Asche wird aus einem Kaminofen mit einer Schaufel und einem Feger entfernt.
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Kaminofen richtig reinigen: Mit diesen Tipps geht's schnell & einfach

Michael Penquitt

Michael Penquitt

Den Kamin zu reinigen gehört zu den wichtigsten Pflichten, wenn ihr einen Kaminofen besitzt. Ein sauberer Ofen ist nicht nur leistungsstärker, sondern wird auch nicht so schnell zur Brandgefahr.

Ein sauberer, frisch geputzter Kamin sieht nicht nur schön aus. Eine regelmäßige Reinigung erhöht auch die Lebensdauer und die Leistung des Kaminofens. Einen schlecht arbeitenden Ofen erkennt ihr zum einen daran, dass er nur sehr langsam heiß wird oder gar nicht erst richtig auf Betriebstemperatur kommt. Zum anderen entsteht möglicherweise unverhältnismäßig viel Ruß. Im Extremfall kann dieser sogar einen Rußbrand verursachen.

Ruß im Kaminofen vermeiden

Rußbildung könnt ihr nicht komplett verhindern, die wird es bei einem Kaminofen in einem gewissen Maß immer geben. Besonders viel Ruß entsteht aber dann, wenn das Brennholz beim Abbrennen etwas zu feucht ist. Das Holz sollte eine maximale Restfeuchte von 20 Prozent aufweisen. Je länger ihr das Holz an einem geeigneten Ort lagert, desto besser brennt das Material.

Außer Holz solltet ihr darüber hinaus im Kamin möglichst nichts anderes verbrennen – also kein Papier und keinen Müll. Bedeutet auch: Das Holz sollte unbehandelt sein, damit keine anderen Rückstände entstehen.

Auch die Luftzufuhr ist ein entscheidender Faktor. Davon hängt ab, wie heiß das Feuer wird und wie gut das Holz verbrennt. Unzureichende oder übermäßige Zuluft kann unterschiedliche Ursachen haben: undichte Rohre, eine falsche Einstellung der Sekundärluftzufuhr oder ein verschmutztes Innenleben. All das kann zu stärkerer Rußbildung beitragen. Deswegen ist es so wichtig, den Kamin regelmäßig gut zu reinigen.

Wie häufig sollte der Kamin gereinigt werden?

Grundsätzlich hängt der Reinigungsturnus davon ab, wie häufig ihr den Kaminofen benutzt. Die Brennkammer und der Aschekasten sollten bei einer häufigen Benutzung im Winter mindestens einmal die Woche geleert und gereinigt werden.

Einmal im Jahr solltet ihr das Rauchrohr reinigen, damit eine ausreichende Luftzufuhr und damit eine saubere Verbrennung sichergestellt ist. Im Rohr entstehen auch die meisten gefährlichen Rußbrände. Empfehlenswert ist diese Reinigung entweder gleich nach der Heizperiode im Rahmen des Frühjahrsputzes oder kurz vor Beginn der Heizperiode im Herbst.

Von außen putzt ihr den Kamin nach Bedarf. Dieser Teil der Reinigung ist in erster Linie kosmetischer Natur, es hängt also ganz von euch ab.

Der Vollständigkeit wegen wollen wir auch die Feuerstättenschau nicht unerwähnt lassen. Darunter versteht man die umfangreiche Prüfung der Heizungsanlage durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger. Die Feuerstättenschau ist Pflicht für alle Kamine, Kachelöfen und sonstige Heizungsanlagen. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie zwei Mal innerhalb von sieben Jahren. Zwischen der Ausstellung der Feuerstättenbescheide müssen jeweils mindestens drei Jahre liegen.

Reinigung des Kaminofens: So geht's

Ehe ihr mit der Reinigung des Kaminofens beginnt, muss dieser ausgeschaltet und vollständig ausgekühlt sein. Außen soll er nicht mehr warm, innen soll keine Glut mehr zu sehen sein. Um den Ofen nicht zu beschädigen, solltet ihr für die Reinigung ausschließlich geeignetes Kaminzubehör und Reinigungsmittel verwenden, die wir im Folgenden vorstellen.

Kamin innen reinigen

Beginnt mit den am leichtesten zugänglichen Teilen des Ofens, wo ihr den gröbsten Schmutz findet: der Brennkammer und dem Aschefach. Wie schon erwähnt, sind das auch die Teile, die ihr am häufigsten reinigen oder zumindest entleeren solltet. Wenn sich allzu viel Asche gesammelt hat, kann es sein, dass die Tür nicht mehr vollständig schließt. Dadurch zieht der Ofen nicht richtig Luft und das Holz brennt schlechter ab.

Teilweise reicht dafür ein Handfeger. Mit einem Schürhaken könnt ihr den Ruß von den Innenwänden abkratzen. Für die gelegentliche gründliche Reinigung und Beseitigung ganz feiner Asche könnt ihr einen Aschesauger* zur Hilfe nehmen. Diese Geräte sind für etwa 40 bis 100 Euro zu haben. Alternativ könnt ihr euch auch für einen etwas preiswerteren Aschefilter entscheiden. Dieser besteht aus einem Fangbehälter und einem Schlauch. Diese Konstruktion dient als eine Art Adapter für euren eigentlichen Staubsauger, den ihr mithilfe des Staubsaugerschlauchs an den Behälter anschließt.

Nicht zu vergessen ist das Ofenrohr: Die Reinigungsöffnung des Rauchabzugs befindet sich am Rauchrohrknie. Darunter legt ihr zunächst Zeitungspapier oder eine andere Unterlage zum Auffangen der Asche. Dann öffnet ihr die Luke. Für die Reinigung des Rohrs solltet ihr am besten eine spezielle Ofenbürste* verwenden. Teilweise sind solche Bürsten auch als Aufsätze für Bohrmaschinen erhältlich, sodass ihr eine besonders gründliche Reinigung erzielt.

Im Zweifelsfall könnt ihr die Teilstücke des Rohrs auseinandernehmen und die Segmente einzeln reinigen. Dafür empfehlen wir jedoch, vorher den gesamten Raum abzudecken und die Hilfe einer zweiten Person in Anspruch zu nehmen.

Kaminscheibe reinigen

Eine der größten Freuden von Kaminofenbesitzern ist das lodernde Feuer zu beobachten. Das wird etwas schwieriger, wenn die Glasscheibe der Ofentür so verrußt ist, dass ihr kaum erkennt, was drinnen vor sich geht. Gleichzeitig erkennt ihr an der Scheibe, ob die Rußbildung sich aktuell in Grenzen hält oder intensiver wird. Doch die Reinigung der Scheibe stellt sich manchmal als echte Herausforderung heraus.

Ihr könnt dafür Spezialreiniger verwenden, in der Regel sind diese aber eher nicht nötig. Um die verrußte Scheibe sauber zu machen, hilft ein alter Haushaltstrick: Zerknüllt etwas Zeitungspapier und feuchtet es ein wenig an. Taucht das Papier in die weiße Asche vom Vortag und reibt damit die verrußte Scheibe ein. Das Glas sollte schnell wieder sauber werden.

Wenn diese Methode etwas zu wünschen übrig lässt, könnt ihr mit einfachem Glasreiniger nachhelfen. Spritzt diesen allerdings nicht direkt auf die Scheibe, sondern auf ein weiches Tuch. Achtet darauf, dass das Reinigungsmittel nicht hinter die Türdichtungen läuft und wischt anschließend mit einem trockenen Tuch nach.

Die Glasscheibe eines Kaminofens wird geputzt.
Für den finalen Glanz könnt ihr die Scheibe des Kaminofens mit handelsüblichem Glasreiniger und einem weichen Tuch putzen. © Getty Images/iStockphoto

Kamin außen reinigen

Viele Kaminöfen sind außen mit einem hitzebeständigen Lack beschichtet. Um diesen nicht zu beschädigen, verzichtet bei der Reinigung des Korpus auf alkohol- oder säurehaltige Reinigungsmittel. Ein feuchtes Tuch reicht in der Regel.

Auch Naturgestein wie Speckstein ist als Material für Kaminöfen sehr beliebt. Mit solchen Materialien solltet ihr in der Pflege noch vorsichtiger umgehen. Ob als Bodenbelag oder Kamin: Naturstein verleiht der Einrichtung eine gewisse Wärme. Sie vertragen allerdings keinen Essig sowie keine tensidhaltigen Reinigungsmittel. Stattdessen findet ihr im Handel spezielle Natursteinreiniger, die den Stein nicht angreifen.

Bei besonders hartnäckigem Schmutz kann auch Schleifpapier zum Einsatz kommen. Hier müsst ihr allerdings äußerst behutsam vorgehen, um die Oberfläche nicht dauerhaft zu beschädigen. Wenn ihr euch unsicher seid, solltet ihr die Finger vom Schleifpapier lassen.

Um gröberen Schmutz zu beseitigen, reicht es ohnehin meistens, die Natursteinoberfläche mit einem rauen, aber trockenen Schwamm oder einer Bürste abzubürsten. Abschließend könnt ihr mit einem feuchten Lappen noch restliche Verschmutzungen wegwischen.

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