junge Frau schneidet Hecke
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Wohnen | Pro/Contra-Liste

Fertighecke im Garten: Lohnt sich eine Hecke am laufenden Meter?

Katharina Schneider

Hecken bieten Sichtschutz, sind Dekoration und teilen den Garten natürlich in verschiedene Bereiche. Doch es vergehen oft Jahre, bis die Pflanzen hoch und dicht genug gewachsen sind, um eine ordentliche Hecke zu bilden. Der Fachhandel bietet daher die sogenannte Fertighecke an. Für wen dieses Modell lohnt, lest ihr hier.

Für die meisten Gartenfreunde gehört eine Hecke zum kleinen grünen Glück dazu: Sie bietet Sichtschutz, Ruhe, ist Dekoration, dient der Einfriedung des Grundstücks und bietet – je nach Pflanze – auch Vögeln und Insekten eine Nahrungsquelle. Aber: Bis eine Hecke zu einer ordentlichen "Wand" heranwächst, dauert es oft Jahre. Doch der Fachhandel bietet eine Möglichkeit für alle, die keine Hecke haben und schnell einen ausreichend hohen Sichtschutz haben wollen: die sogenannte Fertighecke oder Hecke am laufenden Meter.

Sie ist seit einigen Jahren im Fachhandel vor Ort oder online zu kaufen und besteht in der Regel aus fertigen Modulen, die schnell und unkompliziert aufgebaut werden können. Wir erklären euch alles, was ihr über Fertighecken wissen müsst und sagen, für wen sich die Hecke am laufenden Meter lohnt.

Einsatzgebiete von Fertighecken

  • Einfriedung des Grundstücks: Hecken stellen eine natürliche Grenze zum Nachbargrundstück dar, Fertighecken bieten hier schnell eine gewisse Schutzfunktion.
  • Sichtschutz für die Terrasse: Eine dicht gewachsene Hecke schützt zuverlässig vor neugierigen Blicken.
  • Windschutz: Auch vor Windböen können Hecken schützen.
  • Fassadenbegrünung: Vorkultivierte Hecken sind auch für die Begrünung von Fassaden geeignet. Dafür brauchen sie allerdings entsprechende Befestigungssysteme. Sie können so auch eine lärm- und wärmedämmende Funktion haben.
  • Gestaltungselement: Mit fertigen Heckenelementen könnt ihr schnell bestimmte Bereiche – zum Beispiel Gemüsebeet und Zierbereich – in eurem Garten voneinander trennen.

Wie funktioniert der Einbau einer Fertighecke?

Die Module werden in unterschiedlichen Formen und Größen angeboten. Ihr könnt sie als Ballenware kaufen, dann sind die Wurzeln mit einem Ballentuch und oft einem stabilisierenden Korb eingewickelt. Tuch und Korb werden miteingepflanzt und verrotten nach einer Zeit.

Es gibt sie aber auch als Containerware, das heißt, die Pflanze wurde direkt im Kübel gezogen. Oft werden sie auch in einem substratgefüllten Kasten geliefert.

Besonders einfach ist es, wenn die Hecken-Module im Kübel angeliefert werden und sie in diesem bleiben sollen. Dann müsst ihr die Pflanze nur an den für sie bestimmten Ort stellen – fertig ist die Hecke.

Mann trägt Heckenelement
Die einzelnen Module lassen sich einfach handhaben. © Hecke am laufenden Meter, Helix

Meistens werden aber auch Fertighecken als Ballen- oder Containerware oder im Kasten oder Karton geliefert und in die Erde gepflanzt. Oft kommen sie mit einem Gitter daher, das die Pflanze stützt. Wenn ihr ein einwandfreies Ergebnis haben wollt, dann solltet ihr einen Garten- oder Landschaftsbauer für die Einpflanzung engagieren.

Wollt ihr euch selbst an den Heckenbau wagen, solltet ihr die Pflanzanleitung des Herstellers genau studieren. Je nach Aufbau der Module und Pflanzenart gilt es hier besondere Voraussetzungen zu beachten.

Am Anfang solltet ihr eine Schnur gerade der Linie spannen, wo ihr die Hecke pflanzen wollt. Um die Module zu stabilisieren, werden dann Pfosten entlang der Schnur gesetzt. Wenn die Hecke an einem Ort steht, an dem starke Winde auf sie einwirken, ist es sinnvoll, die Pfosten mit Beton im Boden zu verankern.

Anschließend müsst ihr für jedes Modul ein entsprechendes Pflanzloch ausheben. Nachdem ihr das Modul eingesetzt habt, befestigt es gut an den Pfosten und füllt den Graben mit Erde und Kompost auf.

Welche Pflanzen gibt es zur Auswahl?

Das Sortiment an Fertighecken ist mittlerweile riesig. Es gibt zahlreiche Anbieter, die sich auf Fertighecken spezialisiert haben. Auch viele Baumschulen bieten Fertigheckenmodule in verschiedenen Größen und diversen Pflanzenarten an. Es gibt immergrüne Hecken, sommergrüne Hecken, blühende Pflanzen wie die Kletterhortensie aber auch Beerensträucher.

Ihr solltet euch zunächst überlegen, welche Anforderungen ihr an die Hecke stellt. Wollt ihr nur im Sommer einen Sichtschutz? Dann könnt ihr zu einer sommergrünen Hecke greifen. Leben Kinder im Haushalt? Dann solltet ihr auf giftige Pflanzen wie den Kirschlorbeer oder die Eibe verzichten. Dafür könnten Beerensträucher in Frage kommen.

Auch unterschiedliche Größen der Heckenmodule sind erhältlich. Es gibt die Fertighecken meist zwischen 100 und 200 Zentimetern Höhe. Die Elemente gibt es auch in unterschiedlichen Breiten und Tiefen.

Was kostet eine Fertighecke?

Fertighecken werden in Baumschulen kultiviert. Bis sie ihre volle Größe erreicht haben, brauchen sie Zeit und Pflege. Das kostet natürlich. Wie teuer eine Fertighecke ist, hängt natürlich stark von ihrem Umfang und der gewählten Pflanzenart ab.

Ein 200 Zentimeter hohes Heckenelement (in der Regel einen Meter breit) kostet – je nach Pflanze – zwischen 120 und 250 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Pfosten sowie eventuelle Kosten für den Gärtner.

Somit können die Kosten für eine Fertighecke schnell bei 300 Euro pro Meter liegen.

Hecke im Eingangsbereichs eines Grundstücks
Mit einer Fertighecke können schnell bestimmte Bereiche am Grundstück unterteilt werden. © Helix Pflanzen

Die Vorteile einer Fertighecke

Fertighecken bieten zahlreiche Vorteile:

  • Dichter Sichtschutz in schneller Zeit: Die Fertighecke bietet euch schon direkt nach dem Einpflanzen fast alle Vorteile einer Hecke. Innerhalb einer Vegetationsperiode habt ihr so auf jeden Fall eine blickdichte Hecke. Wenn ihr die Hecke selber zieht, dauert das oft Jahre.
  • Einfacher und schneller Aufbau: Die vorgefertigten Heckenelemente lassen sich sowohl vom Profi wie auch vom versierten Hobbygärtner innerhalb eines Tages pflanzen. Einzige Ausnahme: Bei stark windgefährdeten Standorten solltet ihr den Befestigungspfosten ein Beton-Fundament verpassen. Da der Beton trocknen muss, müsst ihr mit einem Tag mehr Zeit rechnen. Das Einpflanzen ist außerdem einfach.
  • Passgenauigkeit: Ein großer Vorteil der Fertighecke ist, dass ihr euch eine exakt zugeschnittene Hecke anschaffen könnt. Wenn ihr die Hecke selbst zieht, müsst ihr sehr darauf achten, wie hoch und breit die Pflanze ausgewachsen wird. Ob dann noch alles so gut passt, ist fraglich.
  • Platzsparend: Es gibt Fertighecken, die sehr schmal sind. Das ist praktisch, wenn – wie in Reihenhäusern oder bei der Begrünung von Fassaden – nur wenig Platz vorhanden ist. Denn viele Heckenpflanzen wachsen nicht nur in die Höhe – sondern auch beträchtlich in die Breite.

Nachteile der Fertighecke

Doch die Hecke am laufenden Meter bringt auch Nachteile mit sich:

  • Hoher Preis: Der wohl größte Nachteil der Fertighecke ist der Preis. Bis die Hecke fertig in eurem Garten steht, haben Gärtner sehr viel Zeit und Pflege in sie investiert. Und das bezahlt ihr beim Kauf der Fertighecke natürlich mit. Wenn ihr eure Hecke selber ziehen wollt und euch kleine Pflanzen kauft, ist das natürlich um ein Vielfaches günstiger.
  • Eingeschränkte Auswahl: Das Sortiment an Pflanzen für eine Fertighecke ist mittlerweile sehr groß. Dennoch kann es sein, dass genau eure Wunschheckenpflanze nicht als Hecken-Modul erhältlich ist. Hier müsst ihr also möglicherweise einen Kompromiss eingehen.

Alternative: Schnellwachsende Heckenpflanzen

Wer den hohen Preis für eine Fertighecke nicht bezahlen will, aber trotzdem schnell Sichtschutz am neuen Grundstück will, der kann auch auf schnellwachsende Pflanzen setzen. In Baumschulen bekommt ihr Heckenpflanzen in der Regel in unterschiedlichen Höhen. So könnt ihr zum Beispiel 100 Zentimeter hohen Kirschlorbeer kaufen. Der wächst bei günstigen Bedingungen 50 Zentimeter im Jahr. Eine zwei Meter hohe Hecke habt ihr dann also schon nach zwei Jahren – und liegt damit deutlich günstiger als mit der Fertighecke.

Kirschlorbeer-Hecke
Der Kirschlorbeer gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen. © Getty Images/iStockphoto

Fazit zur Fertighecke

Fertighecken haben viele Vorteile. Wer schnell alle Vorzüge einer Hecke genießen will, dem ist damit gut geholfen. Außerdem bietet sich die Hecke am laufenden Meter für alle an, die nicht lange Zeit mit der Planung verbringen wollen. Bei Fertighecken müsst ihr nicht darauf achten, wie die Pflanze in ein paar Jahren gewachsen ist. Es reicht, sie regelmäßig durch Rückschnitt in Form zu halten.

Allerdings benötigt man für eine Fertighecke auch ein gewisses Budget. Wem es zu teuer ist, die komplette Hecke als Fertighecke zu pflanzen, der kann das auch partiell tun. Zum Beispiel an den Bereichen, die besonders gut einsehbar sind oder um die Terrasse herum. Der Rest der Hecke kann dann langsam wachsen – das schont den Geldbeutel.

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