Modernes Wohnzimmer mit einer Sockelheizung.
© Variotherm Heizsysteme

Modernisieren | Ratgeber

Sockelheizung: Was bringt die Wärme aus einer Heizleiste?

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Eine Sockelheizung ist eine interessante Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen. Warum eine Heizleiste eine ganz andere Art von Wärme erzeugt, welche Systeme es gibt und was diese ungefähr kosten, das erfahrt ihr hier.

Eine Sockelheizung (auch Sockelleistenheizung, Fußleistenheizung oder Heizleiste) ist so etwas wie ein Kompromiss zwischen wandhängendem Heizkörper und einer Fußbodenheizung. Wie eine Sockelheizung funktioniert, für wen sie in Frage kommt und was sie kostet, das klären wir hier.

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Was ist eine Sockelheizung?

Bei einer Sockelheizung wird der eigentliche Heizkörper im Wandbereich nahe des Fußbodens – also am Sockel – installiert. Dabei gibt es aber keine einzelnen, punktuell verbauten Heizkörper. Vielmehr führt die Heizleiste komplett um den ganzen Raum herum, eben wie eine "normale" Fußleiste auch.

Unterschieden werden grundsätzlich zwei Arten von Sockelheizungen:

  • wassergeführte Sockelheizung: Die konventionelle Art der Wärmegewinnung. Über eine zentrale Heizungsanlage fließt warmes Wasser durch die in der Heizleiste verbauten Kupferrohre.
  • elektrische Sockelheizung: Hier erfolgt die Wärmeerzeugung über Strom, der in die Heizstäbe der Heizleiste fließt.

In beiden Fällen leitet eine Blende vor den Sockelheizleisten die Luft durch die Heizkörper und sorgt außerdem dafür, dass die eigentlichen Heizelemente nicht zu sehen sind.

Wie funktioniert eine Sockelheizung?

Die innerhalb der Heizleiste verbauten Heizrohre sind mit Rippen oder Lamellen verkleidet. Von unten strömt die kältere Raumluft durch die Lamellen, wird dabei erwärmt und steigt dann dicht an der Wand nach oben.

Angenehme Strahlungswärme

Dass die warme Luft dicht an der Wand bleibt, ist ein ganz wichtiger Effekt bei einer Sockelheizung. Dadurch entsteht sogenannte Strahlungswärme. Herkömmliche Heizkörper arbeiten mit Konvektionswärme. Dabei gibt der Heizkörper seine Wärme direkt an die Luft ab und erwärmt diese.

Bei der Strahlungswärme erwärmt der Heizkörper andere Objekte (in diesem Fall die Wand). Die aufgeheizten Flächen der Objekte fungieren dann wiederum als Heizkörper. Das Ergebnis ist eine gesteigerte "thermische Behaglichkeit". Und noch ein Effekt: Weil die Luft ihre Wärme an die Wand abgibt, kühlt sie sich ab und steigt so nicht ganz bis zur Decke auf. Der Vorteil: Die Raumluft wird (anders als bei der Konvektionswärme) nicht durcheinander gewirbelt. Das hilft vor allem Allergikern.

Feuchtigkeit wird verhindert

Der beschriebene Wärmeschleier hat einen weiteren sehr positiven Effekt. Er verhindert, dass sich Feuchtigkeit am Mauerwerk bildet und beugt so der Schimmelgefahr vor. Und die höhere Oberflächentemperatur gleicht auch die negativen Auswirkungen von Wärmebrücken aus. Plus: Zugluft und Kondensatbildung an Fenstern verringern sich.

Detaiansicht einer Sockelheizung.
Um effektiv zu arbeiten, sollte die Sockelheizung möglichst nicht zugestellt werden. Kleinere Möbel können mit einem entsprechenden Abstand zur Wand aber platziert werden. © radia-therm

Sockelheizung: Vorteile und Nachteile

Laut eines (für einen Heizleisten-Hersteller) erstellen Gutachtens, benötigt eine Strahlungsheizung rund zwei Grad Celsius weniger als eine lufterwärmende Konvektionsheizung, um das gleiche Gefühl an Behaglichkeit zu erzeugen.

Zu den Vorteilen der Technik zählen außerdem:

  • die gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum
  • der Schutz vor Schimmel durch trockene Wände
  • die geringe Baugröße der Sockelheizung

Nachteile sind hingegen:

  • die im Vergleich zu herkömmlichen Heizkörpern geringere Leistung.
  • die Einbausituation, das heißt die Leisten dürfen nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt sein.
  • Knackgeräusche, die bei unsachgemäßer Verbauung von sich unterschiedlich ausdehnendem Materialien (Heizelemente, Halterung, Verblendung) entstehen.

3 Dinge, die bei der Installation einer Sockelheizung zu beachten sind

Eine Heizleiste ist eine interessante, aber noch weitgehend unbekannte Heizungsvariante. Hier drei Punkte, die ihr beachten solltet, wenn ihr euch für einen Kauf oder eine Installation interessiert:

1. Elektrische oder wassergeführte Sockelheizung?

Zuerst geht es darum, welche Art von Heizleiste installiert werden soll. Eine elektrische Sockelheizung ist zwar fix installiert. Mit Strom zu heizen ist oft aber ziemlich teuer. Hier rechnet sich der Einsatz meist nur in einzelnen, kleineren Räumen sowie Apartments oder in einem Tiny House.

Wirtschaftlich sinnvoller ist die wassergeführte Variante. Der Anschluss an die bestehende Heizungsanlage ist zwar aufwändiger, rechnet sich mittelfristig über die Energiepreise aber eher als Strom.

Dabei hängt die passende Dimensionierung der Heizleisten von folgenden Faktoren ab:

  • der Vorlauftemperatur
  • der benötigten Leistung
  • der Länge/dem Umfang der Installation

Wichtig bei der Vorplanung ist die Vorlauftemperatur der Heizleiste – also die Temperatur, mit der das erwärmte Wasser im Heizkörper ankommt. Experten empfehlen eine Vorlauftemperatur zwischen 50 und 55 Grad Celsius, nach Möglichkeit nicht über 60 Grad Celsius.

Bei Niedertemperaturheizungen und Wärmepumpen, aber auch bei der Brennwerttechnik kann es deshalb Probleme geben. Ob sich eure vorhandene Heizanlage für den Einsatz einer Sockelheizung eignet, kann euch verbindlich nur ein Fachmann sagen.

2. Wichtige bauliche Voraussetzungen

Wie beschrieben, bleibt die von der Sockelheizung produzierte Wärme an der Wand und heizt diese auf. Das ist dann am effektivsten, wenn das Gebäude auch gut gedämmt ist. Sonst besteht die Gefahr, dass zu viel Wärme über die Wand nach außen verloren geht. Und: Bei großen Fensterflächen wird es schwierig, eine ausreichend dimensionierte Sockelheizung zu installieren.

Ein zweiter Punkt sind die Wände selbst. Sind diese möglichst glatt, arbeiten die Heizleisten am besten. Es ist zwar keine zwingende Voraussetzung, aber diffusionsoffene Kalkputze, die zudem noch feuchtigkeits- und wärmeregulierend sind, sind ideale Wärmeleiter.

3. Reduzierte Abstellmöglichkeiten

Wie beschrieben werden Heizleisten rundum laufend an der Wand installiert. Dabei gibt es Modelle, die komplett auf dem Putz liegen, andere werden zum Teil unter Putz gelegt. Bei beiden Varianten ist für eine optimale Energieausbeute wichtig, dass die Leisten nicht zugestellt werden. Schränke, Kommoden oder andere große Möbelstücke, die üblicherweise an der Wand stehen, sind da eher hinderlich.

Was kostet eine Sockelheizung?

Für die Preiskalkulation einer Sockelheizung gibt es nur grobe Daumenwerte. Danach kostet euch eine wasserführende Heizleiste rund 100 Euro pro laufendem Meter oder 75 Euro pro Quadratmeter Wohnraum. Elektrische Systeme sind rund 30 Prozent günstiger.

Aber wie gesagt: Das sind nur ungefähre Angaben. Für eine seriöse Berechnung ist der energetische Zustand des Gebäudes genauso wichtig wie der Heizwärmebedarf und die zugrunde liegende Heizquelle.

Mann installiert eine Sockelheizung.
In ein Trägersystem werden die Heizlamellen eingesetzt. Die wiederum liegen hier um ein mit Heizwasser gefülltes Kupferrohr. Die Lamellen werden dann mit einer Blende verkleidet. © Variotherm Heizsysteme

Fazit: Für wen eignet sich eine Sockelheizung?

"Unser Hauptkundenkreis ist der bewusste Kunde, der auf einfachste Weise ein gesundes Strahlungswärmeklima ohne stetige Staublast in der Atemluft möchte. Ein weiterer großer Kundenteil kommt zu uns, um Kondensations- und damit Schimmelproblematiken sicher und dauerhaft zu lösen", sagt Ingo Rhein, Inhaber der in Born am Darß ansässigen Firma radia-therm.

Das klingt nach einem Nischendasein und ist es wohl auch. Was nicht bedeutet, dass Heizleisten nicht eine interessante Alternative zu den gewohnten Heizarten wären. Gerade die Strahlungswärme und die damit verbundenen Vorteile sind ein Pluspunkt. Und wer nur temporär und/oder in einzelnen Räumen heizt, für den sind Heizleisten hochinteressant.

Ob sich die Installation in einem größeren Rahmen lohnt, hängt von vielen Faktoren ab:

  • Wie ist der energetische Gesamtzustand des Gebäudes?
  • Welche bestehende Heizanlage gibt es?
  • Wie hoch wäre der Aufwand für den Ein- oder Umbau?

Das sind aber alles Fragen, die ihr euch bei einer neuen Heizung sowieso stellen müsst. Wenn ihr so etwas plant, dann sprecht doch euren Energieberater oder Heizungsbauer ruhig mal auf diese Alternative an.

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