Wohneigentum: Typische Reihenhaussiedlung in England
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Wie andere Länder ihren Bürgern effektiver zu Wohneigentum verhelfen

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Warum haben wir im europäischen Vergleich so wenig Wohneigentum? Eine Studie zeigt, wie unsere Nachbarn ihre Bürger beim Immobilienkauf unterstützen – und welche Erkenntnisse sich daraus für Deutschland ableiten lassen.

Nirgends in Europa ist die Wohneigentumsquote so niedrig wie in Deutschland. Nur in der Schweiz leben noch weniger Menschen in den eigenen vier Wänden. Und das, obwohl der Wunsch nach Wohneigentum so groß ist wie nie zuvor.

Bei unseren europäischen Nachbarn können sich prozentual wesentlich mehr Menschen eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus leisten. Woran liegt das? Dieser Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung im Rahmen einer Studie nachgegangen.

Ein Paar sieht sich sein Traumhaus von außen an.
Der Traum von der eigenen Immobilie lässt sich in vielen Ländern Europas leichter erfüllen als in Deutschland. © iStock/GettyImages/PeopleImages

Wohneigentum-Vergleich mit sieben Ländern

Mit welchen Mitteln schaffen es andere Nationen, ihren Bürgern den Zugang zum Immobilienmarkt zu erleichtern und so die Quote für Wohneigentum konstant hoch zu halten?

Das IW-Gutachten hat geprüft, wie sieben andere europäische Länder (Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Niederlande, Schweden) den Zugang zu Wohneigentum gestalten. Dabei konzentrierten sich die Initiatoren auf folgende Fragen:

  • Wie gestaltet sich die Grunderwerbsteuer in den untersuchten Ländern?
  • Wie wir das selbstgenutzte Wohneigentum steuerlich behandelt?
  • Welche weiteren Unterstützungen gibt es bei der Finanzierung von Wohneigentum?

Was kann also Deutschland in Sachen Wohneigentumsbildung von seinen europäischen Nachbarn lernen? Das IW hat als Fazit aus seiner Studie folgende Maßnahmen anderer Länder identifiziert, die wir uns als Vorbild nehmen könnten.

Vorbild Großbritannien: Abgestufte Grunderwerbsteuer

In Großbritannien, Belgien oder Frankreich sind die Sätze bei der Grunderwerbsteuer zwar insgesamt etwas höher. Dafür gibt es aber eine wesentlich stärkere Differenzierung.

Ein Stufentarif mit differenzierten Steuersätzen wäre auch für Deutschland ein Reformmodell. Grundsätzlich sind laut IW zwar niedrige Steuersätze aus Effizienzgründen zu bevorzugen. Aufgrund der hohen Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer und der Sonderstellung im bundesdeutschen Finanzausgleich wäre das aber kaum möglich.

Haushalte, die kleine und günstige Wohnungen kaufen, werden besonders stark entlastet, wenn bei der Grunderwerbsteuer ein Freibetrag und ein Stufentarif wie in Großbritannien gelten. Dagegen soll für vermietete Objekte wie bisher ein Pauschalsteuersatz gelten.

Vorbild Niederlande: Ausfallversicherung bei Hypothekendarlehen

Ein weiterer Baustein für die Erhöhung der Eigentumsquote wäre nach der IW-Studie eine Kreditausfallversicherung für Hypothekendarlehen nach niederländischem Vorbild. Der Vorteil einer solchen Versicherung: Sie schafft Planungssicherheit für Haushalte, denn auch im Fall von Arbeitslosigkeit oder Scheidung können die die Raten weiterbezahlt werden. Und Banken können dann aufgrund der höheren Sicherheit auf Eigenkapital verzichten. In den Niederlanden wird eine solche Versicherung durch einen Einmalbetrag bei Versicherungsbeginn finanziert.

Vorbild Frankreich: Sozialdarlehen

Frankreich unterstützt seine Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb von Wohneigentum unter anderem durch spezielle Kredite. So gibt es zum Beispiel zinsfreie Darlehen für Haushalte, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten und Wohneigentum erwerben möchten. Insgesamt lassen sich bis zu 40 Prozent des Kaufpreises über diese so genannten PTZ-Darlehen finanzieren. Auch mit weiteren Kreditvarianten auf nationaler und lokaler Ebenen werden gerade einkommensschwache Haushalte unterstützt.

Warum leben hierzulande so wenig Menschen in den eigenen vier Wänden? Mehr Infos zu diesem Thema findet ihr in diesem Artikel:

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