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Modernisieren | Ratgeber

Parkett versiegeln: Hartöl, Hartwachsöl und Parkettlack im Vergleich

Sandra Hermes

Welches Finish eignet sich für euren Holzboden? Parkett versiegeln mit Hartöl, Hartwachsöl oder Parkettlack? Wir nennen euch die wichtigsten Fakten, Vorteile und Nachteile zur Parkettversiegelung.

Um den Anforderungen in unserem Alltag zu trotzen, braucht ein Holzboden eine Schutzschicht. Von Parkettlack, Hartöl und Hartwachsöl haben die meisten Heimwerker schon gehört. Die Vorteile und Nachteile der einzelnen Möglichkeiten, Parkett oder Dielen zu versiegeln, sind aber nicht immer klar. Wir haben alle Argumente für euch zusammengefasst.

Die richtige Versiegelung für euren Holzboden

In rohem Zustand ist Holz ein empfindliches Naturmaterial. Das gilt besonders für einen Holzboden. Schließlich wird er von uns allen täglich mit Füßen getreten. Damit er das möglichst lange übersteht, muss eine Schutzschicht her. Aber welche? Das ist die große Frage, vor der jeder Holzbodenbesitzer steht.

Lackieren, ölen oder wachsen? Jedes Finish hat seine Vor- und Nachteile. Hier kommt unser Schnell-Check zum Thema Parkett versiegeln.

Parkett versiegeln mit Hartöl

Anders als einfaches Holzöl (zum Beispiel Leinöl) enthält ein Hartöl zusätzlich ein Harz. Augen auf: Bei der Wahl des Produkts fallen Heimwerker leicht auf Holzöle herein, die gar keine sind, da der Begriff nicht geschützt ist.

Die Kosten für 1 Liter Hartöl hängen stark von Abnahmemenge (je mehr desto günstiger), Hersteller und Verkäufer ab und belaufen sich im Baumarkt auf rund 25 Euro pro Liter. Mit dieser Menge lassen sich rund 15 bis 18 Quadratmeter Parkett versiegeln.

EIn Pinsel mit Holzöl streicht Holz
Holz kann auf natürliche Weise mit Hartöl geschützt werden. © Getty Images/iStockphoto

Vorteile von Hartöl

Das große Plus von Hartöl ist das schnellere Aushärten. Das Öl dringt in die Holzporen ein und schützt und härtet das Holz von innen. Je mehr Schichten aufgetragen werden, desto höher ist seine Widerstandskraft. Dabei betont das Öl die natürliche Farbe und die Maserung des Holzes. Es wird "angefeuert", sagt der Profi.

Soll das Holz dabei noch dunkler, rötlicher oder goldener werden, könnt ihr Hartöle mit einer entsprechenden Pigmentierung nutzen. Bilden sich mit der Zeit Laufstraßen, könnt ihr einen geölten Boden sehr leicht wieder auffrischen. Außerdem fühlt er sich immer noch nach Holz an und besitzt eine natürliche Elastizität.

Ein geölter Holzfußboden ist atmungsaktiv und diffusionsoffen. Ein Plus für das Raumklima.

Nachteile von Hartöl

Ein geölter Boden ist relativ empfindlich. Schon nach einigen Jahren wird man genau sehen, welche Bereiche ihr regelmäßig mit Schuhen betretet und wo der Hund seine Krallen gewetzt hat. Er muss also besonders gut gepflegt werden und braucht in regelmäßigen Abständen eine Auffrischung.

Ein Hartöl macht nur Sinn, wenn der Boden noch roh ist oder bereits vorher geölt war. Hatte er eine Lackschicht, muss diese komplett abgetragen werden.

Außerdem ist Hartöl bei der Verarbeitung sehr temperaturempfindlich. Damit das Öl gut aushärten kann, darf es nicht zu heiß und nicht zu kalt sein. Zwölf Grad sind das Optimum.

Parkett versiegeln mit Hartwachsöl

Wenn vom Wachsen die Rede ist, ist heute in der Regel eine Behandlung mit Hartwachsöl gemeint. Auch hier hängen die Kosten natürlich von Abnahmemenge, Hersteller und Bezugsquelle ab. Ein Liter Hartwachsöl kostet im Baumarkt etwa genauso viel wie Hartöl: rund 25 Euro. Allerdings reicht diese Menge, um gut und gerne 20 Quadratmeter Parkett zu versiegeln (bei einmaligem Anstrich).

Öko-Test warnt (siehe Hinweise unten) wegen gesundheitsschädlichen Bestandteilen vor einigen Hartwachsölen. Das Prädikat "sehr gut" erhielt hingegen "Remmers Hartwachs-Öl [eco]" (farblos), unter anderem weil nach Herstellerangaben mindestens 90 Prozent der Inhaltsstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen stammen sollen und keine bedenklichen Inhaltsstoffe gefunden wurden.

Insgesamt lässt sich sagen: Hartwachsöl vereint die Vorteile der Bestandteile Öl und Wachs.

Hartwachsöl wird auf Holzboden geschüttet
Ein Liter Hartwachsöl reicht – bei einmaliger Anwendung – für rund 20 Quadratmeter Holzboden. © Oli-Natura

Vorteile von Hartwachsöl

Das Öl dringt tief in den Holzboden ein und schützt seine Struktur von innen. Das Wachs bildet einen harten Schutzfilm auf der Oberfläche. So wird der Boden pflegeleicht und unempfindlich gegen Feuchtigkeit vom Wischen. Wie beim Hartöl wird der Farbton dunkler und die Maserung tritt deutlicher hervor.

Auch ein Boden, der mit Hartwachsöl behandelt wurde, kann später leicht ausgebessert werden. Nach einiger Zeit werdet ihr die Übergänge zwischen dem ausgebesserten Bereich und den älteren Abschnitten nicht mehr erkennen.

Nachteile von Hartwachsöl

Ein Hartwachsboden kann theoretisch lange halten. Einen normalen Familienalltag mit Kindern, Straßenschuhen, Sand und Steinchen wird er aber nicht ewig überleben. Auch hier muss nach einigen Jahren punktuell ausgebessert oder aufgefrischt werden.

Holz mit einer Hartwachsschicht ist außerdem empfindlich gegen Nässe. Nasse Schuhe oder sonstige Pfützen dürfen nicht länger auf dem Boden stehen, sonst führt die Dauerfeuchtigkeit zu Verfärbungen. Normales Wischen ist dagegen kein Problem.

Nach dem Auftragen braucht Hartwachsöl relativ lange zum Aushärten. Blöd, wenn man gerade kurz vorm Einzug steht oder ein Zimmer nach dem Renovieren schnell wieder nutzen möchte.

Parkett versiegeln mit Parkettlack

Im Vergleich mit Hartöl und Hartwachsöl klingt Parkettlack für den Laien besonders edel – vielleicht weil man automatisch an spiegelnde Tanzsäle denkt?

Die Kosten für Parkettlack belaufen sich auf rund 20 bis 25 Euro pro Liter. Pro Quadratmeter solltet ihr mit etwa 100 bis 120 Milliliter Parkettlack planen – das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Liter für acht bis zehn Quadratmeter reicht.

Auch wenn der Liter Parkettlack im Vergleich mit Hartöl und Hartwachsöl etwas günstiger sein kann, sind die Kosten pro Quadratmeter Holzboden schlussendlich am höchsten.

Parkett lackieren
Parkettlack ist sehr widerstandsfähig und kann Holzboden eine glänzende Optik verleihen. © Getty Images/iStockphoto

Vorteile von Parkettlack

Ein lackierter Boden ist sehr glatt und widerstandsfähig. Ihr könnt ihn prima wischen oder absaugen. Modernen Zweikomponentenlacken können auch normale mechanische Belastungen nicht viel anhaben. Die Oberfläche ist trotz der entstandenen Schutzschicht so elastisch, dass sie nicht so schnell reißt.

Solange die Lackschicht intakt ist, ist auch Feuchtigkeit kein Problem. Nach der Behandlung mit Parkettlack kann der Boden nach einigen Tagen wieder voll genutzt werden. Der Holzton bleibt weitgehend erhalten.

Nachteile von Parkettlack

Ein mit Parkettlack versiegelter Holzboden ist dennoch nicht steinhart. Lasst ihr etwas sehr Schweres fallen, können Risse entstehen. Auch eine Dauerbelastung im Eingangsbereich kann seine Widerstandkraft auf eine harte Probe stellen.

Sind einmal Risse entstanden, kann Feuchtigkeit eindringen und das Holz unter der Lackschicht beschädigen. Unschöne Verfärbungen sind zu sehen und können auch bei einer Lackversiegelung nach etwa zehn bis 15 Jahren eine Renovierung notwendig machen. Die muss dann in der Regel für den ganzen Raum durchgeführt werden.

Wer Lack in der engeren Auswahl hat, sollte nicht nur an die Optik denken. Stellt euch vor, mit nackten Füßen über euren Holzboden zu laufen. Bei einer Lackierung spürt ihr nur noch die Lackschicht. Die Haptik eines warmen Holzbodens ist verschwunden.

Auch in Sachen Raumklima gibt es Abzüge: Der Lack versiegelt das Holz und lässt keinen Feuchtigkeitsaustausch mit der Raumluft zu.

Fazit: Öl, Wachs oder Lack zur Parkettversiegelung?

Vor- und Nachteile halten sich bei allen drei Produkten beinah die Waage. Ob ihr Hartöl, Hartwachsöl oder Parkettlack den Vorzug gebt, ist sehr von euren individuellen Vorlieben abhängig.

Zwei Fragen solltet ihr euch in erster Linie stellen:

  • Wie wichtig ist mir die Langlebigkeit? Sprich: Kann ich damit leben, dass man einem geölten oder gewachsten Boden in stark genutzten Bereichen schnell ansieht, dass dort Leben im Haus ist?
  • Will ich die Eigenschaften des Naturprodukts Holz möglichst erhalten?

Wenn ihr beide Fragen mit "Ja" beantwortet, seid ihr vermutlich eher der Hartöl- oder Hartwachsöl-Typ.

Wenn euch die reine Optik wichtiger ist als das natürliche Holzgefühl und ihr keine Lust habt, euren Boden schon nach wenigen Jahren einer Frischekur zu unterziehen, seid ihr mit Parkettlack besser bedient.

Wichtige Hinweise zur Verwendung von Hartöl, Hartwachsöl und Parkettlack

Bitte beachtet: Wenn ihr euer Parkett versiegeln wollt, solltet ihr unbedingt die Hinweise auf der Verpackung ernst nehmen und stets Arbeitshandschuhe, Schutzbrille und – ganz wichtig – eine Atemschutzmaske tragen. Bitte achtet auch auf eine gute Raumbelüftung bei und nach der Parkettversiegelung. Wie Öko-Test festgestellt hat, enthalten viele Produkte bedenkliche Bestandteile, die zu Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen führen können und im schlimmsten Fall sogar das zentrale Nervensystem angreifen.

Eine Alternative zur Parkettversiegelung mit Öl, Hartwachsöl oder Parkettlack hat unsere Bloggerin Mona in ihrem Haus ausprobiert. Sie hat ihren Dielenboden gelaugt und geseift:

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