Bauschutt in Container auf der Straße
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Bauen | Ratgeber

Bauschutt entsorgen: Kosten & was ihr bei der Bauschuttentsorgung beachten müsst

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Auf einer Baustelle fällt viel Schutt an, der fachgerecht entsorgt werden muss. Doch nicht alles, was an Abfällen anfällt, darf auch in den Bauschutt-Container. Was ihr beim Bauschutt entsorgen beachten und mit welchen Kosten ihr rechnen müsst, erfahrt ihr hier.

Beim Neubau, Abbruch oder der Sanierung von Gebäuden entsteht eine Menge Bauschutt, der ordnungsgemäß entsorgt werden muss. Dabei benötigt ihr bei größeren Projekten häufig auch einen Container. Doch welche Materialien fallen eigentlich in die Kategorie Bauschutt und wie unterscheidet sich dieser von Baumischabfall? Welche Unterschiede es gibt, was ihr wissen müsst, wenn ihr einen Bauschutt-Container bestellen wollt und was er kostet, das erfahrt ihr hier.

Was ist Bauschutt?

Bauschutt ist eine Abfallart, die zu 100 Prozent aus mineralischen Stoffen besteht. Das bedeutet, dass diese Stoffe durch chemische Verbindungen oder durch geologische Prozesse von der Natur aus gebildet wurden.

In Deutschland werden Abfälle (und damit auch Bauschutt) mit einer Abfallschlüsselnummer klassifiziert. Demgemäß gelten als Bauschutt alle mineralischen Materialien, die sich der Abfallschlüsselnummer AVV 17 01 zuordnen lassen. Diese Nummer gehört wiederum zur Hauptkategorie 17: "Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten)":

Hier die gültigen Abfallschlüsselnummern für Bauschutt-Abfälle:

  • AVV Nummer
  • Materialien
  • 17 01 01
  • Beton
  • 17 01 02
  • Ziegel
  • 17 01 03
  • Fliesen, Ziegel und Keramik
  • 17 01 06
  • Gemische aus oder getrennte Fraktionen von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten
  • 17 01 07
  • Gemische aus Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik mit Ausnahme derjenigen, die unter 17 01 06 fallen

Untergruppen der Abfallschlüsselnummer 17 "Bau- und Abbruchabfälle (einschließlich Aushub von verunreinigten Standorten)"

Erfahrt hier, mit welchen Kosten ihr bei der Haussanierung rechnen müsst, wenn ihr euer Haus modernisieren wollt.

Bauschutt entsorgen: Was darf in den Bauschutt-Container?

Bauschutt fällt bei jeglichen Neubau-, Abbruch-, Sanierungs-, Neu- oder Umbauarbeiten an. Doch nicht alles, was man auf der Baustelle automatisch als Bauschutt bezeichnen würde, gehört auch wirklich in diese Kategorie. Deshalb unterscheiden Unternehmen für Müllentsorgung grundlegend zwischen:

  • Bauschutt
  • Baumischabfall

Das heißt, in einen Bauschutt-Container dürft ihr nach AVV 17 01 07 nur folgende Materialien werfen:

  • Fliesen
  • Klinker
  • Kalksandsteine
  • Dachziegel (Tonziegel, Betonziegel)
  • Naturstein (Marmor, Naturschiefer)
  • Beton (Pflastersteine, Mauerwerk, Estrich)
  • Keramik (Fliesen/Feinsteinzeug, Kacheln, Waschbecken, Toilettenschüssel, Pissoirs)
  • Mörtel- und Mörtelreste (Zementreste)
  • Putz

Im Gegensatz zu Baumischabfall ist Bauschutt zu hundert Prozent recyclingfähig. Was zur Kategorie Baumischabfall gehört, lest ihr weiter unten. In Recyclinganlagen werden die genannten mineralischen Stoffe in der Regel zerkleinert. So wird Beton zum Beispiel zu kleinsten Körnchen gemahlen und anschließend als Straßenuntergrund wiederverwendet.

Diese Einteilung hat auch Auswirkungen auf die Kosten. Denn die Entsorgung von reinem Bauschutt ist in der Regel günstiger als die von Baumischabfall.

Belasteter oder kontaminierter Bauschutt

Bei kontaminierten, sogenannten "belasteten Bauschutt" (AVV-Nr. 17 01 06), der bei einem Gebäuderückbau entstehen kann, handelt es sich um Gemische oder getrennte Abfälle von Beton, Ziegeln, Fliesen und Keramik, die gefährliche Stoffe enthalten. Früher wurden viele Baustoffe verwendet, die sich mittlerweile als schadstoffhaltig herausgestellt haben. Häufig gefundene Schadstoffe sind zum Beispiel:

  • Asbest
  • künstliche Mineralfasern (KMF)
  • Holzschutzmittel
  • Polychlorierte Biphenyle (PCB in Dichtungsmassen)
  • Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)
  • chlorierte Kohlenwasserstoffe
  • Mineralölkohlenwasserstoffe

Seid ihr dabei ein altes Haus zu sanieren, bei dem Teile abgerissen werden müssen, solltet ihr den Bauschutt vorher auf Schadstoffe untersuchen lassen und für die Entsorgung ein Fachunternehmen beauftragen. Belasteter oder kontaminierter Bauschutt wird in der Regel auf Deponien eingelagert und große Teile davon werden so gereinigt, dass er wieder verwertet werden kann und nur ein Teil als gefährlicher Bauabfall beseitigt werden muss.

Bauschutt entsorgen: Was darf nicht in den Bauschutt-Container?

Jedoch gilt auch: Bauschutt mit der Abfallschlüsselnummer 17 01 07 ist nicht mehr recyclingfähig, wenn zum Beispiel folgende Stoffe an ihm haften:

  • Bitumen
  • Ruß
  • Farbanstriche
  • Kunststoffe
  • Teppichreste
  • Tapeten
  • Linoleum
  • Schornsteine
  • Garagenböden
  • Faserzement (asbestfrei)
  • unbelastete Schlacken und Naturschiefer

Auch diese Materialien dürfen nicht in den Bauschutt-Container:

  • Kunststoffe (auch Plastiktüten, Pappbecher oder Ähnliches)
  • Verpackungen
  • Heraklit
  • Glaswolle
  • belastete Schadstoffe
  • Gasbeton (Ytong)
  • Rigips
  • Fermacell
  • Moniereisen

Wollt ihr nur Tapeten entsorgen, könnt ihr das auch über den Restmüll tun. Bauschutt, an dem Tapeten- oder Teppichreste haften, die sich nicht so leicht entfernen lassen, könnt ihr separat in einem Baumischabfall-Container sammeln.

Unterschied zwischen Bauschutt und Baumischabfall

In den Baumischabfall dürfen sowohl mineralische Stoffe (reiner Bauschutt) als auch nichtmineralischer Abfall wie:

  • Metalle und Bleche
  • Kunststoffe
  • Rohre
  • Kabel
  • Verpackungen von Baustoffen
  • unbehandelte Fensterrahmen mit oder ohne Glasreste
  • Türen
  • Holzreste
  • Betonreste
  • Gasbeton (Ytong)
  • unbelastetes Holz (zum Beispiel Kork, Laminat, Paletten)
  • Lichtschalter
  • leere Kartuschen
  • Glas
  • Rigips/Gipskartonplatten
  • Teppich- und Tapetenreste
  • Papier, Karton und Verpackungen
  • Büchsen, Dosen und Eimer
  • Heizkörper

Aber auch beim Baumischabfall gibt es Richtlinien, was rein darf und was nicht. Was zum Beispiel nicht in den Baumischabfall-Container gehört:

  • Farben (volle sowie halb volle Farbeimer)
  • Gips
  • Lacke
  • Lösungsmittel
  • Spraydosen
  • Dachpappe
  • Mineralwolle/Glaswolle
  • Batterien
Bauschutt in Säcken in Container auf der Straße
Kleinere Mengen Bauschutt können auch separat in Säcken gesammelt und so von anderen Baumischabfällen getrennt werden. © iStock/Getty Images/Manuel-F-O

Wo ihr einen Container für Bauschutt und Baumischabfall bekommt

Wenn ihr große Mengen Baumischabfall oder Bauschutt entsorgen wollt, benötigt ihr in der Regel einen geeigneten Container. Den könnt ihr entweder bei einem lokalen Containerdienst eurer Wahl anfragen oder online über Entsorgungs-Portale wie entsorgo.de, ecoservice24.de oder curanto.de online mieten und anliefern lassen.

Oft findet ihr auf solchen Websites auch immer eine detaillierte Auflistung aller Abfälle, die ihr in einen Bauschutt-Container werfen dürft. Gleiches gilt, wenn ihr einen Container für Baumischabfälle bestellen wollt.

Was kostet ein Container für Bauschutt?

Einen kleinen Bauschutt-Container mit einem Kubikmeter Fassungsvermögen (circa 4,5 Tonnen Bauschutt) könnt ihr bei einer Mietdauer von einer Woche bereits ab circa 139 Euro mieten.

Der Preis für einen großen Bauschutt-Container mit sieben Kubikmetern (circa 10 Tonnen Bauschutt) bekommt ihr ab 390 Euro. Der Preis ist außerdem abhängig von:

  • Mietdauer: Bei vielen Containerdiensten sind die ersten 14 bis 21 Tage im Preis inklusive. Jeder weitere Tag kostet dann circa 1,50 bis 5 Euro.
  • Größe: Bauschuttcontainer bekommt ihr in der Regel in den Größen 1, 3, 5, 7 und 10 Kubikmeter. Je größer der Container, desto teurer.
  • Serviceleistungen: Der Transport und die fachgerechte Entsorgung sind für gewöhnlich im Grundpreis enthalten. Teurer wird es, wenn ihr zum Beispiel eine zusätzliche Abdeckung für den Container oder per Express bestellt.
  • Grad der Verunreinigung des Bauschutts: Je "reiner" der Bauschutt, desto günstiger der Container.

Die Containerpreise werden normalerweise pauschal berechnet und nicht nach Gewicht, da es sehr schwierig ist, vorab zu schätzen, wie viel Tonnen Bauschutt zusammenkommen.

So könnt ihr bei der Bauschuttentsorgung Kosten sparen

Bevor ihr einen Bauschutt-Container bestellt, solltet ihr euch vorher bereits ein gutes Bild davon machen, was und wie viel ihr genau entsorgen müsst. Handelt es sich vorwiegend um reinen oder gemischten Bauschutt, könnt ihr einfach einen Bauschutt-Container bestellen.

Müsst ihr auch Baumischabfälle wie Teppiche, Kabel oder Rohre entsorgen, kann ein kleiner zusätzlicher Container oder Sack für Baumischabfälle günstiger sein, als alles in einen großen Baumischabfall-Container zu werfen, da dieser aufwendiger getrennt werden muss.

Bestellt ihr über ein Vermittlungsportal für Abfall-Container, wo ihr eure Postleitzahl angeben müsst, könnt ihr große lokale Preisunterschiede feststellen. Denn diese arbeiten oft mit Vertragspartnern zusammen, und so werden euch hier oft nicht die günstigsten Containerdienste eurer Stadt angezeigt. Deshalb kann es sich also lohnen, selbst zu recherchieren und direkt bei einem Containerdienst in eurer Region anzufragen.

Auch hier könnt ihr Geld sparen: Sind die ersten 14 bis 21 Tage für den Bauschuttcontainer bei den meisten Anbietern noch inklusive, zahlt ihr danach für jeden weiteren Tag einen festgelegten Tagessatz. Wie hoch dieser ist, solltet ihr vorher unbedingt überprüfen und verschiedene Anbieter miteinander vergleichen. Ein Container, der auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen aussieht, hat meistens deutlich höhere Tagessätze als ein Container, der schon zu Beginn etwas teurer ist. Wisst ihr bereits jetzt, dass der Container mehrere Monate auf der Baustelle stehen wird, lohnt es sich, die "laufenden Kosten" einmal hoch zu rechnen.

Was muss man bei der Anlieferung eines Bauschutt-Containers beachten?

Bestellt ihr einen Bauschutt-Container, solltet ihr vorher genau überlegen, wo ihr ihn aufstellen lassen könnt.

Ausreichend Platz einplanen

Damit die Anlieferung des Containers problemlos klappt, müssen gewisse Bereiche freigehalten werden, denn auch der LKW benötigt zum Auf- und Abladen des Abfallcontainers Platz. Daher gilt: Je größer der Container, desto mehr Fläche müsst ihr dafür einplanen. Auch nach oben muss genügend Luft sein, freihängende Strom- oder Telefonleitungen sind ein eindeutiges Hindernis.

Boden muss belastbar sein

Damit der Containerdienst den Bauschutt-Container abstellen kann, muss der Untergrund fest sein. Ebenso müssen die Zu- und Abfahrtswege der Belastung standhalten können. Dementsprechend können Hohlräume, Erdleitungen, Kabelschächte oder Versorgungsleitungen ein Risiko darstellen.

Was ihr auch prüfen lassen solltet: Führt der Anlieferungsweg zur Baustelle über Brücken oder gewichtsbegrenzte Straßen, müsst ihr euch beim zuständigen Ordnungsamt oder beim Bezirksamt eine schriftliche Genehmigung einholen.

Insofern informiert euch am besten vorher bei dem Containerdienst eurer Wahl, welche Vorgaben für eure gewählte Containergröße gelten.

Bauschutt-Container auf öffentlichen Grund abstellen

Die einzige Möglichkeit einen Bauschutt-Container aufzustellen, ist auf der Straße vor eurer Baustelle? Wenn ihr den Container auf öffentlichem Grund abstellen müsst, ganz egal ob Bürgersteig oder Parkplatz, dann benötigt ihr eine besondere Stellgenehmigung beziehungsweise eine Sondernutzungserlaubnis. Wendet euch dazu an die Kommune, in der ihr den Container aufstellen wollt.

Bauschutt-Container richtig absichern

Steht der Container im öffentlichen Verkehrsraum gilt er nach § 32 Absatz 1 StVO als Verkehrshindernis und ihr müsst ihn ordentlich absichern und kenntlich machen. Zum Beispiel mit einem Bauzaun oder Absperrbaken. Wird es dunkel, müsst ihr den Container zusätzlich mit einer Lichtquelle beleuchten oder ihr bringt eine zugelassene lichttechnische Einrichtung an.

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