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Wohnen | Info-Guide

Besser schlafen: Mit diesen Matratzen gelingt die nächtliche Ruhe

Michael Penquitt

Level: Für Anfänger

Zum erholsamen Schlaf gehört eine bequeme und passende Matratze. Doch welche Matratzenarten gibt es und wie unterscheiden sie sich? Wir klären auf.

Es ist Zeit, über unsere Bettmatratzen zu reden. Habt ihr sie euch in letzter Zeit mal etwas genauer angeschaut? Wir verbringen rund ein Drittel unseres Lebens schlafend – die meiste Zeit davon im Bett. Das sind bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von in Deutschland etwa 80 Jahren über 26 Jahre Schlaf. Kompromisse bei der Wahl der Schlafunterlage sollte es da nicht geben. Denn wie man sich bettet, so liegt man.

Eine falsche Matratze kann im besten Fall lästig sein und im schlimmsten Fall gesundheitliche Schäden verursachen. Rücken- oder Kopfschmerzen, Verspannungen und Schlafstörungen sind häufige Anzeichen dafür, dass die alte Matratze gegen eine neue getauscht werden sollte.

Doch welche Matratze ist die richtige? Den Überblick darüber zu behalten, welcher Matratzentyp zu den eigenen Bedürfnissen passt, ist nicht einfach. Soll es eine Federkernmatratze, eine Kaltschaummatratze, eine Latexmatratze oder eine der übrigen Varianten sein? Wie unterscheiden sie sich, wo liegen ihre Stärken und Schwächen? Wir stellen die unterschiedlichen Matratzenarten vor.

Die Grundlagen des guten Schlafs

Zunächst eine kurze Einführung zu den Grundlagen des guten Schlafs. Die wichtigste Regel: Es gibt keine Regeln. Tut, was euch gut tut. Wenn euch eine Matratze gut liegt, obwohl euch alle sagen, sie sei zu hart, zu weich oder aus dem falschen Material, macht das nichts. Ihr wisst selbst am besten, welche Schlafposition für euch am bequemsten ist.

Dennoch gibt es einige Anhaltspunkte, an denen ihr euch orientieren könnt. Die Matratze sollte im Zusammenspiel mit dem Lattenrost dafür sorgen, dass die Wirbelsäule nicht durchhängt. Die meisten Lattenroste bieten unterschiedliche Einstellungen, mit denen ihr den Härtegrad einstellen könnt.

Bei einer Matratze ist eine nachträgliche Einstellung des Härtegrads nicht möglich. Dafür sind manche Matratzen in mehrere Zonen geteilt: Im Bereich der Schultern und des Beckens geben sie ein wenig stärker nach. Diese Matratzen sind für Menschen geeignet, die bevorzugt auf der Seite schlafen. Damit erlauben sie es der Wirbelsäule, möglichst gerade zu liegen.

Ein Wechsel der Schlafunterlage ist allerdings auch kein Allheilmittel. Noch wichtiger als eine passende Matratze ist bei Schlafstörungen und Rückenschmerzen ein aktiver Lebensstil mit viel Bewegung. Auch die Einrichtung des Schlafzimmers kann für einen erholsamen Schlaf eine Rolle spielen.

Schaumstoffmatratzen

Schaumstoffmatratzen bestehen aus Gummi oder Kunststoff, wodurch sie elastischer als Federkernmatratzen sind. Sie passen sich somit tendenziell gut an den Körper an, während sie zugleich den Rücken stützen. Gerade bei Rückenbeschwerden ergeben Schaummatratzen deswegen in der Regel mehr Sinn.

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Ein wesentlicher Unterschied zu Federkernmatratzen ist, dass sich im Innern keine Hohlräume finden. Das hat ebenso Vor- wie Nachteile: Matratzen aus Schaumstoff sind für Hausstaubmilbenallergiker eindeutig besser geeignet, da den kleinen Teufel in der Matratze kaum Platz zum Nisten bleibt. Dafür lassen sie sich schlechter lüften und sie nehmen Feuchtigkeit weniger gut auf. Wer nachts häufig friert, sollte dank der besseren Wärmeisolierung auf eine Schaum- oder Latexmatratze setzen.

Kaltschaummatratzen

Die Kaltschaummatratze ist die universellste aller Matratzen. Sie besteht aus Polyurethan-Kunststoffen, die aufgeschäumt werden, ehe sie erstarren. Matratzen aus Kaltschaum sind nicht nur günstig und vergleichsweise leicht, sondern bieten auch viele Vorteile gegenüber anderen Matratzen. Sie bieten die ausgewogenste Wärmeisolierung – die Nächte werden meistens nicht zu warm und nicht zu kalt.

Kaltschaummatratzen sind atmungsaktiv, bieten eine gute Unterstützung für den Rücken und geben dennoch an den Stellen, an denen sie es tun sollen, ausreichend nach. Alle zwei Monate empfiehlt es sich, die Matratze zum Lüften rauszustellen und sie zu wenden.

Viscoelastische Matratzen

Viscoelastische Matratzen, kurz Viscomatratzen, werden häufig auch als Memoryschaummatratzen bezeichnet. Das rührt daher, dass sie sich dem Körper extrem gut anpassen und sich eure Liegeposition "merken". Dafür sind sie nicht so punktelastisch wie Kaltschaummatratzen und eignen sich damit besser für ruhige Schläfer, die ihre Schlafposition selten ändern.

Visomatratzen isolieren extrem gut. Wenn ihr im Sommer vor schwüler Hitze ohnehin schon nicht schlafen könnt, solltet ihr auf eine solche Matratze verzichten. Eine Memoryschaummatratze braucht zwar etwas Zeit, um warm zu werden. Sobald sie aber eure Körpertemperatur angenommen hat, gibt sie die Wärme nur sehr langsam wieder ab.

Latexmatratzen

Latexmatratzen können sowohl aus natürlichem als auch aus herkömmlichem Latex bestehen. Sie werden im Vulkanisationsverfahren hergestellt. Dabei erhitzt man die Latexmischung in einer Stahlform und lässt das Gummi anschließend erkalten. Dieses ist sehr schwer, wodurch auch Matratzen aus Latex recht unhandlich sind.

Dafür sind Latexmatratzen äußerst hygienisch und passen sich gut an die Körperform an, was sie in ihrer Punktelastizität nicht einschränkt. Sie gehören zudem zu den langlebigsten Matratzentypen im Handel. Auf der Gegenseite steht eine schlechte Aufnahme von Feuchtigkeit und eine ebenso schlechte Belüftung. Um diesen Makel auszugleichen, hinterlassen die Löcher der Gussform Löcher in der Matratze, die die Luft besser hindurch lassen sollen.

Federkernmatratzen

Im Innern jeder Federkernmatratze findet sich, wie der Name bereits verrät, eine Vielzahl an Sprungfedern aus Metall. Diese können unterschiedlich geformt, miteinander verbunden oder in separate Stofftaschen eingenäht sein. Dazwischen befindet sich viel Luft. Daher wird Federkernmatratzen auch eine gute Luftzirkulation nachgesagt.

Schlechter ist es um die Wärmeisolation bestellt – schließlich strömt die Luft nahezu ungehindert hindurch. Wer im Schlaf allerdings dazu neigt, stark zu schwitzen, ist auf einer Federkernmatratze gut aufgehoben.

Durch die Hohlräume sind Federkernmatratzen anfälliger für Milben. Allergiker sollten also besser ihre Finger von Federkernmatratzen lassen.

Auch halten Federkernmatratzen nicht so lang wie Schaumstoff- oder Latexmatratzen. Metallfedern leiern schneller aus, es bilden sich Kuhlen und nach einiger Zeit, kann es auch sein, das die Matratzengeräusche zunehmen, wenn ihr euch umdreht oder hinlegt. Auch kann die Matratze dann etwas nachschwingen.

Bonellfederkernmatratzen

Die Bonellfederkernmatratze ist der Klassiker unter den Federkernmatratzen. Sie ist heute nicht mehr so weit verbreitet und findet fast nur noch Verwendung in Jugendherbergen und billigen Absteigen. Wer zu Hause noch eine Bonellfederkernmatratze hat, sollte sich genau überlegen, ob es nicht langsam Zeit wäre, sie auszutauschen.

Denn: Diese Matratzen sind zwar günstig, allerdings halten sie nicht besonders lang und fangen nach spätestens ein paar Jahren zuverlässig zu quietschen und knarren an. Sie passen sich auch nicht besonders gut an den Körper und eure Liegeposition an. Gerade Menschen mit Rückenschmerzen sollten der Matratze nicht mehr über den Weg trauen.

Taschenfederkernmatratzen

Die Metallfedern der Taschenfederkernmatratze werden in einzelne Textiltaschen eingenäht, um die Geräusche zu unterdrücken und den Komfort zu verbessern. Dadurch verlängert sich auch die Haltbarkeit der Matratze und ihr müsst sie nicht so schnell wieder gegen eine neue tauschen. Gerade im Vergleich zur Bonellfederkernmatratze hält sie auch ein größeres Körpergewicht aus. Dafür sind Taschenfederkernmatratzen selbst noch ein ganzes Stück schwerer.

Die Unterkategorie der Tonnentaschenfederkernmatratzen unterscheidet sich durch die bauchige Form der Sprungfedern. Dadurch wird die Matratze flexibler und entlastet die Gelenke und die Wirbelsäule besser als jede andere Federkernmatratze. Zugleich ist das der wohl teuerste aller handelsüblichen Matratzentypen.

Mehr Tipps zum gesunden Wohnen

Eine passende Matratze und erholsamer Schlaf sind wichtig, aber bei Weitem nicht das einzige, was ihr in eurem Zuhause beachten solltet, um möglichst gesund zu bleiben. Wenn ihr die Luftqualität verbessern wollt, empfehlen wir euch diese 10 Zimmerpflanzen, die Schadstoffe aus der Luft filtern. Allergiker sollten bei der Wahl eines Teppichbodens diese Tipps beherzigen.

Wer mit sich ringt, ob er oder sie Hund oder Katze ins Schlafzimmer lassen sollte, für den haben wir diese Diskussion bereits durchgespielt. Und wem es vor allem nachts zu warm ist, um ruhig zu schlafen, der findet bei uns 10 Tipps für eine kühle Wohnung.

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