Eva Brenner, TV-Star und Kolumnistin bei wohnglück.de
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Wohnen | Statement

Typische Fehler bei der Inneneinrichtung, die ihr vermeiden solltet

Eva Brenner

Level: Für Alle

Von zu wenig Licht bis hin zum Materialmix: Unsere Kolumnistin Eva Brenner erzählt euch, was aus ihrer professionellen Sicht die größten Fehler bei der Inneneinrichtung sind – und zeigt euch mit ganz praktischen Tipps, wie es richtig geht.

Es gibt natürlich jede Menge Fehler bei der Inneneinrichtung, die euch unterlaufen können. Klar, manchmal ist das auch Geschmacksache. Aber bei einigen Sachen kann ich schon sagen: Vieles kann ganz leicht vermieden werden.

In Sachen Interior Design gibt es ein paar einfache Grundregeln, die wirklich allgemeingültig sind. Wenn ihr die beherzigt, seid ihr auf der sicheren Seite. Hier die – wie ich finde – sieben typischen Fehler bei der Inneneinrichtung.

Fehler 1 bei der Inneneinrichtung: Zu wenig Licht

Dieser Fehler bei der Inneneinrichtung begegnet mir ganz, ganz häufig. Hier ein Deckenlicht, dort noch maximal eine Stehleuchte – und das war es auch schon. Dabei ist Licht unglaublich wichtig, um eine schöne Atmosphäre zu schaffen. Ein Deckenfluter erzeugt eben eine ganz andere Stimmung als ein Spot von oben. Je mehr Auswahl ihr habt, desto einfacher ist es, auch mit dem Licht Akzente zu setzen.

Das ist in einer Mietwohnung natürlich schwieriger als in den eigenen vier Wänden. Da gibt es nicht immer den idealen Platz, um neues Licht anzubringen. Mittlerweile gibt es aber schöne Lösungen. Zum Beispiel Wandleuchten, bei denen die Kabel gleich durch ein kleines Leerrohr geführt werden. Oder Modelle, die sogar ganz ohne Kabel auskommen.

Wandlape Warren Wall von Menu
Schlichte Schönheit: Bei der Wandlampe "Warren" von Menu wird das Kabel ganz elegant in einem Rohr versteckt. © Menu

Für die richtige Stimmung ist auch das richtige Leuchtmittel wichtig. Wenn ihr euch LEDs anschafft, dann achtet dabei auch auf die Farbtemperatur. Denn ja nachdem, wo ihr das Licht einsetzt, kann das ganz unterschiedliche Auswirkungen haben. Warmweißes Licht eignet sich eher für das Schlafzimmer. Neutral- oder Tageslichtweiß ist besser für das Arbeitszimmer geeignet.

Als Faustregel gilt: Die Farbtemperatur wird in Kelvin angeben – je höher die Zahl, umso kälter ist das Licht (Warmweiß liegt bei rund 2.700 Kelvin, Kaltweiß bei circa 6.500 Kelvin).

Fehler 2: Immer an der Wand lang

Große Räume sind ja eigentlich was Tolles. Viel Platz, um sich hier einrichtungstechnisch so richtig zu verwirklichen. Ich erlebe es aber immer wieder, dass bei großen Räumen fast das komplette Mobiliar nur an der Wand platziert wird. Es scheint da eine irrationale Angst zu geben, den vorhandenen Platz auch zu nutzen.

Das ist sehr schade, denn dadurch wirkt so ein Raum aus meiner Sicht komplett unspannend. Wenn ihr auch im Zimmer selbst Zonen schafft, zum Beispiel mit Teppichinseln oder mit Möbeln, dann erscheint so ein Raum gleich viel interessanter. Auch ein Schreibtisch, quer hingestellt, kann zum Beispiel ein optisch reizvoller Trenner sein.

Fehler 3: Wie aus dem Katalog

Gerade wenn ich Neubauten betrete, habe ich oft das Gefühl: "Hier sieht es ja aus wie im Katalog." Was ich damit sagen will: Man merkt, das Haus ist endlich fertig, jetzt geht es an die Inneneinrichtung – und da gibt es dann einen kompletten Rundumschlag. Einmal rein ins Möbelhaus, die passenden Sachen zusammengestellt, fertig.

Ich finde, das wirkt dann ganz schnell unpersönlich, fast schon steril. Mein Rat: Lasst euch bei der Inneneinrichtung Zeit. Investiert ruhig mehrere Wochenenden, lasst euch auf Reisen inspirieren. Tragt verschiedene Stücke zusammen, damit euer Zuhause auch eine eigene Persönlichkeit bekommt.

Habt lieber eine Zeit lang Mut zur Lücke, als mehrere Jahre mit einem Provisorium zu leben.

Eva Brenner

Fehler 4: Provisorien für die Ewigkeit

Während die einen alles sofort aus einem Guss haben wollen, leben die anderen erst einmal mit einer provisorischen Einrichtung. Das alte Regal, das passt für's erste noch. Und die Kommode, die ist auch noch gut. Das Problem: Oft bleibt es dann auch dabei. Was als kurzfristige Ausweichlösung gedacht war, entwickelt sich zur festen Einrichtung. Ist halt bequem so. Und alles wieder ausräumen, entsorgen, neu aufbauen, einräumen – davor schrecken dann viele zurück. Ein typischer Fehler bei der Inneneinrichtung.

Mein Tipp lautet daher auch bei diesem Punkt: Lieber erst mal eine Lücke lassen, als Jahre mit einem Provisorium zu leben. Das richtige Stück findet ihr vielleicht eher als gedacht.

Fehler 5: Falsch gehängte Bilder

Bilder gehören für mich auch ganz ursprünglich zur Einrichtung. Mit Bildern kann man viel erreichen – aber auch viel falsch machen. Kleine Bilder sollte man zum Beispiel nie einzeln aufhängen, sondern in Gruppen arrangieren. Auch bei großen Bildern ist eine Kombination mit einem gleichgroßen Bild oder zwei, drei kleineren Bildern sehr schön. Ein einzelnes Bild wirkt oft verloren – außer, es ist richtig groß und als überdimensionaler Hingucker gedacht.

Bilder müsst ihr meiner Meinung nach auch nicht zwangsläufig aufhängen. Das Hinstellen von großen Bildern finde ich auch sehr schön! Auf ein Sideboard oder einen Schrank, das ist eine praktische und schicke Möglichkeit Bilder zu arrangieren.

Fehler 6: Zu viele offene Regale

Wenn ihr viele Kleinigkeiten in Regalen stehen habt, dann achtet nach Möglichkeit darauf, diese Sachen auch "verschwinden" zu lassen. Euer Stauraum sollte also auch Türen haben oder Boxen zum Verstauen. Bei offene Regalen finde ich es ganz wichtig, was darin steht.

Wenn ich zum Beispiel in der Küche ein Regal komplett voll stelle, dann sieht das meist ziemlich rumpelig aus. Es erfordert schon ein gewisses Geschick, da Ruhe reinzubringen. Im Zweifelsfall wählt lieber einen Stauraum, der sich schließen lässt.

Fehler 7: Zu viele Unterschiede

Bei der Kombination von Farben und Materialien würde ich immer ganz behutsam vorgehen. Bei einer Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnung würde ich mich zum Beispiel auf zwei Farben pro Raum beschränken. Durch einzelne Abstufungen einer Farbe könnt ihr auch Abwechslung in die Einrichtung bringen.

Für Farb-Experimente, zum Beispiel ganz konträre Farben in verschiedenen Zimmern, braucht ihr auf jeden Fall großzügige Räume. Ihr könnt natürlich die Farben auch in kleineren Wohnungen von Raum zu Raum ändern. Dann empfehlen sich aber eher Pastelltöne, keine knalligen Farben.

Auch bei der Auswahl der Materialien solltet ihr nicht zu wild mixen. Ein einheitlicher Bodenbelag ist aus meiner Sicht zum Beispiel ganz wichtig.

Ein ganz praktischer Tipp von mir: Sucht euch – zum Beispiel bei Gardinen, Stores oder dem Sofa – erst die Stoffe aus und entscheidet euch dann für die passende Wandfarbe. Eine Farbe könnt ihr leichter umtönen, als zu einer bestimmten Farbe den dazu passenden Stoff oder auch Tapete zu finden. Eine simple Reihenfolge, aber wenn ihr euch danach richtet, spart das ganz bestimmt eine Menge an unnötigen Zusatzarbeiten.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar nützliche Tipps an die Hand geben, damit ihr typische Fehler bei der Inneneinrichtung vermeidet. Wenn ihr demnächst ein größeres Einrichtungs-Projekt plant, wünsche ich euch viel Spaß, Erfolg und vor allem Freude am Ergebnis!

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