Älterer Mann vor seinem Eigenheim
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Wer sind die Immobilienbesitzer in Deutschland?

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Welche Personen besitzen in Deutschland am häufigsten Immobilien? Dieser Frage geht eine Auswertung des sozioökonomischen Panels für Zeit online nach. Wir zeigen euch die wichtigsten Ergebnisse und verraten, ob Immobilienbesitz wirklich glücklich macht.

Immer mehr Deutsche besitzen eine eigene Immobilie. Aus den neuesten Daten des Statistischen Bundesamts zur Eigentümerquote geht hervor, dass 46,5 Prozent der Deutschen eine selbst bewohnte Immobilie besitzen. 1998 waren es nur 40,9 Prozent. Aber wer sind die Immobilienbesitzer in Deutschland? Welche Personen hierzulande am häufigsten über Immobilienbesitz verfügen, dieser Frage ging eine exklusive Auswertung von Daten des sozioökonomischen Panels (SOEP) für Zeit Online nach. Wir stellen euch die wichtigsten Ergebnisse vor.

Ob sich ein Immobilienkauf aktuell lohnt, erfahrt ihr in "In Immobilien investieren: Ist das jetzt sinnvoll?"

Immobilienbesitzer in Deutschland sind vor allem Männer, Westdeutsche, Menschen über 50 sowie jene, die besser gebildet sind und über ein höheres Einkommen verfügen.

Regionale Unterschiede beim Immobilienbesitz

Westdeutsche besitzen viel häufiger als Ostdeutsche ein Eigenheim. In den alten Bundesländern sind 45 Prozent der Menschen Immobilienbesitzer, im Osten sind es nur 37 Prozent.

Bundesweit sind die Menschen im Saarland führend. 64,7 Prozent von ihnen wohnten 2018 im Eigenheim. Dagegen gibt es die wenigsten Immobilienbesitzer in Berlin. Denn hier leben nur 17,4 Prozent im Wohneigentum.

In den Städten besitzen 43 Prozent der Menschen eine Wohnung oder ein Haus, auf dem Land sind es 48 Prozent.

Unterschiede zwischen Älteren und Jüngeren und den Geschlechtern

Männer sind mit 45 Prozent etwas häufiger Haus- oder Wohnungsbesitzer als Frauen (42 Prozent).

Junge Leute können sich angesichts steigender Immobilienpreise nur noch selten eine Immobilie leisten. Denn nur zehn Prozent der jungen Erwachsenen bis 34 Jahre besitzen Wohneigentum. Bei den 51- bis 64-Jährigen sind dagegen 57 Prozent Immobilienbesitzer. Im Schnitt sind Immobilienbesitzer in Deutschland 58 Jahre alt.

Oft gehören Immobilien mehreren Personen. Dabei gilt: Je älter, desto öfter ist ein Immobilienbesitzer Alleineigentümer. Nur 22 Prozent der jungen Immobilienbesitzer zwischen 18 und 34 Jahren sind Alleineigentümer einer selbst genutzten Immobilie. Bei den 35- bis 50-Jährigen sind es 27 Prozent. Bei den 51- bis 65-Jährigen 33 Prozent. Ab einem Alter von 66 ist die Immobilie bei 44 Prozent in den Händen einer einzigen Person.

Frauen in dieser Altersgruppe überdurchschnittlich häufig alleinige Besitzerinnen (47 Prozent). Das liegt daran, dass sie eine höhere Lebenserwartung haben und das gemeinsame Haus nach dem Tod des Ehemanns auf die noch lebende Ehefrau übergeht.

Ein Paar betritt zum ersten Mal ihr neues Haus
Für jüngere Menschen ist es hierzulande schwer, sich die eigene Immobilie leisten zu können. © Getty Images/iStockphoto/Rawpixel

Immobilienbesitzer sind gut gebildet und einkommensstark

Von den Menschen, die keinen Bildungsabschluss haben, besitzen nur zehn Prozent ein Haus oder eine Wohnung. Dagegen gehörten von Akademikern 54 Prozent zu den Immobilienbesitzern.

Eine selbst bewohnte Immobilie können sich vor allem Menschen mit einem hohen Einkommen leisten. Von den Menschen, die zum einkommensstärksten Zehntel der Bevölkerung zählen, wohnen 77 Prozent in den eigenen vier Wänden. Beim einkommensschwächsten Zehntel sind es nur 20 Prozent.

Außerdem vermieten oder verpachten Wohlhabende ihre Immobilien viel häufiger – 39 Prozent der Immobilienbesitzer der einkommensstärksten zehn Prozent der Bevölkerung nutzen Eigentum auch zur Kapitalanlage. Ebenfalls aus den Daten des SOEP geht hervor, dass mehr Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Immobilien in der Stadt vermieten oder verpachten (28 Prozent) als auf dem Land (23 Prozent).

Welche Immobilien besitzen die Deutschen?

Entsprechend der Zahlen von Statista für das Jahr 2021 besitzen die meisten Immobilienbesitzer in Deutschland, nämlich 24,39 Millionen, ein Einfamilienhaus. Eine vermietete Immobilien haben 11,45 Millionen Menschen. Besitzer einer Eigentumswohnung sind hierzulande 6,61 Millionen Immobilienbesitzer, ein Zweifamilienhaus können 5,07 Millionen ihr Eigen nennen. Und 1,43 Millionen Menschen gehört eine Ferienimmobilie.

Sind Immobilienbesitzer glücklicher?

Diese Frage hat das Institut of Labour Economics (IZA) in einer Studie untersucht. Die Forscher widmeten sich der Frage, ob Immobilienbesitzer richtig einschätzen, wie sehr sich ihre Lebensqualität durch den Umzug in eine eigene Immobilie verbessert. Der Vergleich der erwarteten und realisierten Lebenszufriedenheit zeigt: Das Eigenheim führt im Schnitt zu einer höheren Lebenszufriedenheit – allerdings längst nicht in dem von den Wohneigentümern selbst prognostizierten Maße.

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