Bauarbeiter entsorgt Baumischabfälle in einem Container
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Bauen | Ratgeber

Baumischabfall: Was gehört rein, was nicht?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Auf einer Baustelle fällt jede Menge Abfall an. Neben reinem Bauschutt sind oft auch Metalle, Holz und Kunststoffe zu entsorgen. Wohin nur mit dem Baumischabfall? Und wie viel kostet das?

Wo neu gebaut, saniert oder abgerissen wird, türmen sich zwangsläufig Abfälle: von Holz, Kunststoff und Pappe über Fliesen und Tapeten bis hin zu Metall und Kabelresten. Im Hausmüll hat der Baumischabfall nichts zu suchen. Erfahrt hier, wie man Baumüll erkennt, wie sich Baumischabfall von Bauschutt unterscheidet und wie man ihn fachgerecht entsorgt.

Was ist Baumischabfall?

Baumischabfälle sind ganz allgemein gemischte Abfälle, die auf einer Baustelle anfallen. Genauer handelt es sich dabei um alle organischen Materialien, die nicht wiederverwertet werden können. Dazu zählen zum Beispiel Metalle, Tapetenreste, Kabel und unbehandeltes Holz. Lest auch: "Tapete entsorgen: Dürfen Tapetenreste einfach in den Müll?"

Sobald mineralischer Bauschutt organische Bestandteile hat, gehört der Müll in den Baumischabfall-Container. Hier dürfen bis zu 15 Prozent recycelbare Stoffe gesammelt werden. Baumischabfälle sind in der Praxis die häufigste Art Baumüll. Da sie nachträglich sortiert und getrennt werden müssen, kostet die Entsorgung vergleichsweise viel. Es lohnt sich deshalb, Baustellenabfälle genau zu prüfen, bevor sie im Container landen.

Mehr zum Thema Müllentsorgung: "Stimmt es, dass es in Deutschland eine Mülltrennungspflicht gibt?"

Bauschutt, Baumischabfall, Sondermüll: Was ist der Unterschied?

Baumüll ist nicht gleich Baumüll: Man unterscheidet zwischen Bauschutt, Baumischabfall und Sonderabfällen.

  • Bauschutt ist festes, mineralisches Material, das wiederverwertet werden kann. Zum Beispiel: Back- und Klinkersteine, Beton, Fliesen, Glas, Keramik, Mörtelreste, Sand.
  • Baumischabfälle sind organische Materialien, die nicht recycelbar sind. Zum Beispiel: Tapeten, Kabel, Kunststoff, Holz.
  • Sonderabfälle sind schadstoffhaltige Materialien oder Gefahrstoffe, welche die Gesundheit gefährden. Zum Beispiel: Asbestplatten, Öle und Lacke, Holzschutzmittel, Batterien.

Sobald Bauschutt nicht wiederverwertbare Materialien oder Gefahrstoffe enthält, handelt es sich um Baumischabfall beziehungsweise Sonderabfall und muss speziell entsorgt werden.

Bauschutt in Container auf der Straße
Bauschutt wird zu Bauchmischabfall, wenn der Müll organische Stoffe enthält. © iStock/Getty Images/studioportosabbia

Was darf in einen Baumischabfall-Container?

Wer weiß, was in den Baumischabfall-Container gehört und was nicht, für den wird die Mülltrennung zum Kinderspiel. Hier ist eine alphabetische Liste mit allen Materialien, die zur Kategorie Baumischabfälle zählen:

  • Altkleider
  • Altmöbel
  • Eimer
  • Folie
  • Gummi
  • Holz (unbehandelt)
  • Kabel und Kabelreste
  • Kunststoffe (außer Carbon und glasfaserverstärkte Kunststoffe)
  • Metalle
  • Paletten
  • Papier
  • Pappe
  • Putz
  • Rohre
  • Sägespäne
  • Strohmatten
  • Tapetenreste
  • Teppichreste
  • Textilien
  • Verpackungen
  • Verpackungsstyropor

Was gehört nicht in den Baumischabfall?

Folgender Abfall darf nicht in einen Baumischabfall-Container, sondern muss anders entsorgt werden:

  • Asbest
  • Batterien
  • Carbon und carbonfaserverstärkte Kunststoffe
  • Chemiefasern
  • Dachpappe
  • Dämmmaterial (zum Beispiel Mineral- und Glaswolle)
  • Elektroschrott
  • Farben und Farbstoffe
  • Gips und Gipskartonplatten
  • Glasfaserverstärkte Kunststoffe (zum Beispiel Fahrradhelm, Sportgeräte)
  • Holzschutzmittel
  • Karosserieteile
  • Kraftstoffe
  • Künstliche Mineralfasern
  • Lacke
  • Leuchtstoffröhren
  • Quecksilberdampflampen
  • Rigips
  • Teer
  • Windkraftanlagen

Zudem darf der Baumischabfall-Container nicht mehr als 15 Prozent reinen Bauschutt enthalten. Mehr zum Thema: "Darf ich leere Bauschaum-Dosen in den Restmüll werfen?"

Wo entsorgt man Baumischabfall?

Die Müllentsorgung ist Sache der Bundesländer beziehungsweise Gemeinden. Es gibt also individuelle Vorschriften und viele örtliche Sonderregelungen. Damit ihr den Weg zum nächsten Recycling- oder Wertstoffhof nicht umsonst antretet, informiert euch vorab beim zuständigen Amt für Abfallwirtschaft. In der Regel liefern die entsprechenden Webseiten alle relevanten Informationen.

Unser Tipp: Bei größeren Mengen Baumüll lohnt sich ein Baumischabfall-Container. Den könnt ihr euch sogar bequem aufstellen und abholen lassen. Ihr müsst euch also nicht weiter um die Entsorgung kümmern.

Beachtet, dass für schadstoffhaltige Abfälle häufig Sondervorschriften gelten: Meist müsst ihr damit direkt zur Deponie. Für gesundheitsgefährdende Asbestplatten gibt es Fachbetriebe, welche die Abholung und Entsorgung übernehmen. Farb-, Öl- und Lackreste könnt ihr vielerorts bei sogenannten Giftmobilen abgeben. Die nehmen oft mehrmals im Jahr Gefahrstoffe an.

Was kostet die Entsorgung von Baumischabfall?

Die Kosten für die Entsorgung von gemischtem Bauabfall sind von Ort zu Ort unterschiedlich. Zudem variieren sie je nach Menge und Zusammensetzung. Im Schnitt könnt ihr mit rund 150 bis 250 Euro für einen mittelgroßen Baumischabfall-Container (5 Kubikmeter) rechnen. Hinzu kommen die Bereitstellungskosten für den Container und die Stellgenehmigung oder Sondernutzungserlaubnis. Beides zusammen schlägt mit etwa 150 bis 200 Euro zu Buche. Ihr landet bei circa 300 bis 500 Euro. Die Preise sind grobe Schätzungen und können je nach Standort nach oben oder unten abweichen.

Bequemer fahrt ihr in der Regel mit einem Containerdienst. Die Kosten hängen ebenfalls vom Standort und der Containergröße ab. Für 5 Kubikmeter sind durchschnittlich 400 bis 600 Euro zu erwarten. Im Preis enthalten sind üblicherweise die Lieferung des Containers, eine Stellzeit von ein bis zwei Wochen und die Entsorgung des Baumischabfalls.

Wie kann man beim Entsorgen von Baumischabfall Geld sparen?

Die Entsorgung von Baumischabfall ist vergleichsweise teuer. Grund dafür: Der Müll muss nachträglich per Hand sortiert werden. Vorarbeit zahlt sich deshalb aus. Es kann sich lohnen, mehrere kleine Container zu mieten. Darin könnt ihr die verschiedenen Baustoffe wie Altholz, Metallreste und Kunststoffe separat sammeln und vom gemischten Abfall trennen.

Zu viel Aufwand? In diesem Fall könnt ihr Kosten sparen, indem ihr direkt einen größeren Container aufstellt. Meist verschätzt man sich mit der Menge und muss nachrüsten. Im Vergleich ist ein großer Baumischabfall-Container dann günstiger.

Informiert euch zudem bei eurer Gemeinde oder beim Landkreis, inwieweit Maßnahmen für Abriss und Entsorgung gefördert werden. Auch Teilabrisse und Entkernungsarbeiten werden vielerorts bezuschusst.

Noch ein Tipp: Baut vorausschauend, indem ihr für euer neues Eigenheim primär auf recycelbare Baustoffe setzt. Mineralische Materialien sind häufig günstiger, sowohl in der Anschaffung als auch in puncto Entsorgung. So spart ihr Geld und könnt die Umwelt schonen.

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