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Wohnen | News

Hauptgrund Baukindergeld: Deutsche kaufen so viele Eigenheime wie nie zuvor

Albert Linner

Level: Für Alle

Im Jahr 2018 wurden so viele Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland gekauft wie nie zuvor. Verantwortlich ist dafür laut einer Studie das neu eingeführte Baukindergeld.

Das 2018 eingeführte Baukindergeld hat offenbar für einen Boom beim Kauf von Ein- und Zweifamilienhäusern in Deutschland gesorgt. So wurden im vergangenen Jahr so viele Immobilien dieser Art gekauft wie noch nie zuvor. Das ergab eine Studie des Hamburger Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung Gewos. Demnach wurden 2018 bundesweit rund 248.500 Ein- und Zweifamilienhäuser gekauft.

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"Das im vergangenen Jahr eingeführte Baukindergeld hat zu einem zusätzlichen Run auf Eigenheime geführt", sagt Sebastian Wunsch, der bei Gewos für die Immobilienmarktanalyse zuständig ist. "Nach Rückgängen um 0,7 Prozent in 2016 und 0,8 Prozent in 2017, ist die Zahl der Kauffälle von Ein- und Zweifamilienhäusern im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent gestiegen. Der entsprechende Geldumsatz erhöhte sich um 9,7 Prozent und damit bereits das elfte Jahr in Folge."

Baukindergeld für Eigenheim-Ansturm verantwortlich

Insgesamt habe es 2018 Transaktionen von Ein- und Zweifamilienhäusern im Wert von insgesamt 66,3 Milliarden Euro gegeben – das ist zum siebten Mal in Folge ein neuer Umsatzrekord am deutschen Eigenheimmarkt. Durchschnittlich hätten die Eigenheimkäufer in Deutschland 267.000 Euro ausgegeben, ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent.

Gerade im zweiten Halbjahr sei ein Ansturm auf Eigenheime zu sehen gewesen, sagt Wunsch. Verantwortlich dafür sei das Baukindergeld der Bundesregierung. Das verspricht eine Förderung von insgesamt 12.000 Euro über zehn Jahre, wenn Familien oder Alleinerziehende ein Haus bauen oder kaufen.

Das Umland boomt

Besonders im Umland größerer Städte seien Ein- bis Zweifamilienhäuser gekauft worden, heißt es in der Gewos-Analyse. "Die Umlandkreise der großen Städte gehören traditionell zu den umsatzstärksten regionalen Eigenheimmärkten in Deutschland. Im vergangenen Jahr waren hier vielfach stark steigende Kauffallzahlen und Geldumsätze zu beobachten", sagt Wunsch.

Im Kreis Pinneberg in der Nähe von Hamburg habe sich die Anzahl der Eigenheimverkäufe 2018 um 23,6 Prozent auf rund 1.700 erhöht, auch im Main-Kinzig-Kreis im Umland Frankfurts habe es einen Zuwachs von 19 Prozent gegeben. Aber auch im Umland von Köln, Düsseldorf und Hannover sei ein Anstieg zu beobachten gewesen.

Bei den großen Städten mit über 600.000 Einwohnern habe es jedoch nur in Hamburg mehr Käufe als im Vorjahr gegeben (ein Plus von 5,8 Prozent). In den anderen sogenannten A-Städten waren die Zahlen rückläufig, in Frankfurt sogar um 13,4 Prozent.

"Der Markt scheint nun vollends leergefegt zu sein"

Bei den Eigentumswohnungen sei im Gegensatz zu den Ein- und Zweifamilienhäusern, was die Zahl der Transaktionen angeht, ein Rückgang um 0,8 Prozent zu beobachten. Das sei bereits in den Vorjahren so gewesen, 2018 habe sich der Negativtrend jedoch verstärkt, sagt Wunsch. "Der Markt scheint nun vollends leergefegt zu sein."

Besonders in den Großstädten sei die Zahl der Käufe und Verkäufe von Wohnungen deutlich zurückgegangen. In Berlin zum Beispiel um ganze 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Umsatzvolumen erhöhte sich gleichzeitig jedoch – in der Hauptstadt um 7 Prozent, im Bundesdurchschnitt um 4,8 Prozent.

Dass es weniger Transaktionen bei Eigentumswohnungen gegeben hat, liegt laut Wunsch keinesfalls an der niedriger gewordenen Nachfrage, sondern am immer knapper werdenden Angebot.

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