Eva Brenner, TV-Star und Kolumnistin bei wohnglück.de
© privat

Wohnen | Statement

Auf Hygge folgt Coorie: Was ich vom neuesten Einrichtungstrend halte

Eva Brenner

Level: Für Alle

Die schottische Gemütlichkeit passt perfekt zu dieser Jahreszeit. Aber lässt sich Coorie auch auf deutsche Wohnzimmer übertragen? Einrichtungsexpertin und Wohnglück-Kolumnistin Eva Brenner ist da ein wenig skeptisch.

Mit Wohntrends ist das für mich immer so eine Sache. Was für die Skandinavier "hygge", das ist für die Schotten "Coorie" – lese ich jedenfalls überall. Ein wenig kritisch darf man da schon fragen, ob es sich hier wirklich um die Lebens- und Wohnart der stolzen Inselbewohner handelt.

Oder ob hier aus den vielen Bildern, die wir über Schottland und die Schotten im Kopf haben, nicht ein neuer Trend abgeleitet wird. Warum sich alle gerade jetzt darauf stürzen? Na ja, Coorie passt vor allem auch perfekt zu Herbst, Winter und Weihnachten ...

Von den Highlands ins Ruhrgebiet

Aber ich will nicht zu sehr unken. Fakt ist, Coorie funktioniert ganz wunderbar in diesen Jahreszeiten. Die Mischung aus dunklen Farben, Hölzern und klassischen Mustern bringt eine gewisse Schwere, aber auch Gemütlichkeit und Heimeligkeit mit sich. Aber diese lässt sich eben nicht so leicht auf den luftig leichten Frühling oder auf den Sommer übertragen.

Aber aktuell sehnt man sich nach Coorie. Damit könnt ihr es euch bei nassem, kaltem Winterwetter drinnen so richtig gemütlich machen. Bei Coorie riecht man quasi das Kaminfeuer und den Whisky, spürt alte Gemäuer.

Dabei müssen es nicht immer die schottischen Highlands sein – es reicht auch ein verregneter, usseliger Tag im Ruhrgebiet, um mit den schottischen Stilmitteln eine gemütliche Stimmung zu erzeugen.

Authentische Materialien: Stein, Holz, Gusseisen

Diese Stilmittel, das sind vor allem authentische Materialien wie Stein, Holz und Gusseisen, die ich sehr mag. Allerdings muss ich auch zugeben: In Summe mit Mustertapete, den dunklen Farben und schweren Stoffen würde mich alles zusammen auf Dauer erdrücken. Außerdem bevorzuge ich diesen Stil in seiner authentischen Umgebung, also im Urlaub in Schottland. Und: Wenn schon dunkel, dann auch puristisch. Ich bin halt ein Fan davon, sich bei der Einrichtung im positiven Sinne zu beschränken.

Aber das alles ist wie immer Geschmacksache. Meiner Meinung nach ist Coorie schon fast eine logische Konsequenz: Auf den skandinavischen Minimalismus und den glamourösen Look der 1920er-Jahre folgt jetzt eben die schottische Gemütlichkeit. Die wird sich meiner Meinung nach nicht so nachhaltig etablieren wie „hygge“. Aber es ist wieder eine neue Spielwiese für uns Interiordesigner und Innenarchitekten – und natürlich auch für alle, die sich von diesem neuen Trend inspirieren lassen wollen. Schauen wir mal, was dann als nächstes kommt.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK