Häuser mit Solarkollektoren auf dem Dach
© Getty Images/iStockphoto/acilo

Bauen | News

KfW-Neubauförderung für energieeffiziente Gebäude startet wieder

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Für die Förderung energieeffizienter Neubauten können ab dem 20. April wieder Fördergelder beantragt werden. Es gibt aber nur noch halb so viel Geld und die Mittel werden wohl bald erschöpft sein.

Nachdem die Neubauförderung für energieeffiziente Gebäude Ende Januar gestoppt wurde, läuft sie nun wieder an. Ab dem 20. April können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) neue Anträge gestellt werden. Allerdings haben sich die Förderbedingungen geändert und es wird nicht mehr jedes Effizienzhaus 40 gefördert.

Die Neubauförderung für Wohn- und Nichtwohngebäude im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet damit wieder. Die Sanierungsförderung war bereits am 22. Februar wieder aufgenommen worden.

Die Neubauförderung ist in dieser Form bis zum 31. Dezember 2022 befristet. Für sie steht ein Budget von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Dieses Budget wird voraussichtlich sehr schnell ausgeschöpft sein.

Keine Förderung mehr für den Einbau von Gasheizungen

Bundesminister Robert Habeck erklärte, um trotz des geringen Budgets möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, habe man die Fördersätze halbiert. Auch die Förderbedingungen seien geändert worden. "Wir beenden unter anderem einen Anachronismus und fördern künftig nicht mehr den Einbau von Gasheizungen. Das ist politisch allemal angezeigt", sagte Habeck.

Er machte deutlich, dass der Neustart der Neubauförderung mit einer schrittweisen Neuausrichtung der Neubauförderung einher gehe. Ziel sei es, diese Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten. Parallel fördere man prioritär die dringend notwendige Sanierung. Diese sei enorm wichtig, um im Gebäudebereich beim Klimaschutz voranzukommen. "Hier gibt es eine sehr erfreuliche hohe Dynamik, die hilft, Energie und Energiekosten zu sparen", so Habeck.

So viel Neubauförderung ist 2022 möglich

Für energieeffiziente Neubauten werden 2022 nur noch Kredite mit Tilgungszuschüssen zwischen 15.000 und 18.750 Euro angeboten, reine Zuschüsse gibt es nicht mehr. Auch für das Effizienzhaus 40 gibt es keine Zuschüsse mehr, sondern nur noch für

  • Effizienzhaus 40 Erneuerbare Energien (EE),
  • Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit (NH),
  • Effizienzhaus 40 Plus.

Mehr zu den einzelnen Effizienzhaus-Klassen lest ihr in unserem Beitrag zum Thema Energiesparhaus. Wie viel es für welche Energieeffizienzklasse konkret gibt, seht ihr in folgender Tabelle:

  • Effizienzhaus-Stufe
  • Fördersatz Tilgungs- / Investitionszuschuss
  • Maximaler (Tilgungs-) Zuschuss
  • Maximale Kredithöhe
  • Effizienzhaus 40 Plus
  • 12,5 Prozent
  • 18.750 Euro
  • 150.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 NH (Nachhaltigkeit)
  • 12,5 Prozent
  • 18.750 Euro
  • 150.000 Euro
  • Effizienzhaus 40 EE (Erneuerbare Energien)
  • 10 Prozent
  • 15.000 Euro
  • 150.000 Euro

Fördergelder für energieeffiziente Neubauten (Wohngebäude) 2022

Hier sind sieben tolle KfW 40 Plus Effizienzhäuser und hilfreiche Bautipps.

Neuausrichtung der Neubauförderung in drei Schritten

Die Bundesregierung richtet die Neubauförderung generell neu aus. Schritt 1 ist der ab dem 20. April 2022 erfolgende Neustart der EH40- Neubauförderung.

Ist das Budget für 2022 ausgeschöpft, dann gelten für die Neubauförderung in einem zweiten Schritt im Programm EH40-Nachhaltigkeit (EH40-NH) anspruchsvollere Konditionen. Das Programm EH40-Nachhaltigkeit ermöglicht eine Förderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG). Dieses Programm soll bis Ende 2022 gelten. Es umfasst Wohngebäude sowie Nichtwohngebäude. Der Fördersatz beträgt 12,5 Prozent, die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten 150.000 Euro.

Das QNG Siegel ist bereits seit Mitte 2021 optionaler Teil der BEG-Förderung (Bonus im Rahmen der sogenannten "Nachhaltigkeitsklasse 2" der BEG) und wird in der zweiten Stufe dann verpflichtend. Damit will das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ein Signal für die Neuausrichtung auf nachhaltiges Bauen setzen.

Als dritter und letzter Schritt ist dann ab Januar 2023 ein neues umfassendes Programm mit dem Titel "Klimafreundliches Bauen" vorgesehen. Dieses Programm entwickelt das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen weiter. Es wird insbesondere die Treibhausgas-Emissionen im Lebenszyklus der Gebäude noch stärker in den Fokus stellen. Die genaue Justierung des Programmes erarbeitet das Bundesministerium derzeit noch.

Tipp: Ihr wollt ein energieeffizientes Haus bauen? Dann findet ihr hier zehn passende Fertighausmodelle.

Für alle, die an energieeffizienten Häusern interessiert sind, außerdem interessant: "Effizienzhaus: Mit dem KfW-Effizienzhaus Energie und Kosten sparen".

Das wird dich auch interessieren