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5 spannende Fakten: So wohnt Deutschland 2020

Katharina Schneider

Katharina Schneider

In deutschen Metropolen sind Immobilien teuer – ganz egal, ob Miete oder Kauf. Aber auch die Preise im Umland von Großstädten ziehen an. Das geht aus der Studie "Wohnen in Deutschland 2020" hervor. Wir stellen euch die fünf spannendsten Erkenntnisse vor.

Das Zuhause wird in Zeiten von Lockdown und Home Office für viele Menschen immer wichtiger. Auch den Drang nach mehr Platz und einer grünen Umgebung verspüren die Deutschen offenbar immer mehr. Das geht unter anderem aus der Studie "Wohnen in Deutschland 2020 – Unterschiede zwischen Stadt und Land" hervor, die von der Gruppe der Sparda-Banken gemeinsam mit dem Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) erarbeitet wurde. Wir stellen euch die fünf spannendsten Erkenntnisse vor.

1. Immobilienmarkt trotzt der Corona-Pandemie, Nachfrage nach Hauskauf steigt

Die Corona-Pandemie sorgt für zahlreiche Einschnitte in Wirtschaft und Gesellschaft. Doch der Immobilienmarkt trotzt der Krise offenbar. Die Preise sind unverändert auf hohem Niveau, auch die Nachfrage an Wohneigentum hat nicht abgenommen.

Die Mietpreise seien in den vergangenen eineinhalb Jahren um vier Prozent, die Kaufpreise um ganze 15 Prozent gestiegen. "Die Gründe hierfür sind vielfältig", sagt Florian Rentsch, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Sparda-Banken. "Sei es die Funktion einer Immobilie als sichere Wertanlage in unsicheren Zeiten, die Verunsicherung gegenüber dem Kapitalmarkt, die nach wie vor äußerst günstigen Finanzierungskonditionen oder eben der nach wie vor große Wunsch nach einem Eigenheim. Letzterer wird sicher durch die Schließungen von Begegnungsstätten im öffentlichen Raum sowie Home Office eher verstärkt."

Lediglich die Zahl der Inserate sei gesunken, heißt es in der Studie Wohnen in Deutschland. Dies lasse darauf schließen, dass die Verkäufer keinen Markteinbruch aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung befürchten.

Seit der Corona-Pandemie ist das Interesse an einem Hauskauf stark gestiegen. Dies haben die Studienautoren über Suchanfragen bei Google herausgefunden.

2. Preise im Umland von Metropolen steigen ebenso wie in Metropolen

Die Preise für Immobilien im Umland von Metropolen steigen in ähnlicher Weise wie die Preise in den Metropolen selber. In Berlin, München, Köln, Hamburg und Stuttgart ist der Anstieg seit 2017 im Umland sogar höher als der in der Stadt selber. Dennoch: In den sieben größten Städten sind Immobilien immer noch rund 55 Prozent teurer als in ihrem Umland.

Wenig verwunderlich: Sowohl der Immobilienkauf als auch das Mieten in Stadt und Landkreis München sind am teuersten. Der Quadratmeter kostet in der bayerischen Landeshauptstadt im Schnitt 16,26 Euro für Mieter im Monat und 7.220 Euro für Käufer. Auch die Mietpreise im Landkreis München sind hoch: 13,19 Euro muss man hier für den Quadratmeter berappen. Auch in den Landkreisen Fürstefeldbruck, Starnberg, Dachau, Miesbach und Ebersberg – alle im Münchner Speckgürtel – muss für den Quadratmeter mehr als 10,40 Euro bezahlt werden.

Nur zwei der Landkreise unter den zehn teuersten ländlichen Regionen sind nicht in der Metropolregion München verortet.

Geht es ums Kaufen, liegen die zehn teuersten Landkreise in der Metropolregion München, heißt es in der Studie Wohnen in Deutschland. Hier müssen Käufer für den Quadratmeter zwischen 4.350 Euro (Landkreis Freising) und 6.314 Euro (Landkreis München) zahlen.

3. Im ländlichen Raum gibt's mehr Platz

Junge Familien finden ein Einfamilienhaus deutlich leichter, wenn sie im ländlichen Raum suchen. Hier stünden die Chancen deutlich höher, heißt es in der Studie. Außerdem liegt die durchschnittliche Wohnfläche im ländlichen Raum bei 120 Quadratmetern, in den Metropolen nur bei 86 Quadratmetern.

"Wer auf der Suche nach mehr Wohnraum für die Familie ist, geht raus aus den Großstädten ins Umland", sagt Michael Voigtländer vom IW. "Die ballungsraumnahen, hochverdichteten ländlichen Räume sind besonders attraktiv. Hier bieten 42 Prozent der inserierten Immobilien mehr als 120 Quadratmeter Wohnfläche. Der Anteil der inserierten Einfamilienhäuser liegt in den Agglomerationsräumen hingegen bei lediglich elf Prozent. Eher fündig wird hier, wer auf der Suche nach einer Ein- bis Zwei-Zimmerwohnung ist: Diese machen dort fast ein Drittel der inserierten Eigentumsimmobilien aus."

Immobilien, die in Hamburg zum Kauf angeboten werden, bieten von den größten sieben Städten die durchschnittlich größte Wohnfläche. 95 Quadratmeter sind das in der Hansestadt. In München bekommen Käufer im Schnitt die geringste Wohnfläche: Im Schnitt haben die angebotenen Immobilien nur 78 Quadratmeter.

4. Anzahl der Pendler steigt

Weil die Preisunterschiede zwischen Stadt und Land teilweise so groß sind, nimmt die Zahl der Pendler zu. Je höher die Immobilienpreise, desto höher der Pendlersaldo, konstatiert die Studie. Besonders im städtischen Raum würde sich dies zeigen. Insgesamt steige der Anteil derer, die bereit sind, weiter zu pendeln – etwa, um mehr Wohnraum fürs Geld zu bekommen, sagt Rentsch.

Denn die Ballungsräume bleiben für die meisten attraktiv. Zwischen den Jahren 2011 und 2019 stieg der Anteil der Bevölkerung, die im städtischen Raum lebt, von 60,6 auf 61,4 Prozent.

Während die Metropolregionen München, Stuttgart, Frankfurt am Main, Rhein-Neckar, Rheinland, Hamburg, Berlin-Brandenberg und Bremen/Oldenburg hohe Bevölkerungszuwächse verzeichnen, verlassen die Menschen Regionen im Osten. 40 der 50 Regionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind zwischen 2011 und 2019 geschrumpft.

5. Es wird zu wenig gebaut

An der Wohneigentumsquote hat sich in Deutschland nichts geändert. Laut der Studie "Wohnen in Deutschland" leben hier gerade einmal 45 Prozent der Menschen in Wohneigentum – weniger als in allen anderen Ländern Europas. Im Osten sind es mit 36 Prozent noch weniger als im Westen (48 Prozent).

Im ländlichen Raum ist die Quote erwartbar höher. Während in Kleinstädten mit bis zu 20.000 Einwohnern 58 Prozent der Menschen in der eigenen Immobilie leben, sind es in Großstädten ab 100.000 Einwohnern nur 30 Prozent.

Verantwortlich für die geringe Quote machen die Studienautoren die mangelnde Bautätigkeit. Nur 83 Prozent des Wohnungsbedarfs würde durchs Neubauen aktuell gedeckt. In vielen Städten ist die Quote weit geringer. So liegt sie in Köln unter 50 Prozent, in Speyer bei gerade einmal 21 Prozent. "Ohne Ausweitung der Bautätigkeit wird die Wohnungsknappheit in Ballungsregionen weiter zunehmen. Insbesondere in urbanen Räumen wird der Bedarf nicht gedeckt", sagt Voigtländer.

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