Zwei Jungs spielen mit Tablet in Pool
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Wohnen | Ratgeber

Alles über IP-Schutzarten – mit Tabelle zur Übersicht

Katharina Schneider

Wasser, Staub, Berührungen – Elektrogeräte sind zahlreichen Umwelteinflüssen ausgesetzt und sollen dennoch funktionieren. Um zu definieren, welche Bedingungen ein Produkt aushält, gibt es die sogenannten IP-Schutzarten. Wir erklären, was ihr über die Schutzarten wissen müsst.

Elektrische Geräte sollen zuverlässig sein. Und zwar auch dann, wenn sie mit Wasser, Dämpfen, Säuren, Staub, Werkzeugen oder dem Erdreich in Berührung kommen. Um zu wissen, unter welchen Bedingungen Elektrogeräte noch funktionstüchtig sind, gibt es die sogenannten IP-Schutzarten. Die zeigen an, welchen Anforderungen das Gerät genügt. Hier lest ihr alles, was ihr über IP-Schutzarten wissen müsst.

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Was ist die IP-Schutzart?

Die Schutzart gibt an, wie aktive Teile eines Geräts gegen Berührung, Stöße, das Eindringen von Wasser, Ölen oder anderen Fremdkörpern geschützt sind. Die Abkürzung IP steht dabei für "International Protection", im englischen Sprachraum auch für "Ingress Protection".

Für die einzelnen Codes gibt es verschiedene deutsche und internationale Normen. Um wirklich feststellen zu können, welchen Bedingungen ein Gerät standhält, solltet ihr nicht nur den IP-Code sondern auch die Bezugsnorm dazu kennen. Die maßgeblichen Normen sind

  • DIN EN 60529
  • ISO 20653 (für Straßenfahrzeuge).

Was bedeuten die Ziffern bei der IP-Schutzart?

IP-Schutzarten werden mit der Abkürzung IP und nachfolgenden Kennziffern, die definieren, gegen welche Einflüsse das Produkt geschützt ist, eingeordnet. Dabei reichen die Angaben von IP00 bis IP69. Dabei steht die erste Ziffer für den Schutzgrad des Gehäuses gegen Berührung und Fremdkörper. Die zweite Ziffer, definiert, wie gut das Produkt gegen Wasser und Feuchtigkeit geschützt ist.

Soll oder muss eine der beiden Kennziffern nicht angegeben werden, wird diese durch ein "X" ersetzt (zum Beispiel IPX6). Vereinzelt werden, um die Schutzart noch genauer zu beschreiben, an die Ziffern noch Buchstaben gehängt.

Laut DIN EN 60529 kann ein Buchstabe hinter den Kennziffern auch optional genutzt werden, um zum Beispiel den Schutz gegen den Zugang zu gefährlichen aktiven Teilen mit einem Finger zu definieren.

Bei der Prüfung werden gängige Fehlermöglichkeiten nachgebildet. So testen die Prüfer zum Beispiel, ob aktive Teile des Geräts mit einem Finger berührt werden können. Das wird natürlich mit einer Finger-Attrappe getestet.

Übersicht: Das bedeutet die 1. Kennziffer bei der IP-Schutzart

  • 1. Kennziffer nach DIN EN 60529 und ISO 20653
  • Schutz vor Fremdkörpern
  • Schutz vor Berührung
  • 0
  • kein Schutz
  • kein Schutz
  • 1
  • Geschützt vor festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 50 Millimeter
  • Geschützt vor dem Zugang mit dem Handrücken
  • 2
  • Geschützt vor festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 12,5 Millimeter
  • Geschützt vor dem Zugang mit dem Finger
  • 3
  • Geschützt vor festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 2,5 Millimeter
  • Geschützt vor dem Zugang mit einem Werkzeug
  • 4
  • Geschützt vor festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 1,0 Millimeter
  • Geschützt vor dem Zugang mit einem Draht
  • 5 (DIN EN) / 5K (ISO)
  • Geschützt vor Staub in schädigender Menge
  • vollständiger Schutz vor Berührung
  • 6 (DIN EN) / 6K (ISO)
  • staubdicht
  • vollständiger Schutz vor Berührung

Erste Kennziffer des IP-Codes nach DIN EN 60529 und ISO 20653

Übersicht: Das bedeutet die 2. Kennziffer bei der IP-Schutzart

  • 2. Kennziffer nach DIN EN 60529 und ISO 20653
  • Schutz vor Wasser
  • 0
  • kein Schutz
  • 1
  • Schutz vor Tropfwasser
  • 2
  • Schutz vor fallendem Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15 Grad geneigt ist
  • 3
  • Schutz vor fallendem Sprühwasser bis 60 Grad-Neigung gegen die Senkrechte
  • 4
  • Schutz vor allseitigem Spritzwasser
  • 4K (nur ISO)
  • Schutz vor allseitigem Spritzwasser mit erhöhtem Druck
  • 5
  • Schutz vor Strahlwasser (Düse) aus einem beliebigen Winkel
  • 6
  • Schutz vor starkem Strahlwasser
  • 6K (nur ISO)
  • Schutz vor starkem Strahlwasser unter erhöhtem Druck, speziell für Straßenfahrzeuge
  • 7
  • Schutz gegen zeitweiliges Untertauchen
  • 8
  • Schutz gegen dauerndes Untertauchen
  • 9 (nur DIN EN)
  • Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung, speziell in der Landwirtschaft
  • 9K (nur ISO)
  • Schutz gegen Wasser bei Hochdruck-/Dampfstrahlreinigung, speziell für Straßenfahrzeuge
  1. Kennziffer des IP-Codes nach DIN EN 60529 und ISO 20653. Bis zum Schutzgrad IPX6 / IPX6K sind die darunter liegenden Schutzgrad eingeschlossen. Ab dem Schutzgrad 7 gilt das nicht automatisch.

Was versteht man unter der Schutzklasse?

Unterscheiden von der IP-Schutzart muss man die Schutzklasse. Häufig wird die Schutzart dabei als IP-Schutzklasse bezeichnet – doch das ist falsch. Denn Schutzklassen beschreiben bestimmte Maßnahmen, die ein Hersteller an einem Gerät vorgenommen hat, um den Verwender vor einem elektrischen Schlag zu schützen.

Häufig verwendete IP-Schutzarten und was sie bedeuten

Einige IP-Codes begegnen uns im Alltag kaum, andere sehen wir dafür auf vielen Geräten. Was einzelne IP-Schutzarten bedeuten und wo ihr die so gekennzeichneten Geräte verwenden könnt, zeigen wir euch hier.

Wichtig: Die IP-Schutzarten gelten nur, solange die Produkte intakt sind. Ist ein Riss oder eine andere Beschädigung irgendwo am Gerät, dann kann so natürlich Staub oder Wasser eindringen – die Schutzart spielt dann keine Rolle mehr.

IP20

Leuchten für den Innenbereich sind oft mit der Schutzart IP20 gekennzeichnet. Die Produkte sind vor festen Fremdkörpern mit einem Durchmesser von weniger als 12,5 Millimeter und dem Zugang mit einem Finger geschützt. Gegen Wasser oder Feuchtigkeit sind diese Geräte nicht geschützt. Für den Einsatz in Bad und Küche sind solche Lampen nicht geeignet.

IP44

Ein Produkt, das mit der IP-Schutzart IP44 ausgezeichnet ist, ist vor dem Eindringen von festen Fremdkörpern geschützt, die über einen Millimeter groß sind. Außerdem ist das Produkt vor allseitigem Spritzwasser geschützt – nicht jedoch wasserdicht. IP44 ist die Mindest-Schutzart für Geräte fürs Badezimmer, den Garten oder für die Keller-Außenbeleuchtung.

IPX4

Ein Produkt mit dieser Schutzart ist vor Spritzwasser geschützt – allerdings nicht vor Berührung oder dem Eindringen von Fremdkörpern. IPX4 wird zum Beispiel bei Kopfhörern genutzt. Die halten dann Schweiß oder etwas Regen aus, duschen oder baden solltet ihr mit IPX4-zertifizierten Produkten aber nicht.

IPX5

Das Produkt ist gegen Strahlwasser geschützt. Ihr könnt es also mit unter die Dusche nehmen oder es starkem Regen aussetzen. Ins Schwimmbecken sollte ihr es allerdings nicht mitnehmen. Uhren oder Fitnessarmbänder sind oft mit dieser IP-Schutzart gekennzeichnet.

IP55

Produkte mit IP55 sind gegen Staub in schädigenden Mengen geschützt, allerdings nicht komplett staubdicht. Außerdem sind IP55-zertifizierte Produkte vor Strahlwasser geschützt.

IP65

IP65 bezeichnet Produkte, die staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt sind. Der Wasserstrahl kann das Gerät dabei aus jedem beliebigen Winkel treffen. Der Schutz vor Strahlwasser ist dann besonders wichtig, wenn bewegliche Teile geschützt werden müssen. IP65 wird besonders häufig in Verbindung mit LED-Leuchten verwendet.

IPX7

IPX7 bedeutet, das Produkt ist zwar nicht vor dem Eindringen von Staub, aber vor Wasser geschützt. Im Gegensatz zur Kennziffer 8 heißt die 7, dass das Gerät nicht gegen dauerhaftes aber kurzes Untertauchen geschützt ist. Der Schutz besteht, wenn sich das Gerät maximal 30 Minuten in höchstens einem Meter Wassertiefe befindet.

IP67

Ein Gerät, das die Schutzart IP67 hat, ist vor dem Eindringen von Staub sowie gegen kurzes Untertauchen in Wasser geschützt. IP67 ist zum Beispiel der Standard für Fitness-Tracker.

IP68

Ein Gerät mit Schutzart IP68 ist staubdicht und gegen dauerndes Untertauchen geschützt. Das Gerät ist also wasserdicht und nicht nur gegen Spritzwasser geschützt. Diese Bezeichnung wird zum Beispiel für Unterwasserlampen im Pool aber auch für wasserdichte Smartphones oder Fitness-Armbänder verwendet.

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