Wohn-/Esszimmer mit Galerie und einem Eichen-Parekttboden.
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Wohnen | Statement

Helles Holz: Einrichten mit heimischen Hölzern

Eva Brenner

Eva Brenner

Heimische, helle Hölzer bieten unzählige Einrichtungsmöglichkeiten. Wenn ihr es gern heller habt und skandinavisches Flair liebt, dann hat Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner ein paar schöne Anregungen.

Holz ist mein Lieblingswerkstoff , denn Haptik, Optik und sogar der Duft regen die Sinne an. Aber Holz ist kostbar geworden. Bei Nadelschnittholz hat die Pandemie durch erhöhte Nachfrage im Ausland, den Bauboom und gleichzeitig einem hohen Schädlingsbefall der heimischen Nadelhölzer die Preise innerhalb des letzten Jahres um fast 100 Prozent in die Höhe getrieben. Aber auch wenn Holz seinen Preis hat – dieses Material ist für mich unverzichtbar für ein behagliches und wohnliches Zuhause.

Heimische Hölzer? Welche waren das noch gleich?

Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen Nadelhölzern und Laubhölzern. Die offensichtlichen Unterschiede zwischen den beiden Baumarten sind bei Nadelbäumen die nadelförmigen Blätter, wohingegen Laubbäume größere, flache Blätter aufweisen.

Zudem sind Nadelbäume (mit Ausnahme der Lärche) immergrün, während Laubbäume ihre Blätter im Herbst abwerfen. Auch die Eigenschaften des Holzes betreffend gibt es Unterschiede zwischen den Baumarten. Nadelhölzer sind aufgrund des Aufbaus zumeist leichter und weicher als Laubhölzer. Daher eignen sich Nadelhölzer ideal als Bauholz.

Zu den Nadelhölzer zählen Douglasie, Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne. Heimische Laubhölzer sind Ahorn, Birke, Buche, Eiche, Linde, Esche und Pappel.

Einrichten mit heimischen Hölzern

Grundsätzlich hat das Material Holz ein riesiges Potenzial und ist aus der Innenraumgestaltung unmöglich wegzudenken. Selbst wenn wir die konstruktiven Möglichkeiten, die Holz bietet, außer Acht lassen: Mit Holz gibt es zahlreiche, wundervolle Gestaltungsmöglichkeiten.

Angefangen beim Parkett über Leisten und Einbauelemente bis hin zu Mobiliar, Dekoration und Leuchten. Selbst bei einem vermeintlich fertigen Raum könnt ihr durch Holz zum Beispiel durch Holzpaneele, Trennwände oder Wandverkleidungen noch Optimierungen im Innenraum vornehmen.

Hier also ein kleiner Exkurs über heimische Hölzer, ihre Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten.

Wohn-/Esszimmer mit Galerie und einem Eichen-Parekttboden.
Eichenparkett macht auch in einem aufgehelltem Farbton einen edlen Eindruck. © MeisterWerke

Heimische Nadelhölzer: Für drinnen und draußen geeignet

Douglasie

Douglasienholz eignet sich optimal als Parkett. Wer es noch heller und dezenter mag, kann das Holz aufhellen. Dafür gibt es spezielle Weichholzlaugen. Ihr könnt diesen Effekt auch mit Wasserstoffperoxid erzeugen. Achtet dabei aber immer auf Schutzkleidung und probiert den Effekt immer erst auf einem Probeholzstück aus.

  • mittelschwer, hart
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: Dachkonstruktionen, Fenster, Türen, Baukonstruktionen, Treppen, Parkett. Verwendung ähnlich der Fichte

Douglasie eignet sich aber nicht nur drinnen super für den Fußboden, sondern auch auf der Terrasse in Form von Terrassendielen. Eine echte Alternative zu tropischen Hölzern!

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Fichte

Fichte ist ein wahrer Alleskönner und sehr begehrt. Der rustikale Charakter des Holzes schafft bei nachträglich hinzugefügten Holzsparren oder Einbauelementen einen Ort der Behaglichkeit.

  • mittelschwer, geringe Dichte, weich
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: als Konstruktionsholz, Dachkonstruktionen, tragende Wände, Wandbekleidungen, Holzwerkstoffe, Papier
Wandverkleidung aus gedämpfter Fichte.
Wandverkleidung aus gedämpfter Fichte (gesehen bei trumerholz.com). © trumerholz.com

Besonders im Kontrast zu der draußen befindlichen Winterwelt schafft das Fichtenholz, welches das Fenster wunderbar umschmeichelt, Wohlfühlatmosphäre.

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Wer über eine Sauna nachdenkt, sollte Fichtenholz auf jeden Fall auch in Erwägung ziehen. Denn durch die hohen Temperaturschwankungen in einer Sauna arbeitet das Holz stärker als normal und die Eigenschaften der Fichte sind da optimal.

Kleiner Weihnachtsbaumexkurs: Tatsächlich sind die meisten Weihnachtsbäume bei uns speziell dafür gepflanzte Nordmanntannen. Man geht von etwa 75 Prozent aus. Direkt danach folgen Fichte, Rotfichte und Blaufichte.

Kiefer

Kiefernholz ist der zweite Allrounder unter den genannten Holzarten. Besonders im Möbelbau findet Kiefernholz hohen Anklang und auch bei der Industrie wird auf das preiswerte Holz zurückgegriffen, um Kisten oder Paletten herzustellen.

  • mittelschwer, mittelhart
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: Türen, Fenster, Wandverkleidungen, Möbelbau, Konstruktionen, Gartenmöbel, Zäune, Sperrholz, Papier

Lärche

Die Nutzung von Lärchenholz ist ähnlich der von Kiefernholz, wobei Lärchenholz eine höhere Dichte aufweist und dadurch noch besser für den Außenbereich geeignet ist.

  • sehr schwer und sehr hart
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: Konstruktionsholz für den Innen- und Außenbereich, Fenster, Türen, Fußböden, Möbel, Vertäfelungen
Hausfassade mit Lärchenholz-Verblendung
Lärche wird auch gern als Fassadenverkleidung verwendet. © Getty Images/iStockphoto

Heimische Laubhölzer: Mehr als nur für den Boden geeignet

Ahorn

Ahorn ist von Natur aus besonders hell und wird gerne zu Kinderspielzeug verarbeitet. Gerne wird Ahornholz auch mit anderen Hölzern kombiniert, um einen schönen Farbkontrast zu erzeugen.

Kombiniert man helle Hölzer wie Ahorn mit Eichenholz, ersteht ein intensiver, spannender Kontrast. Die beiden Hölzer lassen sich aufgrund ähnlicher Eigenschaften gut zusammen verarbeiten.

  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: ausschließlich im Innenbereich, Möbel, Parkett, Musikinstrumente, Spielzeug, Küchenutensilien

Birke

Abgesehen von der in einigen Regionen Deutschland verbreiteten Tradition des Maibaums, bei welchem Birken mit Bändern bunt verziert werden, hat das Birkenholz als Massivholz in Deutschland relativ wenig Anwendungsbereiche. In skandinavischen Ländern wird die Birke ähnlich wie Buchenholz verwendet. In Deutschland wird Birkenholz gerne bei Drechselarbeiten benutzt. Alternativ kann man die Birkenstämme direkt zu Möbeln oder Raumteilern verarbeiten.

  • leicht, mittelhart
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: Furniere, Sperrholz, Möbelbau, Brennholz

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Buche

Wir alle kennen Buche-Optik wahrscheinlich als das "klassische Laminat". Buche als Optik bei Möbeln oder Innenausbauelementen ist aus der Mode gekommen. Die Rotbuche ist da spannender, denn sie hat eine besondere, stärkere Maserung und Färbung, daher auch ihr Name.

Ansonsten empfinde ich Buchenholz persönlich als langweilig und charakterlos. Dennoch ist Buchenholz(optik) immer noch bei Massenware und günstigen Möbeln zu finden und dann meist auch noch imitiert. Oft landet die massive Buche bei uns unter dem Messer, in Form von Schneidebrettchen oder als Leimholzplatte als Küchenarbeitsplatte.

  • sehr hart
  • Verarbeitung: gut, arbeitet jedoch stark, lässt sich gut biegen
  • Anwendungsbereiche: Möbelbau, Fußböden, Spielzeug, Brennholz, Papier
Wald mit Buchenbestand und Holzstapel.
Die Buche ist mit circa 15 Prozent der Waldfläche die wichtigste Laubbaumart Deutschlands. © Getty Images/iStockphoto/deyanarobova

Esche

Eine herausstechende Eigenschaft von Eschenholz ist, dass das Holz enorm strapazierfähig ist. Deswegen wurden Kutschen früher zum Großteil aus Eschenholz gefertigt. Also, wenn ihr mal was braucht, das besonders stabil sein muss, denkt an Eschenholz.

  • sehr schwer, sehr hart
  • Verarbeitung: gut
  • Anwendungsbereiche: Werkzeugstiele, Sportgeräte, Furniere, Fußböden
Ein mit Eschelaminat verlegter Flur im großen Eingangsbereich eines Hauses.
Bei diesem Boden handelt es sich um ein Laminat mit der Produktbezeichnung "Esche arcticweiß". © MeisterWerke

Robinie

Das Holz der Robinie kann ohne großartige Bearbeitung im Außenbereich angewendet werden und ist daher für dekorative Elemente im Garten, aber auch für Terrassendielen und Spielplätze, sehr beliebt. Die Gestaltungsmöglichkeiten im Garten reichen von Pergola über Diele bis hin zu Sichtschutzwänden.

  • elastisch, sehr hart
  • Verarbeitung: mittelmäßig
  • Anwendungsbereiche: Außenbereich Garten und Landschaftsbau, Kinderspielplätze, Treppen und Fußböden

Weißeiche

Hochwertige Möbel werden aus Eichenholz gefertigt, man unterscheidet noch zwischen Weißeiche und Roteiche. Vom Namen abgeleitet kann man das Holz optisch unterschieden. Auch Parkett gibt es in behandelter Eiche.

  • mittelschwer, sehr hart
  • Verarbeitung: sehr gut, witterungsbeständig
  • Anwendungsbereiche: Werkzeuge, Massivholzmöbel, hochwertige Treppen, Fenster, Türen, Vertäfelungen, Parkett

Welches heimische Holz ist das beste?

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die eine Holzart gibt es nicht. Die Hölzer unterschieden sich in ihrem Erscheinungsbild, der Dichte und Stabilität und somit in der Eignung entsprechend der Nutzung.

So würde man niemals ein hochwertiges Eichenholz verwenden, um eine Holzunterkonstruktion zu bauen, die ohnehin niemand sieht. Dafür ist das Material einfach zu teuer. Für welches Holz man sich letzten Endes entscheidet, sollte primär eine Frage der Ästhetik in Kombination mit dem Kostenfaktor sein.

Landhausdielen, Modell "Almfeuer", verlegt in einem Dachgeschoss.
Rustikal: Mit Landhausdielen (hier das Modell "Almfeuer") lässt sich ein urig-gemütliches Ambiente erzeugen. © MeisterWerke

Übrigens: Ein Parkettboden hält gut und gerne bis zu 40 Jahre – ein aus Hartholz gefertigter Dielenboden auch 100 Jahre oder länger. Da solltet ihr keine Kompromisse eingehen.

Was tun, wenn es doch ein dunkles Holz sein soll?

Helle Hölzer haben eine leichte, natürliche Optik, die dennoch Wärme ausstrahlt. Umso besser, wenn das Holz aus der näheren Umgebung stammt.

Wenn es dann doch mal ein dunkles Holz sein sollte, könnt ihr euch ja immer noch überlegen, für welchen Zweck das Holz dunkel sein soll. Sollen es zum Beispiel lediglich die Möbelfüße sein, um sich besser in die vorhandene Farbigkeit des Raumes einzufügen, solltet ihr dennoch heimische Hölzer in Erwägung ziehen.

Es gibt auch schöne, dunkle Hölzer wie zum Beispiel Nussbaum. Oder ihr könnt die genannten hellen Hölzer durch etliche Verfahren dunkel erscheinen lassen, etwa durch Flämmen, Lackieren, Ölen oder Beizen.

Übrigens: Wenn ihr noch mehr über heimische Hölzer wissen wollt, empfehle ich euch das Infoportal des deutschen Holzfachhandels.

Ihr sucht noch weitere Einrichtungstipps? Dann schaut euch doch gern auch Eva Brenners Ideen für die Wandverkleidung an. Oder lasst euch von ihr zeigen, welche Badarmaturen gerade angesagt sind. Und schaut gern auch in die weiteren Kolumnen unserer Autorin. Ihr findet diese in unserer großen Übersicht:

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