte die Tiny-House-Siedlung Rabenstiny entstehen. © Privat

Die Tiny-House-Siedlung Rabenstiny wird keine Stellplätze für Tiny Houses on Wheels bieten. Die Tiny Houses werden dort fest stehen, sollen aber mit einem Tieflader transportierbar sein. Sie werden auch keine Flachdächer, sondern Satteldächer haben. Bei der von der Gemeinde vorgegebenen Firstrichtung hofft Hertel auf Kompromissbereitschaft. "Die Häuser sollen autark mit Solarstrom versorgt werden. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn die Dächer Richtung Südosten ausgerichtet wären", so Hertel.

Rabenstiny soll auch Gemeinschaftsflächen haben

Auf dem Grundstück plant der Initiator auch einen Schwimmteich, der gleichzeitig als Überlaufbecken bei Starkregen dienen soll und er denkt über einen Pavillon mit Grillstelle für alle Bewohner der Tiny House-Siedlung nach. Eines der zehn Tiny Houses soll als Gästehaus dienen, in dem Hertel und seine Mieter Gäste unterbringen können.

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