Eva Brenner, TV-Star und Kolumnistin bei wohnglück.de
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Wohnen | Statement

Holzarten richtig kombinieren: Grundlagen der Inneneinrichtung mit Holz

Eva Brenner

Level: Für Alle

Holz als natürliches Material liegt im Trend. Wie ihr verschiedene Holzarten richtig kombiniert, so dass ein harmonisches Bild entsteht, erklärt Einrichtungsexpertin Eva Brenner in ihrer aktuellen Kolumne.

Holz ist ein ganz tolles Material. Es ist natürlich. Es ist in unglaublich vielen Farbtönen und Maserungen erhältlich. Und es gibt Räumen eine ganz besonders warme Stimmung, egal ob ich Holz als Bodenbelag habe oder bei den Möbeln als Material einsetze.

Zuviel ist aber auch hier nicht gut. Gerade, wenn es um die Kombination verschiedener Holzarten geht. Das funktioniert zwar, aber ein paar Grundregeln solltet ihr aus meiner Sicht dabei beachten.

Gleicher Farbstich

Was natürlich gut geht, sind gleiche Hölzer, die miteinander kombiniert werden. Aber: Hier kommt es auch auf den gleichen Farbstich an. Eine Rotkernbuche zum Beispiel hat einen rötlichen Stich, eine normale Buche geht eher ins gelbliche. Ist beides Buche, passt die farbliche Kombination aber trotzdem nicht zwangsläufig zueinander.

Bei einem einigermaßen gleichen Farbstich könnt ihr auch unterschiedliche Holzarten gut miteinander kombinieren. Ich habe zum Beispiel bei mir zuhause ein Eichenparkett, im angrenzenden Raum mit offenem Durchgang besteht der Bodenbelag aus Fichten-Dielen. Ich habe damals die Fichte so gebeizt, dass sie dem Eichenton möglichst nahe kommt. Das funktioniert gut. Wenn dann noch ein Sessel dazukommt, der den Farbton in den Stuhlbeinen mit aufnimmt, sieht das toll aus.

Boden, Wand und Decke aus Holz

Zurzeit ist Holz als Gestaltungsmaterial bei Architekten sehr beliebt. Viele planen nicht nur den Fußboden, sondern auch Wände und Decken mit Holz zu belegen. Das hat natürlich nichts mehr mit den klassischen "Nut-und-Feder"-Paneelen zu tun, wie sie in den 1980er Jahren beliebt waren.

Heute wird ganz schlicht gearbeitet, es gibt da diesen "Clean Look", bei dem man fast keine Fuge sieht. Das Gegenteil ist der "Used Look", bei dem alte Planken zum Einsatz kommen. Ein Klassiker, den ich nach wie vor auch sehr schön finde, sind Holzkassetten.

Holz steht sogar als Wand- und Deckenverkleidung wieder hoch im Kurs.

Eva Brenner

Farbton rausnehmen, Maserung erhalten

Hölzer lassen sich natürlich auch lackieren, um sie mit anderen Holzarten zu kombinieren. Ich habe zum Beispiel einen Holzschrank mit einem deckenden Lack grau gestrichen. Den Schrank kann ich auf den Eichenboden stellen, das passt wunderbar. Beim Lackieren geht aber der Charakter des Holzes verloren. Deshalb verwende ich lieber andere Techniken.

Ihr könnt zum Beispiel das Holz kälken, sodass die Oberfläche antikweiß aussieht. Graue Beize oder Holzöl mit weißen Pigmenten sorgen auch dafür, dass ich den Farbton des Holzes fast komplett rausnehme, die Maserung aber erhalte. Der "neutrale" Farbton sorgt dafür, dass ich die unterschiedlichsten Holzarten miteinander kombinieren kann – und das Holz als solches noch zu erkennen ist.

Optische Trenner, wenn Holz auf Holz trifft

So schön er auch ist, ein Holzboden ist natürlich ziemlich dominant. Da gibt es dann im wahrsten Sinne des Wortes viele "Berührungspunkte". Zum Beispiel mit Tischbeinen, Stühlen, Sesseln. Wenn sich hier nicht der gleiche Farbton verbinden lässt, solltet ihr diese Berührungspunkte optisch trennen. Zum Beispiel durch einen Teppich in einer neutralen Farbe. Oder durch weiße Stuhlbeine. Oder durch Sesselfüße, die am Ende aus Metall sind.

Das ist natürlich immer eine Geschmacksache. Aber das Auge wird ein wenig abgelenkt, wenn ihr nicht mehr die direkte Verbindung von Holz auf Holz habt.

Gegensätzliche Verlegerichtungen vermeiden

Habe ich neulich erst gesehen: Ein schöner Dielenbelag aus Holz, in Längsrichtung verlegt. Quer dazu wurde dann die Decke vertäfelt. Obwohl hier Holz und Farbton gut aufeinander abgestimmt waren, hat es nicht gepasst. Die Ausrichtung der Zuschnitte und der Verlauf der Maserung, auch das muss stimmig sein. Einmal längs, einmal quer – das ist für das Auge nur verwirrend.

Königsdisziplin: Kleinmöbel aus Holz mixen

Ihr könnt kleinere Möbel aus den unterschiedlichsten Hölzern auch miteinander arrangieren. Hier ein Beistelltisch, dort eine Lampe mit Holzfuß, dazu eine Säule, auf der noch was drauf steht – das ist für mich schon die "Königsdisziplin". So einen Stilmix stimmig zu gestalten, das ist wirklich nicht einfach. Es funktioniert auch nur in einer möglichst neutralen Umgebung. Hier sollte es nach Möglichkeit kein Holz-, sondern ein Teppichboden sein. Auch viele Textilien drumherum unterstützen den Einrichtungsmix.

Wie gesagt: Ich finde das natürliche Material Holz ganz toll bei der Inneneinrichtung. Wenn ihr es nicht übertreibt und bei der Kombination von Holzarten ein kritisches Auge habt, dann ist die Kombination aus Gemütlichkeit und natürlicher Eleganz kaum zu überbieten.

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