Tiny House inmitten der Natur
© Zinipi

Bauen | Statement

Tiny House mit Zirbenholz: Zwei Trends in einem Minihaus

Jan Krutzsch

Zirbenholz bietet ein besonderes Wohnklima. In einem Tiny House solltet ihr es aber nur sparsam einsetzen. Warum das so ist, was das Holz so besonders macht und was ein Tiny House mit Zirbenholz kostet, erklärt ein Experte im Wohnglück-Interview.

Zirbenholz wird eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Funktioniert dieser Effekt also auch in einem Tiny House? Wir haben einen Experten befragt, der Zirbenholz in seinen Minihäusern verbaut und darüber hinaus Wert auf Nachhaltigkeit bei seinen Produkten legt.

Tiny House-Hersteller Zinipi: Ein Modulhaus, viele Möglichkeiten

Tom Scheimer ist Gründer und Geschäftsführer von Zinipi. Die Tiny House-Firma stellt Minihäuser aus Vollholz in Modulbauweise her. Dabei reicht die Modellpalette von Zinipi vom einfachen, fünf Quadratmeter großen Kubus bis hin zum Loft mit 18 Quadratmetern Wohnfläche. Die Flächen können durch die Modulbauweise leicht vervielfältigt werden.

Die Preise liegen dabei in der Grundausstattung zwischen 20.000 und 80.000 Euro netto. Gegen Aufpreis gibt es zusätzliche Ausstattungsoptionen wie zum Beispiel einen Escheboden auf Kork-Trittschall oder ein ovales Bullauge mit Außenbeleuchtung.

Innen-Verkleidung aus Zirbenholz auf Wunsch

Tom Scheimer verwendet beim Bau seiner Tiny Houses so genanntes Mondholz, das er ohne Leim und Kleber verbaut. Darüber hinaus können sich seine Kunden die Decklage einer Wand auf Wunsch mit Zirbe auskleiden lassen. Dadurch bedient Scheimer den Wunsch nach einer wohngesunden und nachhaltigen Ausstattung auch auf dem Tiny House-Sektor.

Aber was genau ist eigentlich Mondholz? Wie lange hält so ein Haus aus Vollholz? Und warum ist ein komplettes Tiny House aus Zirbenholz zu viel des Guten? Diese und weitere Fragen hat uns Tom Scheimer im folgenden Interview beantwortet.

Tom Scheimer in seinem Büro im Tiny House
Zinipi-Geschäftsführer Tom Scheimer in seinem Lieblingsbüro. © Zinipi

7 Fragen an Tom Scheimer zu seinen Tiny Houses mit Zirbenholz

Wohnglück.de: Tom, ist Zirbenholz wirklich solch ein Wunderholz, wie überall geschrieben wird? Oder ist das alles nur ein Hype?

Tom Scheimer: Zirbenholz ist toll, keine Frage. Natürlich ist es momentan ein bisschen ein Trendholz. Aber die Wirkung auf den menschlichen Organismus ist meiner Meinung nach bewiesen. Es gibt bereits mehrere Studien, die zu dem Ergebnis kommen: Zirbe beruhigt und senkt den Herzschlag messbar. Das ist aber auch bei anderen Holzarten der Fall. Ein Körper, der von Holz umgeben ist, hat einen niedrigeren Ruhepuls. Der anhaltende Geruch der Zirbe ist aber noch das besondere Extra, damit dieses Gefühl auch anhält.

Warum baut ihr dann nicht eure Tiny Houses komplett aus Zirbe?

Wir hatten mal ein ganzes Modul komplett mit Zirbenholz ausgebaut, das war eine Überdosis Zirbe. Man darf bei Zirbenholz auch den Formaldehydgehalt nicht vernachlässigen. Da hat man es im Raum kaum ausgehalten. Man darf es eben nicht damit übertreiben. Mittlerweile verkleiden wir eine Wand oder die Decke mit Zirbenholz. Da haben wir den gleichen Duft und die Wirkung im kompletten Raum.

Eingerichtete Küche im Tiny House
Alles aus Holz, aber nicht alles aus Zirbe: Dennoch ist der Duft der Zirbe überall wahrnehmbar. © Zinipi

Ihr baut Tiny Houses, die ihr allerdings Modulhäuser nennt. Warum das?

Modulhaus sagen wir, weil aus unseren einzelnen Bausteinen auch größere Wohneinheiten zusammengefasst werden können. Außerdem bauen wir auch Module, die nicht reinen Wohnzwecken dienen, wie etwa unsere Sauna. Jedes einzelne Modulhaus kann allerdings auch als eigenständiges Tiny House bewohnt werden. Auf Wunsch sogar mit Solar und völlig autark.

Was für Tiny House-Modelle bietet ihr an?

Das geht bei unserem kleinsten Modell mit etwa fünf Quadratmetern Wohnfläche los und geht bis zum Zinipi-Loft mit 18 Quadratmetern. Aber natürlich kann frei kombiniert und dadurch auch die Fläche vervielfältigt werden. So können beispielsweise zwei Lofts zu insgesamt 36 Quadratmetern Wohnraum zusammengelegt werden. Der Bestseller ist momentan aber unsere Lodge mit neun Quadratmetern.

Warum soll ich ein Tiny House mit einer Zirbenverkleidung kaufen?

Wenn es einem total wichtig ist, ein Wohnklima zu haben, das gesund ist und einen auf engem Raum glücklich macht, dann sollte man so ein Minihaus mit Zirbenholz bei uns kaufen. Das gilt für Privatkunden, aber auch Biohotels und Campingplätze bestellen unsere Häuser. So hat der Campingplatz Hüttenberg in Eschenz am Bodensee mehrere Module von uns aufgestellt. Denen geht es dann nicht um die schnelle Übernachtung, sondern um Nachhaltigkeit und ein positives Lebensgefühl.

Tiny Houses auf dem Campingplatz Hüttenberg
Auf dem Camping Hüttenberg am Bodensee können verschiedene Tiny Houses gemietet werden. © Marcel Meier

Nachhaltigkeit ist ein gutes Stichwort. Was macht eure Tiny Houses neben der Verwendung von Zirbenholz so besonders?

Wir haben eine ganz spezielle Art zu bauen. Wir bauen vollständig ohne Kleber oder Leim aus so genanntem Mondholz. Mondholz ist Holz, das bei abnehmendem Mond geschlagen wird. Wir glauben, dass das Holz aufgrund einer anderen Konsistenz des Wassers dann eine höhere Dichte aufweist und schädlingsresistenter ist.

Die Wände werden ganz einfach mit Holzdübeln zusammengehalten. Mit der so genannten "Holz100-Bauweise" erreichen wir eine bessere Wärmedämmung.

Holzdübelkonstruktion an der Außenwand
Die Holzdübelkonstruktion an der Außenwand ist dafür verantwortlich, dass die Zinipi-Modulhäuser ohne Leim und Kleber gebaut werden. © Zinipi

Zur Nachhaltigkeit gehört ja auch die Lebensdauer. Wie lange halten die Tiny Houses aus Vollholz?

Unsere Häuser haben eigentlich durch den konstruktiven Holzschutz eine unbegrenzte Haltbarkeit. Sicher muss man ab und an irgendetwas ausbessern oder tauschen, aber im Prinzip ist es ein Haus, welches von Generation zu Generation vererbt werden kann. Das älteste Holzhaus der Welt ist ja schließlich auch schon über 1.400 Jahre alt. Und wir orientieren uns am alten Wissen dieser Bauweise.

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