Eine Frau trinkt Kaffee auf der Terrasse
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Wohnen | Expertentipp

Stimmt es, dass die Terrasse zur Wohnfläche zählt?

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Bei der Wohnflächenberechnung kommt es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern, da im Mietvertrag teilweise zu hohe Quadratmeterzahlen stehen. Doch muss man beim Nachmessen auch die Terrasse als Wohnfläche mit berücksichtigen?

Die Quadratmeterzahl in eurem Mietvertrag erscheint euch viel zu hoch und ihr fragt euch, was da vielleicht nicht stimmen kann? Denn selbst nach mehrfachem Nachmessen kommt ihr nicht auf die Quadratmeterzahl, die im Mietvertrag angegeben ist?

Auf der Terrasse eines modernen Holzhauses stehen zwei bunte Stühle und die Sonne scheint durch Baumkronen.

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Vielleicht habt ihr vergessen, Balkon oder Terrasse mit zu berechnen. Doch dürfen Vermieter den Balkon und die Terrasse überhaupt zur Wohnfläche dazu zählen?

Tatsächlich darf der Vermieter sowohl die Terrasse als auch den Balkon anteilig zur Wohnfläche dazurechnen.

Zu wieviel Prozent die Terrasse zur Wohnfläche zählt, das ist in Deutschland jedoch nicht einheitlich gesetzlich festgelegt. Gerade deshalb kommt es häufig zu Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern. Doch es gibt zwei Berechnungsgrundlagen, auf die ihr euch stützen könnt, wenn ihr selber einmal nachmessen wollt.

Wieviel der Terrasse zur Wohnfläche zählt

Normalerweise gelten zur Wohnflächenberechnung die Regeln des Sozialen Wohnungsbaus, also entweder nach:

Diese Verordnungen berücksichtigen auch die Flächen von Terrassen oder Balkonen. Je nachdem welche Verordnung zur Wohnflächenberechnung zum Tragen kommt, wird die Terrassenfläche mit 25 oder sogar bis zu 50 Prozent der Gesamtwohnfläche angerechnet. Aber wann gilt welche Verordnung und damit welche Prozentzahl?

  • 50 Prozent: Bei älteren Mietverträgen, die bis zum 31.12.2003 geschlossen wurden, gilt nach wie vor die II. BV, wonach Terrassen- und Balkonflächen mit bis zu 50 Prozent angesetzt werden dürfen, sofern seitdem keine baulichen Veränderungen stattgefunden haben.
  • 25 Prozent: Seit dem 1.1.2004 gilt die WoFlV. Terrassen- und Balkonflächen dürfen seitdem nur noch zu 25 Prozent angerechnet werden. In Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel die Qualität der Fläche besonders hoch ist, können es auch 50 Prozent sein.

Die gleichen Regelungen gelten auch für Dachterrassen.

Doch es gibt auch Ausnahmen: Haben Mieter und Vermieter ausdrücklich eine andere Vereinbarung getroffen oder ist vor Ort eine andere Berechnung üblich, kann auch eine Abweichung denkbar sein. So lässt sich die Wohnfläche auch berechnen nach:

Erfolgt die Wohnflächenberechnung nach DIN 277, zählt die Terrasse zu 100 Prozent zur Wohnfläche dazu. Davon profitieren besonders die Vermieter.

Günstiger für Mieter ist die Berechnung nach DIN 283. Hier zählen Terrassen gar nicht zur Wohnfläche dazu.

Mehr Infos zu den vier Berechnungsgrundlagen erhaltet ihr in unserem Ratgeber "Wohnflächenbe­rechnung Balkon – wie viel gehört zur Wohnfläche?".

Infografik Wohnflächenberechnung Terrasse

Was tun, wenn die Wohnfläche falsch berechnet wurde?

Habt ihr festgestellt, dass die tatsächliche Wohnfläche deutlich kleiner ist als im Mietvertrag angegeben, könnt ihr gegebenenfalls die Miete mindern. Laut Deutschem Mieterbund ist das ab einer Flächenabweichung von mehr als zehn Prozent möglich. Zusätzlich könnt ihr zu viel Gezahltes aus der Vergangenheit sogar zurückfordern.

Dazu gab es bereits einige Gerichtsurteile. Im Regelfall entscheiden Gerichte bei Mietwohnungen auf Grundlage der WoFlV. Weitere Infos zu diesem Thema findet ihr in unserem Artikel "Wohnflächenbe­rechnung: Wie groß ist meine Wohnung?" Ob auch der Keller zur Wohnfläche zählt, könnt ihr hier nachlesen:

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