Elektriker arbeitet am Sicherungskasten
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Modernisieren | Ratgeber

Elektroinstallation: Wie finde ich gute Elektriker?

Katharina Schneider

Das Arbeiten mit Strom kann gefährlich werden. Wenn es um Elektroinstallation geht, solltet ihr deshalb lieber einem Profi-Handwerker das Feld überlassen, als euch selbst daran zu wagen. Was einen guten Elektriker ausmacht und wie ihr ihn findet, lest ihr hier.

Defekte Steckdosen, komplette Verkabelung oder eine Photovoltaik-Anlage – Elektriker haben viele Einsatzgebiete. Und gerade bei dem Umgang mit Strom gilt auch für den ambitioniertesten Heimwerker grundsätzlich Vorsicht. Schon kleine Fehler oder Unachtsamkeiten können schwere gesundheitliche Schäden entstehen. Ihr solltet daher die Arbeiten rund um Steckdosen, Licht und Co. unbedingt einem Elektriker überlassen.

Wir zeigen euch, wie ihr einen guten Handwerker für Elektroinstallationen findet.

Was macht einen guten Handwerker für Elektroinstallation aus?

Ob ein Elektriker gute Arbeit geleistet hat, zeigt sich daran, ob alle Leitungen und angeschlossenen Geräte funktionieren – und zwar dauerhaft. Aber woher wisst ihr bereits bei der Handwerkersuche, ob jemand ein guter Elektroinstallateur ist?

Fachkenntnisse und Qualität der Arbeit

Ein erster Anhaltspunkt für die Qualifikation ist ein Meisterbrief. Den muss nicht jeder Handwerker eines Betriebs haben. In Innungsbetrieben gibt es aber zumindest einen Elektriker-Meister. Falls euch der Handwerker seine Qualifikation nicht unaufgefordert zeigt oder sie öffentlich gemacht hat, fragt ihn ruhig danach.

Wenn ein Betrieb nicht in der Lage ist, eine Arbeit schnell auszuführen, muss das kein schlechtes Zeichen sein. Denn dann sind die Leistungen vielleicht so gut, dass er wegen hoher Nachfrage viel beschäftigt ist.

Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit

Ein guter Elektriker ist für euch gut erreichbar und hält sich an seine Zusagen oder Zeitpläne. Außerdem ist es natürlich von Vorteil, wenn er euch zeitnah seine Dienste anbietet. Bei Fragen oder auftretenden Problemen ist er für euch da und unterstützt oder hilft.

Fairer Preis

Für einen guten Elektriker spricht auch, dass er euch einen fairen, marktüblichen Preis anbietet. Bei im Vergleich zu den Wettbewerbern sehr günstigen Angeboten solltet ihr allerdings vorsichtig sein – denn wenn sich ein Preis zu gut anhört, um wahr zu sein, ist er das in der Regel auch.

Wie finde ich einen guten Elektriker?

Persönliche Empfehlung ist Trumpf

Wenn ihr auf der Suche nach einem Elektriker seid, dann empfiehlt es sich zunächst, im Freundes- und Bekanntenkreis zu fragen. Wenn ihr selbst einen guten Handwerker aus einem anderen Bereich habt, könnt ihr ihn auch nach einer Empfehlung für einen kompetenten Elektriker fragen.

Tipp: Achtet darauf, dass der Handwerker in eurer Nähe ist. Wenn der Elektriker kurz fahren muss, ist auch oft die Pauschale für die Anfahrt geringer.

Internetrecherche hilft bei der Suche nach gutem Elektriker

Bei der Suche nach einem guten Elektriker ist das Internet eine große Hilfe. Ihr findet sie bei Google Maps, in Online-Branchenbüchern und oder speziellen Handwerkerportalen wie zum Beispiel "Wirsindhandwerk.de". Beim Zentralverband Elektrohandwerk oder der Handwerkskammer in eurer Nähe findet ihr qualifizierte Innungsbetriebe.

Tipps: Schaut euch die Webseite des Elektrikers genau an. Ist sie professionell gemacht? Gibt es dort Fotos der Dienstleistungen und Referenzen? Bietet der Betrieb die Leistung an, die ihr sucht? Zeigt der Betrieb Referenzen?

Wann ist es sinnvoll, ein Gesuch aufzugeben?

Ihr könnt im Internet bei Portalen wie "My Hammer" oder "Check24" auch ein Gesuch für eine Handwerkerleistung aufgeben. Dabei ist es wichtig, dass ihr die auszuführende Arbeit so präzise wie möglich beschreibt. Das eignet sich besonders dann, wenn ihr einen nicht zu komplexen Auftrag habt. Geht es darum, die komplette Elektroinstallation bei einem Neubau zu machen, eignet sich ein Gesuch eher nicht.

Wichtig für euer Gesuch sind folgende Angaben:

  • Welche Arbeiten soll der Handwerker erledigen?
  • Wo ist das Objekt?
  • Welches Zeitfenster gibt es für den Auftrag?
  • Wie groß ist die Fläche?

Sinnvoll ist auch, Fotos hochzuladen, damit der Handwerker sich den Umfang der Arbeiten präziser vorstellen kann.

Eigenes Bewertungssystem hilft bei der Auftragsvergabe

Wenn ihr eine Vorauswahl getroffen habt, macht euch am besten eine Tabelle mit den Firmennamen als Zeilen und den einzelnen Kriterien als Spalten. In die Kästchen tragt ihr dann eure Bewertung ein, echte Profis nutzen dafür sogar ein eigenes Punktesystem mit Gewichtung der einzelnen Kriterien – das macht Stiftung Warentest übrigens auch so.

Ein Hinweis vorab: Natürlich spielt der Preis eine große Rolle, aber er sollte nicht das einzige Kriterium sein.

Wie ist der erste Eindruck?

Der erste Eindruck ist der wichtigste. Achtet darauf, ob euch der Handwerker ein positives Gefühl gibt – schon am Telefon. Denn das gehört zu einem professionellen Dienstleister dazu. Wichtig ist, dass er auf eure Fragen eingeht und sie beantworten kann.

Entscheidet nach eurem Bauchgefühl. Wer macht den kompetentesten und zuverlässigsten Eindruck, wer ist freundlich und versucht nicht, euch mit Fachbegriffen zu verwirren?

Geht der Elektriker auf eure Wünsche ein?

Der Elektriker sollte euch auch komplizierte Zusammenhänge verständlich erklären können. Außerdem können gute Elektriker Angaben zur voraussichtlichen Fertigstellung machen und euch sagen, von welchen Firmen das verwendete Material stammt. Sie sollten auch beratend an eurer Seite stehen und auf eure Wünsche eingehen. Vorsichtig solltet ihr werden, wenn Empfehlungen ausgesprochen werden, die eigentlich nicht in eurem Sinne sind sondern nur die Kasse des Elektrikers auffüllen.

Wie ist der Ablauf beim Kostenvoranschlag?

Ihr solltet euch vor der Beauftragung einen Kostenvoranschlag (KVA) einholen. So könnt ihr auch mehrere Handwerker vergleichen. Seriöse Elektriker bieten diesen kostenlos an. Reagiert der Elektroinstallateur unwirsch oder liefert einen schlampigen KVA, spricht das nicht für einen professionellen Dienstleister.

Wie hoch ist der voraussichtliche Preis?

Wahrscheinlich habt ihr euch ein Budget gesetzt, deshalb spielt der Preis eine wichtige Rolle. Ihr solltet aber bedenken, dass Kostenvoranschläge unverbindlich sind. Laut BGH-Rechtsprechung kann der tatsächliche Rechnungsbetrag bis zu 20 Prozent über dem Kostenvoranschlag liegen.

Anders sieht es bei einem Angebot aus. Dieser Betrag ist immer verbindlich, setzt jedoch in der Regel eine Begehung und größere Umstände für den Handwerker voraus. Dieser Aufwand kostet in der Regel etwas.

Tipp: Achtet darauf, dass ihr den Rechnungsbetrag per Überweisung oder EC-Karte bezahlen könnt. Außerdem sollten die Handwerkerleistungen und die Kosten für Material getrennt auf der Rechnung aufgeführt werden. Nur so könnt ihr die Leistungen von der Steuer absetzen.

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