Kind spielt vor einer Baustelle
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Baukindergeld wird wegen Corona verlängert

Katharina Schneider

Aufgrund der Corona-Pandemie wird das Baukindergeld verlängert. Bis zum 31. März haben Familien nun Zeit, alle notwendigen Schritte für den Zuschuss zu tätigen.

Bauwillige Familien können sich freuen: Das Baukindergeld soll nun nicht wie geplant zum 31. Dezember dieses Jahres auslaufen. Wie das Kabinett beschlossen hat, soll die Frist für Anträge bis zum 31. März 2021 verlängert werden. Das teilte das Bundesinnenministerium (BMI) mit.

Die Verlängerung wird mit dem Inkrafttreten des Bundeshaushalts wirksam. Grund für die Fristveränderung ist die Corona-Pandemie. Denn wegen der könnten viele Antragsteller Fristen nicht einhalten, heißt es dazu vom BMI.

Nun können Familien den Antrag auf Baukindergeld stellen, wenn sie zwischen dem 1. Januar 2018 und dem 31. März 2021 den Kaufvertrag für ein Eigenheim unterschrieben oder eine Baugenehmigung erhalten haben. Pro Kind können Familien über die Förderung 1.200 Euro pro Jahr über zehn Jahre bekommen. Allerdings besteht eine Einkommensgrenze von 90.000 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen pro Jahr. Hat eine Familie mehr Kinder, erhöht sich diese Grenze.

Große Nachfrage nach Baukindergeld

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) begrüßte die Verlängerung des Förderzeitraums. "Dies ist eine wunderbare Nachricht für alle bauwilligen Familien in Deutschland und hilft der Bauindustrie in diesen unsicheren Zeiten sehr", sagte Achim Hannott, BDF-Geschäftsführer.

Die Nachfrage nach dem Baukindergeld ist groß. Bis zum 31. Mai dieses Jahres sind rund 233.000 Anträge eingegangen, heißt es vom BMI. Knapp 152.000 davon seien positiv geprüft worden. Das Gesamtfördervolumen habe bis zu diesem Zeitpunkt 4,9 Milliarden Euro betragen.

Das Baukindergeld ist für viele Familien offenbar ein Anreiz, eine Immobilie zu kaufen: Laut einer Studie des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung Gewos haben die Deutschen 2018 unter anderem wegen des Baukindergeldes so viele Eigenheime wie nie gekauft.

Baukindergeld als Bürokratiemonster?

Doch nicht alle feiern das Baukindergeld so sehr wie Innenminister Horst Seehofer (CSU), dessen Wunsch die Förderung war. Denn wie aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion hervorgeht, fallen für das Baukindergeld auch hohe Verwaltungskosten an. In den Jahren 2018 und 2019 seien schon 102 Millionen Euro zusammengekommen, für 2020 rechnet das BMI noch einmal mit 65,33 Millionen Euro. Wie hoch die Kosten für die Fristverlängerung werden, ist nicht bekannt.

Die FDP bezeichnet den Zuschuss daher gerne als "Subventionsdrama" und "Bürokratiemonster". Die Liberalen sprechen sich statt Subventionen für einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer aus. Auch der Bund der Steuerzahler gilt nicht als Fan des Baukindergeldes. Er bezeichnete es schon vor dem Start als "ineffizientes Wohlfühlprogramm".

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