Vermieter übergibt Mietern Wohnungsschlüssel
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Wohnen | Ratgeber

Welche Versicherungen für Vermieter sinnvoll sind

Eva Dorothée Schmid

Level: Für Einsteiger

Ihr vermietet eine Einliegerwohnung oder habt ein Mehrfamilienhaus? Wir sagen euch, welche Versicherungen für Vermieter unverzichtbar sind und welche ihr eher nicht braucht.

Es besteht in Deutschland keine Pflicht für Vermieter, bestimmte Versicherungen abzuschließen. Dennoch gibt es einige Versicherungen, die empfehlenswert sind, da sie große finanzielle Risiken abdecken können.

Wir haben den unabhängigen Versicherungsberater und Präsidenten des Bundesverbands der Versicherungsberater (BVVB) Harald Peschken gefragt, welche Versicherungen für Vermieter sinnvoll sind und geben euch hier einen Überblick, welche Versicherungen Vermieter in Betracht ziehen sollten.

Wohngebäudeversicherung: Ein Muss für jeden Eigentümer

Die Wohngebäudeversicherung ist für alle zu empfehlen, die eine Immobilie besitzen. Sie springt ein, wenn eure Immobilie durch Feuer, Sturm, Hagel oder Wasserschäden beschädigt oder zerstört wird. Die Kosten für die Wohngebäudeversicherung könnt ihr übrigens als Betriebskosten auf die Mieter umlegen.

Haftpflichtversicherungen für Vermieter

Eine Haftpflichtversicherung benötigt ebenfalls jeder Immobilienbesitzer. Während bei selbstbewohnten Häusern die private Haftpflichtversicherung ausreicht, benötigen Vermieter eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Diese schützt euch vor Schadensansprüchen bei Unfällen im Zusammenhang mit eurem Haus oder dem Gemeinschaftseigentum. Wenn ihr als Eigenheimbesitzer allerdings nur einzelne Zimmer vermietet oder euer Zuhause ab und an als Ferienhaus anbietet, dann reicht eure private Haftpflichtversicherung aus.

Gut zu wissen: Auch die Kosten für die Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung könnt ihr über eindeutige vertragliche Regelungen im Mietvertrag gemäß § 2 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) auf die Mieter umlegen. Allerdings müsst ihr diese Kosten innerhalb der Nebenkostenaufstellung für den Mieter nachvollziehbar aufführen.

Wenn ihr mehrere Wohnungen auf unterschiedlichen Grundstücken vermietet, dann braucht ihr für jede Wohnung eine eigene Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung.

Überflutete Küche
Ist die vermietete Wohnung wegen eines Wasserschadens nicht mehr bewohnbar, dann springt die Versicherung ein. © Getty Images/iStockphoto

Wenn ihr eine Eigentumswohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einer Eigentümergemeinschaft vermietet, dann schließt der Verwalter eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht-Versicherung ab und legt die Kosten auf alle Eigentümer um. Ihr solltet allerdings beachten, dass der Versicherungsschutz der Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung nur im Bereich des Gemeinschaftseigentums greift.

Kommt es in eurer Wohnung, also im Sondereigentum, zu einem Schaden, dann haftet ihr als Vermieter. Das kann ein Brand sein, der durch ein fehlerhaftes Küchengerät aus der mitvermieteten Einbauküche verursacht wird. Oder es löst sich ein Teil der Deckenverkleidung und verletzt den Mieter oder einen seiner Besucher. Die Haftung, die sich aus der Vermietung von Wohnungen ergibt, kann bereits durch eure private Haftpflichtversicherung abgedeckt sein. Wenn nicht, dann könnt ihr sie in der Regel gegen einen Beitragsaufschlag mit einschließen.

Es kann allerdings sein, dass der Schutz nur für eine vermietete Einliegerwohnung oder nur bis zu einem bestimmten Mietpreisvolumen gilt. In solchen Fällen ist eventuell der Abschluss einer gesonderten Wohnungs-Haftpflichtversicherung sinnvoll.

Rechtschutzversicherung für Vermieter

Rechtsstreitigkeiten über Mieterhöhungen oder die Rückzahlung einer Kaution kommen immer mal wieder vor. Hier greift eine Vermieterrechtsschutz-Versicherung. Ob ihr sie abschließt oder nicht, ist Geschmackssache. "Ich würde sie dann empfehlen, wenn ihr viele Wohnungen vermietet", sagt Versicherungsberater Harald Peschken. Wenn ihr Erfahrung als Vermieter habt und eure Mieter mit entsprechender Sorgfalt ausgewählt habt, dann werdet ihr diese Versicherung bei korrektem Verhalten eher nicht benötigen.

Mietausfall versichern

Wenn eine Wohnung zum Beispiel wegen eines Wasserschadens einige Zeit lang nicht bewohnbar ist, dann hat der Mieter das Recht, die Miete zu reduzieren oder die Zahlung ganz einzustellen. In der Gebäudeversicherung ist der Mietausfall wegen eines Schadens abgedeckt, aber das gilt nur für den Wohnbereich, sagt Harald Peschken.

Wenn ihr in eurer Immobilie Gewerberäume vermietet, dann ist es sinnvoll, dass ihr euch gegen einen Mietausfall in Folge eines Schadens absichert.Vor allem, wenn ihr die vermietete Immobilie stark finanziert habt und auf die Mieteinnahmen angewiesen seid. Damit die Finanzierung nicht zusammenbringt, ist eine Mietausfallversicherung ratsam.

Daneben bieten einzelne Versicherungen wie die Rheinland-Rion auch Mietnomaden-Versicherungen an. Mietnomaden mieten Wohnungen an, in der Absicht, nie die Miete zu zahlen und hinterlassen häufig Chaos und Zerstörung, wenn sie schließlich per Gerichtsentscheid zum Auszug gezwungen werden. Diese Versicherungspolicen kosten viel Geld. Die Kosten lassen sich nicht auf die Mieter umlegen. Außerdem sind die späteren Schadenersatzleistungen begrenzt. Am besten schützt ihr euch als Vermieter, indem ihr Mietinteressenten selbst genau überprüft.

Welche Versicherungen Vermieter auf Mieter umlegen können

Die gute Nachricht für Vermieter: Viele der Versicherungen für Vermieter könnt ihr als Betriebskosten auf die Mieter umlegen. Dazu zählen die

  • Wohngebäudeversicherung
  • Elementarschadenversicherung
  • Gebäudehaftpflichtversicherung
  • Glasversicherung
  • Fahrstuhlhaftpflichtversicherung
  • Gastankhaftpflichtversicherung.

Nicht umlegbar sind dagegen

  • Reparaturversicherungen
  • Rechtsschutzversicherungen
  • Gebäudehausratversicherungen
  • Privathaftpflichtversicherungen
  • Mietausfallversicherungen.

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