Brennholzsammeln im Wald
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Kaminholz sammeln im Wald: Ist das erlaubt?

Eva Dorothée Schmid

Auf dem Waldboden findet man viel Holz, das sich auch dafür eignet, den heimischen Kamin zu bestücken. Doch ist es eigentlich erlaubt, Kaminholz im Wald zu sammeln? Alle Infos, die ihr dazu wissen müsst.

Knapp 100 Euro kostet Kaminholz pro Raummeter im Brennstoffhandel. Besonders nach einem Sturm scheint es verlockend, einfach in den Wald zu marschieren und dort heruntergefallenes Holz zu sammeln. Das ist aber keine gute Idee: Bei Stürmen bleiben immer wieder abgebrochene Äste im Baum hängen, die erst später herunterfallen – es herrscht also Lebensgefahr!

Aber auch rechtlich gibt es Einschränkungen. Unter welchen Umständen das Sammeln von Brennholz erlaubt ist, erklären wir hier.

Am Boden liegendes Holz sammeln

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass jeder Wald – und damit das Holz darin – jemandem gehört. Damit wäre das unerlaubte Einsammeln von Holz für den heimischen Kamin schlichtweg Diebstahl.

Am Boden liegende Äste, Rinde und Holz dürft ihr in Wäldern, die in staatlichem Besitz sind, in geringen Mengen zum Eigengebrauch sammeln. Dieses Holz nennt man auch Leseholz, Raffholz oder Klaubholz.

Das Einsammeln von Leseholz war jahrhundertelang eine wichtige Möglichkeit für ärmere Menschen, sich im Winter Brennmaterial zu beschaffen. Es geht dabei um Holz, das von selbst zu Boden gefallen ist und nicht mehr als zehn Zentimeter Durchmesser hat.

Das Sammeln von Leseholz für den privaten Bedarf ist frei, wenn im entsprechenden Landes- beziehungsweise Gemeindewaldgesetz nichts anderes geregelt ist. Es kann aber sein, dass dort das Holzsammeln auf bestimmten Flächen oder zu bestimmten Zeiten verboten ist oder es Beschränkungen hinsichtlich der Transportmittel gibt, ihr beispielsweise nur mit Handkarren in den Wald ziehen dürft.

Der Freistaat Bayern ist der größte Waldbesitzer in Deutschland. Für den Bayerischen Staatswald gibt es eine Leseholzordnung.

Eigenmächtig Bäume zu fällen, Äste abzuschneiden oder abzureißen, ist dagegen generell verboten.

Kaminholz oder Brennholz sammeln mit Holzsammelschein

Wenn ihr mehr Holz benötigt als "geringfügige Mengen", dann könnt ihr euch an den zuständigen Förster beziehungsweise das Forstamt wenden. Dort könnt ihr einen Holzsammelschein erhalten.

Mit einem klassischen Holzsammelschein dürft ihr im Wald nur Abfallholz sammeln, das bereits am Boden liegt. Eine Motorsäge dürft ihr für die Aufbereitung des Holzes nicht benutzen. Äste und Zweige dürfen nur mit einer Handsäge zerkleinert werden.

Der Holzsammelschein gilt zwischen einem Monat und einem Jahr und nur für ein bestimmtes Waldgebiet. Zwischen März und Mai ist das Sammeln in der Regel nicht erlaubt, um den Nachwuchs der Wildtiere zu schützen. Damit Tiere nicht gestört werden, ist das Holzsammeln auch nur tagsüber gestattet.

Ob und an wen die Erlaubnis vergeben wird, ist von Forstamt zu Forstamt unterschiedlich. Den Holzsammelschein müsst ihr beim Holzsammeln immer mitführen, damit ihr ihn bei Kontrollen durch Förster oder Polizei vorzeigen könnt. Beantragen könnt ihr den Holzsammelschein in der Regel bei eurer Gemeinde oder dem zuständigen Forstamt.

Was kostet ein Holzsammelschein?

Die Gebühren für einen Holzsammelschein liegen meist zwischen fünf und 30 Euro. Es ist aber auch üblich, dass die Forstämter mit euch eine bestimmt Abnahmemenge vereinbaren. Also beispielsweise 15 Raummeter für 200 Euro.

Die gesammelte Holzmenge müsst ihr zunächst an einem Waldweg aufstapeln und der Förster muss sie abnehmen. Je nach Abrechnungsmodell achtet er darauf, dass die in den Holzsammelschein eingetragene Abnahmemenge nicht überschritten wird oder setzt an Ort und Stelle den Preis für das Brennholz fest. Das ist natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden.

Selber Kaminholz sägen im Wald

Statt Kaminholz zu sammeln, könnt ihr es unter bestimmten Voraussetzungen auch selber sägen. Mit dem sogenannten Selbstwerberschein haben Brennholzkäufer auch Zugang zu gefällten Bäumen. Nachdem Interessenten diesen Schein erhalten haben, melden sie ihren Bedarf an Brennholz bei der zuständigen Forstverwaltung an, bekommen ein Waldstück zugewiesen und dürfen die Stämme bis zur vereinbarten Mengengrenze selbst zersägen, sofern sie über einen Motorsägenführerschein verfügen.

Wie ihr diesen bekommt, lest ihr hier:

Das zersägte Holz wird dann zu sogenannten Poltern aufgeschichtet, deren Größe einem Raummeter entspricht. Selbstwerber müssen ihr Holz also in einen Meter lange Scheite sägen. Ein Raummeter dieses Holzes kostet zwischen 25 und 30 Euro – und ist damit deutlich günstiger als das Brennholz im Brennstoffhandel. Allerdings kommen dazu die Kosten für den Kettensägenschein und für die richtige Ausrüstung.

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