Freunde feiern auf der Terrasse
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Terrassenheizung: Im Freien heizen mit Strom, Gas oder Holz?

Lisa Gutknecht

An kühlen Sommerabenden, im Frühjahr oder Herbst wünscht sich so mancher Terrassenbesitzer eine Terrassenheizung, um länger draußen sitzen zu können. Wir zeigen euch verschiedene Möglichkeiten, eure Terrasse zu beheizen mit Vorteilen und Nachteilen.

Sobald die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, kann es hierzulande auch im Hochsommer schnell abkühlen. Wer trotzdem lange im Freien sitzen möchte, ohne zu frieren, ist auf eine Wärmequelle angewiesen. Eine Terrassenheizung kann Abhilfe schaffen. Hier findet ihr alles Wissenswerte zu Elektro-, Gas- und Holzbetrieb.

Was ist bei einer Terrassenheizung zu beachten?

Mit einer Terrassenheizung lassen sich gezielt ein bestimmter Bereich oder die Umgebungsluft im Außenbereich erwärmen. Durch den hohen Wärmeverlust im Freien müssen die Heizstrahler dafür jedoch viel Energie aufbringen. Das schadet auf Dauer nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch eurem ökologischen Fußabdruck.

Eine elektro- oder gasbetriebene Terrassenheizung macht aus energetischer Sicht nur Sinn, wenn der Außenbereich zwei Seitenwände und eine Überdachung hat. So kann die erzeugte Wärme zumindest zeitweise gespeichert werden. Doch auch dann muss jedem bewusst sein, dass viel Energie verloren geht – vergleichbar mit dem Beheizen einer Wohnung im Durchzug.

Natürlich gibt es unterschiedliche Varianten der Terrassenheizung, die sich in puncto Energieeffizienz unterscheiden. Wir stellen euch Gas, Elektro, Infrarot und Holz genauer vor:

Heizpilz und andere Gasheizstrahler

Die Anwesenheit eines Heizpilzes hat sicher jeder schon mal genossen: Im Restaurant, in Bars und Cafés oder auf dem Weihnachtsmarkt spendet der Gasheizstrahler den Gästen Wärme. Ein Heizpilz oder gasbetriebene Alternativen, zum Beispiel in Pyramidenform, können nicht nur in der Gastronomie, sondern auch auf der heimischen Terrasse Wärme spenden. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Konvektionswärme, das heißt, sie erwärmen die Umgebungsluft.

Gute Modelle mit Eco-Funktion gibt es bereits ab 150 Euro, zum Beispiel über Fritz Berger.

Vorteile von Gasheizstrahlern

Gasheizstrahler sind mobil und kommen komplett ohne Kabel aus. Die Propangasflasche befindet sich in der Regel im Standfuß, so dass Pilz, Pyramide und Co. flexibel einsetzbar sind. Voraussetzungen sind ein sicherer Stand und die Einhaltung der Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung. Einmal aufgestellt, schenkt die gasbetriebene Terrassenheizung der Umgebung zuverlässig Wärme, die sich leicht regulieren lässt.

Nachteile von Gasheizstrahlern

Heizpilze verbrauchen viel Energie. Eine elf Kilogramm Gasflasche wärmt rund zehn Stunden. Die Betriebskosten liegen bei bis zu 20 Euro pro Abend. Hinzu kommt, dass beim Heizen viel CO2 freigesetzt wird.

Eine ökologischere Alternative zu herkömmlichen Heizpilzen sind Öko-Gasheizstrahler. Damit lässt sich der Ausstoß von Treibhausgas um 50 bis 80 Prozent senken.

Heizpilz als Terrassenheizung
Heizpilze sind für den privaten Gebrauch erlaubt, im öffentlichen Raum allerdings vielerorts verboten.  © Getty Images/iStockphoto

Wo sind Heizpilze verboten?

Mit der Einführung des Rauchverbots in Kneipen und Gaststätten erlebten Heizpilze einen Boom. Gastronomen stellen die Heizkörper seither vermehrt vor ihre Lokale, um Rauchern an kühlen Abenden eine Alternative zu bieten. Die hohe Umweltbelastung durch Kohlendioxid wurde damit mehr und mehr zum Thema, so dass die Politik mit Einschränkungen reagierte. In vielen Großstädten beziehungsweise Stadtteilen ist die öffentliche Nutzung von gasbetriebenen Heizpilzen inzwischen verboten. Unter anderem in:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Hannover
  • Köln
  • Ludwigsburg
  • München
  • Nürnberg
  • Stuttgart
  • Tübingen

Elektroheizstrahler und Infrarotstrahler

Eine elektrobetriebene Terrassenheizung gibt es in verschiedenen Formen und Größen. Klassischerweise werden die Heizstrahler an der Wand oder Decke fest montiert. Alternativ erhältlich sind höhenverstellbare Ständer mit Heizelementen. Besonders gängig sind Infrarotstrahler. Strom wird vom Gerät in Infrarotstrahlung umgewandelt und sobald diese auf Festkörper treffen, entsteht Wärme.

Achtet auf Geräte mit TÜV-Siegel und der Schutzklasse IP 24. Sie eignen sich zum dauerhaften Einsatz im Außenbereich.

Kostenpunkt: Ab 70 Euro bekommt ihr einen soliden Standstrahler. Moderne Infrarotheizer mit Fernbedienung und Bewegungssensor kosten rund 300 Euro.

Vorteile von Elektroheizstrahlern

Terrassenheizungen mit Strombetrieb wie Heizstäbe und Infrarotstrahler geben Wärme zielgerichteter ab als Gasheizstrahler. Nicht die gesamte Umgebung wird erwärmt, sondern die Objekte in direkter Nähe. Kleine Flächen lassen sich so effizienter beheizen.

Nachteile von Elektroheizstrahlern

Elektroheizer sind kabelgebunden und somit nicht so flexibel einsetzbar wie ein Heizpilz. Ein Stromanschluss in der Nähe ist Grundvoraussetzung für die Installation. Wie jede Terrassenheizung verbraucht ein Elektromodell viel Strom. Je nach Tarif müsst ihr deshalb mit hohen Betriebskosten rechnen. Ökologischer ist der Betrieb mit Solarenergie.

Terrassenheizung Heizstrahler Close-up
Ein Elektroheizstrahler erwärmt Objekte in direkter Umgebung zuverlässig. © Getty Images/iStockphoto

Terrassenheizung mit Holz

Eine Feuerstelle ist nicht nur romantisch, sondern kann auch als Wärmequelle dienen. Anders als Gas- und Elektroheizer ist diese Art der Terrassenheizung allerdings an ein paar Auflagen gebunden: Ein offenes Feuer darf nur mit Genehmigung entzündet werden. Der Durchmesser von Feuerstellen – Feuerschale oder Feuerkorb – darf zudem maximal 100 Zentimeter betragen. Ein sicherer Untergrund und genügend Abstand zu brennbaren Gegenständen ist außerdem Grundvoraussetzung.

Die Kosten fangen für einfache Feuerschalen bei rund 30 Euro an. Einen Terrassenofen bekommt ihr ab 100 Euro.

Vorteile von Terrassenheizern mit Holz

Eine Feuerstelle ist mobil und kann je nach Größe des Gartens flexibel zum Einsatz kommen. Ein weiteres überzeugendes Argument: Holz ist ein nachhaltiger und vergleichsweise kostengünstiger Rohstoff. Plus: An einer Feuerstelle könnt ihr euch nicht nur aufwärmen, sondern parallel auch grillen.

Nachteile von Terrassenheizern mit Holz

Eure Terrasse muss ein gewisses Mindestmaß haben, um eine Feuerstelle errichten zu können. Je kleiner die Fläche, desto kleiner die Feuerstelle und umso weniger Wärme könnt ihr erzeugen. Die Hitzeentwicklung ist zudem geringer als bei Strom- oder Gasbetrieb und schwer zu regulieren. Wärme geht schnell verloren. Feuer bringt zudem immer ein Risiko mit sich. Feuerschutzhauben sind hier eine gute Option, um die Umgebung vor Funkenflug zu sichern.

Feuerstelle im Garten mit Feuer
Eine Feuerstelle im Garten sorgt für Lagerfeuerstimmung und spendet Wärme. © Getty Images/iStockphoto

Fazit: Welche Terrassenheizung ist die beste?

Die Anschaffung einer Terrassenheizung will aus ökologischen Gesichtspunkten wohl überlegt sein. Die umweltfreundlichste und kostengünstigste Variante ist das Beheizen mit Holz. Allerdings ist dies nicht allerorts machbar, an gewisse Auflagen gebunden und birgt Gefahren.

Elektroheizstrahler und Gasheizungen sind große Energiefresser und zum Teil sogar verboten. Ein Öko-Heizpilz oder die Nutzung von Solarstrom können sinnvolle Alternativen sein. Oder aber ihr investiert in einen Wintergarten und verlegt die geselligen Abendstunden einfach nach drinnen, sobald es kühl wird.

Besser noch: Ihr verteilt Wolldecken, sorgt mit Lichterketten und Kerzenschein für warme Stimmung und rückt etwas enger zusammen. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch das Zwischenmenschliche.

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