Kaufen | Ratgeber
Gebäudeversicherung Kosten: Was kostet die Versicherung eines Gebäudes?
- Was ist eine Gebäudeversicherung?
- Ab wann benötigt ihr eine Gebäudeversicherung?
- Wann Gebäudeversicherung abschließen?
- Wer zahlt die Gebäudeversicherung?
- Was kostet die Gebäudeversicherung?
- Was kostet die Gebäudeversicherung pro Quadratmeter?
- Wie hoch sollte die Gebäudeversicherung sein?
- Wie berechnet ihr die Gebäudeversicherung?
- Wann zahlt die Gebäudeversicherung einen Wasserschaden?
Wenn eine Wasserleitung platzt, das Dach undicht ist oder es im wahrsten Sinne des Wortes brennt, greift die Gebäudeversicherung. Im Ernstfall kann sie die finanzielle Existenz von Immobilieneigentümern retten. Doch wie hoch sind die Kosten einer Gebäudeversicherung? Und welche Versicherungssumme sollte sie abdecken? Hier erhaltet ihr einen Überblick.
Was ist eine Gebäudeversicherung?
Die Gebäudeversicherung versichert Eigentümer gegenüber Schäden an Haus und Wohnung. In den Basistarifen werden die folgenden Schadensfälle abgesichert:
- Feuer (Brände, Blitzschlag, Implosionen oder Explosionen)
- Leitungswasser (Wasserschaden)
- Sturm ab Windstärke 8
- Hagel
Neben eurem Haus werden diese weiteren Bereiche mitversichert:
- Garagen und Carports
- Wintergärten und Terrassen
- Gartenhäuser und Geräteschuppen
Vereinbart ihr zusätzlich einen Elementarschutz, wird das Haus auch gegen Schäden durch Starkregen, Hochwasser, Rückstau, Erdrutsche, Erdbeben und Lawinen abgesichert. Je nach Region und Lage des Hauses ist dieser zusätzliche Schutz empfehlenswert. Mehr über den Elementarschutz lest ihr hier.
Was die Wohngebäudeversicherung noch absichert und in welchen Situationen sie nicht greift, lest ihr außerdem in diesem Artikel.
Doch was kostet die Gebäudeversicherung? Oder: Wie viel muss sie sogar kosten, damit eure Immobilie nicht unterversichert ist? Diese Frage klären wir in diesem Artikel.
Ab wann benötigt ihr eine Gebäudeversicherung?
Ist die Gebäudeversicherung überhaupt nötig oder könnt ihr euch die Kosten sparen? In Deutschland lieben wir bekanntlich Versicherungen. Gäbe es eine Versicherung, die greift, wenn keine passende Versicherung vorhanden ist – wir würden sie abschließen.
Die Gebäudeversicherung ist jedoch wichtig – auch wenn es keine gesetzliche Pflicht gibt, diese abzuschließen. Im Schadensfall bewahrt sie euch vor dem finanziellen Ruin. Schäden an eurer Immobilie könnten viele (Hundert)Tausende Euro an Reparaturen kosten.
Der Versicherungsbeginn wird vertraglich festgelegt. Prinzipiell ist das Datum frei wählbar. Der Versicherungsschutz sollte bestenfalls direkt mit der Eintragung ins Grundbuch beginnen – also mit der offiziellen Eigentumsübertragung einer Immobilie.
Besteht beim Haus- oder Wohnungskauf bereits eine Gebäudeversicherung, wird diese automatisch übernommen. So entsteht keine Versicherungslücke. Der Eigentümerwechsel muss dem Versicherer im Vorfeld jedoch mitgeteilt werden.
In der Regel erhaltet ihr als neue Eigentümer ein Sonderkündigungsrecht. Dann könnt ihr euch entscheiden, ob ihr die bestehende Versicherung langfristig übernehmt oder den Anbieter wechselt. Durch den Preisvergleich verschiedener Anbieter könnt ihr Kosten bei der Gebäudeversicherung sparen. Beachtet dabei auch die Gebäudeversicherung-Testsieger. Wichtig ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit einem umfassenden Versicherungsschutz.
Wann Gebäudeversicherung abschließen?
Ist keine Gebäudeversicherung vorhanden, schließt diese am besten noch vor dem Grundbucheintrag ab. Als Versicherungsbeginn kann das Datum der Grundbucheintragung gewählt werden. Beim Neubau eines Hauses sollte die Versicherung am Datum eures Einzugs greifen.
Bevor das Haus fertiggestellt ist, greift die Bauleistungsversicherung. Welche Versicherungen Bauherren benötigen, lest ihr hier.
Welche weiteren Versicherungen sind ein Muss für Eigentümer? In diesem Artikel erhaltet ihr einen Überblick.
Welche Versicherungen dagegen für Mieter sinnvoll sind, lest ihr hier. Spoilerwarnung: Eine eigene Gebäudeversicherung für Mieter ist unnötig – dafür ist euer Vermieter als Eigentümer zuständig. Euer Vermieter kann die Kosten der Gebäudeversicherung jedoch als Betriebskosten auf euch umlegen.
Wer zahlt die Gebäudeversicherung?
Die Kosten der Gebäudeversicherung trägt der Eigentümer einer Immobilie. Beim Verkauf einer Immobilie geht eine bestehende Gebäudeversicherung mit der Eintragung im Grundbuch auf den neuen Eigentümer über. So entsteht keine Versicherungslücke.
Der Versicherungsanbieter muss jedoch über den Eigentümerwechsel informiert werden. Die sogenannte Veräußerungsanzeige erfolgt durch ein formloses Schreiben. Der alte Eigentümer kann den Versicherungsanbieter direkt nach dem Unterschreiben des notariellen Kaufvertrags über den anstehenden Wechsel informieren.
Mit der Eintragung ins Grundbuch seid ihr für die Kosten der Gebäudeversicherung verantwortlich. In der Regel könnt ihr eine bestehende Gebäudeversicherung innerhalb
von 30 Tagen nach Grundbucheintrag kündigen. Versäumt ihr diesen Zeitraum, ist eine Kündigung zum Ablauf des Versicherungsjahres möglich.
Mieter tragen die Kosten der Gebäudeversicherung indirekt: Euer Vermieter kann die Kosten als Betriebskosten auf euch umlegen. Es handelt sich bei den Wohngebäudeversicherungskosten um umlagefähige Kosten.
Was kostet die Gebäudeversicherung?
Die Kosten der Gebäudeversicherung ist von vielen Faktoren abhängig. Jährliche Kosten schwanken zwischen 140 Euro für einen absoluten Basisschutz bis zu 800 Euro und mehr für eine umfassende Police. Durchschnittlich liegen die Kosten bei um 200 Euro im Jahr.
Diese folgenden Faktoren spielen bei den Kosten der Gebäudeversicherung eine Rolle:
- Baujahr
- Lage
- Größe des Hauses
- Wert des Hauses
- Nebengebäude
- Abgesicherte Faktoren, zum Beispiel zusätzliche Deckung von Elementarschäden
- Bauartklasse
- Versicherungssumme
Vereinbart ihr einen zusätzlichen Elementarschutz, fallen die Kosten für die Gebäudeversicherung spürbar höher aus. Die Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter stark, da die Versicherer unterschiedliche Statistiken zur Risikoeinschätzung nutzen. Der Vergleich verschiedener Anbieter kann sich also lohnen.
Damit ihr für Schadensfälle gut abgesichert seid, sollte die Versicherungssumme mindestens den Neubauwert der Immobilie abdecken – eine Unterversicherung könnte euch im Schadensfall teuer zu stehen kommen. Eine Überversicherung der Immobilie ist dagegen nicht notwendig.
Was kostet die Gebäudeversicherung pro Quadratmeter?
Die Kosten der Gebäudeversicherung sind von den oben genannten Faktoren wie der Größe des Hauses, dem Baujahr und mitversicherten Nebengebäuden abhängig. Da viele Faktoren von den Kosten abhängig sind, ist der reine Preis pro Quadratmeter für die Gebäudeversicherung nicht sehr aussagekräftig. Die Kosten pro Quadratmeter können zwischen einem und zehn Euro oder mehr pro Quadratmeter schwanken.
Wie hoch sollte die Gebäudeversicherung sein?
Die Gebäudeversicherung sollte so hoch sein, dass die Versicherungssumme im Falle eines kompletten Verlusts des Hauses den kompletten Wiederaufbau inklusive Aufräumarbeiten abdeckt. Für die Berechnung der Versicherungssumme der Gebäudeversicherung wird ein fiktiver Wert herangezogen: der Wert 1914.
1914 war das letzte Jahr, in dem die deutschen Baupreise stabil waren und die Währung durch Goldreserven gedeckt wurde. Durch die folgende Hyperinflation stiegen die Baupreise sprunghaft an. Im Versicherungswesen wird der Wert von 1914 noch heute genutzt.
Mithilfe des aktuellen Baupreisindex des Statistischen Bundesamts lässt sich dieser Wert auf jedes Jahr umrechnen. Für den Verkauf einer Immobilie ist dieser Wert nicht relevant. Der tatsächliche Verkehrswert eines Hauses oder einer Wohnung kann je nach Ausstattung und Lage über oder unter dem Versicherungswert liegen.
Zusätzlich beeinflussen die folgenden Faktoren die Höhe der Versicherungssumme:
- Bauausführung
- Wohnfläche
- Sonderausstattung
- Nebengebäude
Und es wird noch etwas komplizierter: Damit der Wiederaufbauwert eurer Immobilie im Schadensfall komplett gedeckt wird, ziehen Versicherer in der Regel den gleitenden Neuwertfaktor heran. Dieser wird durch die folgende Formel berechnet:
(Wert 1914 * aktueller Baupreisindex) / 100 = Neuwert in Euro
Durch den gleitenden Neuwert passt sich die Versicherungssumme automatisch der aktuellen Preisentwicklung an und verhindert eine Unterversicherung der Immobilie.
Wie berechnet ihr die Gebäudeversicherung?
Die Gebäudeversicherung-Kosten werden von den Versicherungsanbietern sehr unterschiedlich berechnet. Zur Risikoeinschätzung ziehen Anbieter unterschiedliche Statistiken heran, es gibt regional große Preisunterschiede.
Wir empfehlen euch, unterschiedliche Angebote einzuholen und diese zu vergleichen – sowohl die Preise als auch den Umfang des Versicherungsschutzes. Es gibt Policen, die neben dem Basisschutz und dem Elementarschutz auch Vandalismus absichern.
So können Schäden an Türen oder Fenstern durch Einbrüche von der Gebäudeversicherung abgedeckt werden. Die Hausratversicherung übernimmt dagegen den Wiederbeschaffungswert der gestohlenen Gegenstände.
Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Versicherung ist, dass Türen und Fenster zur Zeit des Einbruchs abgeschlossen waren. Wie ihr euch gegen Einbrüche versichert, lest ihr hier.
Wann zahlt die Gebäudeversicherung einen Wasserschaden?
Die meisten Wohngebäudeversicherungen leisten bei Wasserschäden – beispielsweise bei einem Rohrbruch, einem Frostschaden oder einem undichten Dach. Je nach Ort und Ursache des Schadens könnte aber auch die Hausratversicherung oder die Haftpflichtversicherung greifen.
Eine Ausnahme bilden Schäden durch Starkregen oder Überschwemmungen. Die Kosten dieser Schäden übernimmt die Gebäudeversicherung nur, wenn ein zusätzlicher Elementarschutz in der Versicherungspolice aufgenommen wurde.