Schleifmaschine auf Parkettboden
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Wohnen | Ratgeber

Parkett schleifen: 7 Tipps von Profi-Handwerkern

Katharina Schneider

Parkett ist auch deshalb so beliebt, weil es sich renovieren lässt. Wenn euer Holzboden in die Jahren gekommen oder mit vielen Kratzern und Dellen versehen ist, dann solltet ihr das Parkett schleifen lassen. Worauf ihr achten müsst, wenn ihr den Auftrag vergebt, erklären Profi-Handwerker.

Parkett hat viele Vorteile: Der Bodenbelag ist natürlich und schafft eine wohlige Atmosphäre. Doch Parkett ist auch empfindlich. Mit der Zeit bekommt das Holz Kratzer oder Dellen, Wasser- und Brandflecken. Ein großer Pluspunkt von Parkett ist aber, dass es renoviert werden kann. Und dann auch wieder wie neu aussieht.

Wir haben die wichtigsten Tipps von Profi-Handwerkern gesammelt. Sie sagen euch, was ihr beachten müsst, wenn ihr euer Parkett renovieren und schleifen lassen wollt.

1. Parkett renovieren ist günstiger, als neu zu verlegen

"Parkett ist der einzige Bodenbelag, der mehrmals renoviert werden kann", sagt Michael Schmid, Vorsitzender des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (VDP). Allerdings gilt das nicht ewig. Deshalb solltet ihr euch zunächst überlegen: Lohnt es sich, das Parkett abzuschleifen und neu zu versiegeln oder solltet ihr lieber neue Bretter verlegen.

Häufig lohnt sich das Abschleifen finanziell mehr. Bei sehr stark beschädigten Bereichen könnt ihr euch auch für eine partielle Neuverlegung entscheiden. So könnt ihr immer noch den Großteil des Bodens retten.

2. Lasst euer Parkett nur schleifen, wenn es nötig ist

Ja, Parkett lässt sich abschleifen und renovieren. Aber nicht unendlich oft. Ob ein Parkett mehrmals renoviert werden kann, hängt davon ab, ob die Nutzschicht des Bodens stark genug ist. So lässt sich ein Fertigparkett mit einer bis zu 4 Millimeter dicken Nutzschicht laut der Einschätzung von Profis nur einmal abschleifen.

Ist die Nutzschicht dicker, könnt ihr häufiger renovieren. Das gilt auch für Massivparkett. Dieser Bodenbelag ist je nach Nutzschichtdicke und Beschaffenheit vier bis acht Mal schleifbar.

Nicht renovierbar sind Böden, die eine sehr dünne Nutzschicht von 1 bis 2,5 Millimeter haben. Bei denen handelt es sich in der Regel um Furnierböden. Werden diese Böden geschliffen, besteht die Gefahr, dass sie durchgeschliffen und damit zerstört werden.

Bevor ihr an die Renovierung und das Abschleifen eures Parketts denkt, solltet ihr euch also über dessen genaue Beschaffenheit im Klaren sein. Die Stärke der Nutzschicht eures Bodens könnt ihr einfach selber nachmessen, wenn ihr euch den Querschnitt des Bodens anschaut. Das geht gut an einer Stelle mit Abdeckschiene oder beim Auslass von Heizkörpern.

Ein Parkettboden sollte in der Regel alle zehn bis 15 Jahre abgeschliffen werden – auch wenn er gut gepflegt und vorsichtig genutzt wurde.

3. Beauftragt einen Parkett-Profi

Es gibt unzählige Anleitungen und Videos, wie ihr euer Parkett selber schleifen könnt. Baumärkte bieten die Maschinen an, es sieht einfach aus und soll ein günstiges und gutes Ergebnis liefern.

Doch ganz so simpel wie beschrieben ist es nicht, ein Parkett fachmännisch und ordentlich abzuschleifen. Das geht schon bei den Maschinen, die im Verleih angeboten werden, los: Zwar sind sie oft vom selben Hersteller wie Profi-Maschinen. Allerdings hätten sie oft nur die Hälfte der Motor- und Schleifleistung, so warnen Bodenleger, weil Laien mit leistungsschwächeren Maschinen weniger Schäden verursachen können. Dementsprechend kostet das Selbst-Abschleifen deshalb auch viel Zeit – in der Regel ist der Profi drei Mal schneller.

Darüber hinaus bedarf es durchaus handwerkliches Geschick, Parkett fachmännisch abzuschleifen. Die meisten Schleiffehler sehr ihr erst, nachdem das Parkett lackiert ist. Auch der VDP rät dazu, für eine komplette Bodenrenovierung einen Profi ans Werk zu lassen.

Das gilt nicht für kleine Beschädigungen, die könnt ihr durchaus selbst ausbessern. Ein entsprechendes Kit dafür findet ihr im Fachhandel.

4. Ihr erkennt den seriösen Profi

Wenn ihr euch entschieden habt, euer Parkett komplett renovieren zu lassen, wollt ihr einen guten Handwerker finden. Gut zu wissen: Sowohl Bodenleger wie auch Schreiner kommen für diese Aufgabe in Frage.

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, dann empfiehlt sich ein Innungsbetrieb. In diesen Fachbetrieben gibt es mindestens einen Meister. Außerdem sind sie auch für die Ausbildung zuständig und haben daher oft auch einen Informationsvorsprung durch Verbände.

Wichtig ist, dem Handwerker euer Vorhaben schon im Vorfeld so präzise wie möglich zu schildern. Ihr solltet sagen können:

  • um welches Parkett es sich handelt,
  • wie groß die abzuschleifende Fläche ist,
  • wie lang die Fußleisten sind,
  • welche Versiegelung vorhanden ist,
  • wie groß die Schäden sind und
  • welche neue Versiegelung ihr euch vorstellt.

Es empfiehlt sich außerdem, einen Betrieb in der Nähe zu suchen. Denn oft müssen die Profis mehrmals vom Arbeitsort zum Betrieb fahren. Bei kürzeren Anfahrten spart ihr euch Geld.

5. Parkett schleifen: Mit Eigenarbeit könnt ihr euch Kosten sparen

Kosten sparen könnt ihr euch auch, indem ihr einige Aufgaben selber erledigt und euch dem Profi als "Handlanger" anbietet. So könnt ihr zum Beispiel den Raum schon selbst leer räumen und die Sockelleisten selbst abschrauben. Auch das Anschrauben der Sockelleisten nach der Renovierung und die Abschlussreinigung könntet ihr selbst übernehmen.

Am besten ist es, ihr sprecht mit den Handwerkern und fragt, was ihr selbst tun könnt – am besten vor der Erstellung eines konkreten Angebots. Dann wissen beide Seiten über die Voraussetzungen Bescheid und der Preis kann entsprechend berechnet werden.

6. Ein professionelles Angebot enthält alle Posten

Ein seriöses und professionelles Angebot enthält viele Posten. Ist einfach nur ein Betrag aufgeführt, lasst lieber die Finger von dem Betrieb. In einem professionellen Angebot sind alle Fahrtkosten enthalten, alle Arbeiten wie das Entfernen der Sockelleisten oder das Versenken und Verspachteln von Nägeln sowie die Abschlussreinigung. Außerdem sollten alle verwendeten Materialien inklusive Hersteller aufgelistet sein.

Auch die Behandlung nach dem Abschleifen sollte im Vorfeld besprochen werden und im Angebot auftauchen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten: Häufig ist eine Lackierung günstiger, als das Parkett zu wachsen oder zu ölen. Bei starken Beschädigungen kann aber auch ein Speziallack fällig werden, der mehr kostet.

7. Nach der Renovierung solltet ihr euer Parkett richtig pflegen

Wenn euer Parkett komplett renoviert worden ist, sollte der Boden glänzen und glatt und eben sein. Nun gilt es, ihn vor neuen Schäden zu bewahren. So habt ihr nicht nur länger einen schönen Boden, sondern spart beim nächsten Abschleifen auch Geld. Wer sich gut um seinen Boden kümmert, hat auch länger etwas davon.

"Entscheidend ist, dass die vom Parketthersteller oder -verleger empfohlenen Pflegehinweise eingehalten werden. Je nach Art der Oberflächenbehandlung gibt es spezielle Pflegemittel, die mit den Herstellern der eingesetzten Lacke oder Öle abgestimmt sind", sagt VDP-Chef Schmid. Nur so könne das Parkett auch vor Flecken und Kratzern geschützt werden.

Es ist in jedem Fall hilfreich, Möbel mit kleinen Filzschonern zu versehen, damit sie keine Dellen im Holz hinterlassen. Außerdem sollte niemand mit Straßenschuhen oder gar hohen, spitzen Absätzen über den Boden laufen.

Auch Wasser ist gefährlich. Denn die Versiegelung bietet lediglich einen Schutz vor Feuchtigkeit, nicht aber vor Nässe. Um nicht mit unschönen Wasserflecken leben zu müssen, solltet ihr Pfützen, die zum Beispiel durchs Blumengießen entstehen, sofort aufwischen.

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