Familie auf Baustelle
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Bauen | News

Baukindergeld-Zwischenbilanz: 135.000 Familien beantragen Förderung im ersten Jahr

Eva Dorothée Schmid

Level: Für Alle

Das vor einem Jahr eingeführte Baukindergeld ist gefragt: Rund 135.000 Familien haben es beantragt. 2,8 Milliarden Euro wurden gewährt. Damit ist schon fast ein Drittel der Fördermittel ausgeschöpft.

Rund 135.000 Familien haben seit der Einführung des Baukindergelds Förderanträge gestellt – so lautet die Baukindergeld-Zwischenbilanz nach einem Jahr. Bis auf wenige Ausnahmen seien ihre Anträge auch bewilligt worden, sagte eine Sprecherin der KfW-Bankengruppe, die die Förderung vergibt. Insgesamt hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau Zuschüsse in Höhe von rund 2,8 Milliarden Euro gewährt. Damit ist fast ein Drittel der Fördermittel bereits weg. Insgesamt stehen 9,9 Milliarden Euro an Baukindergeld zur Verfügung.

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"Das Baukindergeld ist ein echter Renner", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). "Wir haben damit schon Tausenden Familien den Erwerb der eigenen vier Wände erleichtert." Seit dem 18. September 2018 gibt es den staatlichen Zuschuss für Familien.

Pro Kind können Familien 12.000 Euro bekommen. Das Geld wird in zehn Jahresraten zu je 1.200 Euro ausgezahlt. Baukindergeld könnt ihr beantragen, wenn ihr bis zum 31. Dezember 2020 eine Baugenehmigung stellt oder einen Kaufvertrag unterschreibt und nicht mehr als 90.000 Euro zu versteuerndes Haushaltseinkommen zur Verfügung habt. Bei größeren Familien liegt die Grenze höher.

Baukindergeld-Zwischenbilanz nach einem Jahr

Das Baukindergeld soll die in Deutschland niedrige Wohneigentumsquote von jungen Familien erhöhen und dabei vor allem Familien mit kleineren und mittleren Einkommen unterstützen. Nach einem Jahr Laufzeit des Förderprogramms zeigt sich, dass:

  • mehr als 80 Prozent der geförderten Familien ein oder zwei Kinder haben,
  • 35 Prozent Kinder im Alter von bis zu zwei Jahren haben,
  • 65 Prozent Kinder im Alter von bis zu sechs Jahren haben,
  • 70 Prozent der Antragsteller zwischen 25 und 40 Jahre alt sind,
  • rund 60 Prozent über ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen in Höhe von bis zu 40.000 Euro verfügen.

Familien erwerben vor allem Bestandsimmobilien

Das Baukindergeld wurde bisher zu fast einem Viertel für Neubauvorhaben und zu gut drei Vierteln für den Kauf von Bestandsimmobilien beantragt. Die Neubauquote hat sich laut Bauministerium mit den zunehmenden Baufertigstellungen in 2019 erhöht und entspreche dem Marktdurchschnitt beim Erwerb von Wohneigentum.

Die meisten Anträge gab es in Nordrhein-Westfalen (29.728). Auf den weiteren Plätzen folgen Baden-Württemberg (18.072), Bayern (17.974) und Niedersachsen (16.569).

Die Antragsteller kauften und bauten mehr in der Stadt als auf dem Land. 16 Prozent der Förderung flossen in Großstädte, 44 Prozent in weitere städtische Gebiete. 40 Prozent gingen in den ländlicheren Raum, etwa die Hälfte davon in dünn besiedelte Kreise.

Kritik am Baukindergeld

Von der positiven Wirkung des Baukindergelds sind längst nicht alle überzeugt. Die FDP im Bundestag kritisiert, dass damit die Wohnungsknappheit in den Großstädten nicht verringert würde. Auch ist zweifelhaft, ob die Antragsteller überhaupt profitieren würden, wenn das Baukindergeld zu einer Erhöhung der Immobilienpreise führe.

Darüber hinaus hat das Baukindergeld den Argwohn der EU-Kommissarin für Soziales, Marianne Thyssen, geweckt. Sie hatte Ende August gegenüber der Funke Mediengruppe eine Prüfung angekündigt, ob das Baukindergeld EU-Ausländer benachteilige. Sie wolle die deutschen Behörden kontaktieren, "um die rechtliche Situation zu klären". Thyssens Kritikpunkt: Die Antragsteller müssen ihren Hauptwohnsitz in Deutschland haben und können Fördermittel nur für in Deutschland erworbenes Wohneigentum beantragen.

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