Weißes Einfamilienhaus
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Wohnen | News

Sparen für Wohneigentum? Deutsche geben Geld lieber anders aus

Katharina Schneider

Level: Für Alle

Die meisten Mieter in Deutschland wünschen sich, Wohneigentum zu besitzen. Trotzdem geben sie ihr Geld lieber für Reisen aus, als für den Hauskauf zu sparen, wie aus einer Studie hervorgeht.

Deutschland ist eine Mieternation: Nur 45 Prozent der Deutschen lebt im Wohneigentum. Was den Vergleich mit den anderen OECD-Ländern anbelangt, ist das kein gutes Ergebnis. Nur in der Schweiz wohnen noch weniger Menschen in einer Immobilie, die sie selber besitzen.

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Trotz steigender Mieten und langer Schlangen vor Wohnungsbesichtigungen hat es für die Deutschen offenbar keine Priorität, auf die eigene Immobilie zu sparen. Das geht aus der internationalen "Homes and Mortgages"-Studie der Direktbank ING-DiBa hervor. Dafür wurden in 13 europäischen Ländern sowie den USA und Australien Umfragen zum Immobilienmarkt durchgeführt.

Demnach geben in Deutschland 91 Prozent der befragen Nicht-Eigentümer ihr Geld lieber für andere Dinge aus, als es für den Immobilien-Erwerb zu sparen. Dazu zählen Hobbys, Reisen, das Abzahlen von Bildungskrediten, komfortabel zur Miete zu leben und Kinder zu haben. Damit ist Deutschland Spitzenreiter in den untersuchten Ländern.

Reisen wichtiger als sparen fürs Wohneigentum

Im Schnitt gaben 81 Prozent der Mieter in Europa an, dass sie ihr Geld gerade lieber für eine der oben genannten Alternativen ausgeben, anstatt für ein Eigenheim zu sparen. In Australien und den USA liegt dieser Anteil ebenfalls bei 81 Prozent. Eine deutliche Priorität ist bei den Rumänen zu sehen: Hier sehen nur 56 Prozent der Mieter Wichtigeres als den Hauskauf. Kein Wunder, wenn man den Stellenwert von Wohneigentum dort betrachtet: 96 Prozent der Rumänen lebt im Eigenheim.

Der Mehrheit der befragten Europäer ist Reisen wichtiger, als das Geld für ein Eigenheim zu sparen. Im Schnitt gaben 54 Prozent der Befragten an, dass es ihnen wichtiger ist, etwas von der Welt zu sehen. Nur 38 Prozent sparen das Geld lieber für die eigene Immobilie. Auch bei den Mietern, die noch nie Wohneigentum besessen haben, geht Reisen vor Sparen (49 Prozent zu 37 Prozent). Einzig in der Altersgruppe 25 bis 34 ist das Sparen fürs Eigenheim wichtiger als Reisen (51 Prozent zu 46 Prozent).

Traum vom Eigenheim: Viele Mieter glauben nicht daran

Das heißt natürlich nicht, dass die Menschen kein Wohneigentum mehr besitzen wollen. So sagen 70 Prozent der Europäer, dass besitzen vom finanziellen Standpunkt her besser sei als mieten.

Allerdings sieht es die Mehrheit (70 Prozent) der in der Studie Befragten als zunehmend schwierig an, die erste Immobilie oder das erste Grundstück zu erwerben. Die Befragten in Deutschland liegen hier leicht unter dem Durchschnitt: Nur 62 Prozent sagten, der Immobilienerwerb sei zunehmend schwierig, 20 Prozent waren sich nicht sicher, sieben Prozent sind anderer Meinung und zehn Prozent wollten dazu nichts sagen. Am problematischsten empfinden die Menschen in Luxemburg die Entwicklung am Immobilienmarkt. 86 Prozent der Luxemburger finden die Lage zunehmend schwierig.

Hauskauf nicht vor dem 35. Geburtstag

Obwohl die meisten Europäer Wohneigentum als Traum oder Ziel angeben, glauben viele Mieter nicht, dass dieser Traum in Erfüllung gehen wird. 38 Prozent der befragten Europäer sind dieser Meinung. Besonders in den Niederlanden (48 Prozent), Belgien (45 Prozent) und Deutschland (43 Prozent) glauben viele Mieter nicht, dass sie jemals genügend Geld für den Immobilienerwerb haben werden. Nur 22 Prozent der befragten Deutschen Mieter gaben an, kein Wohneigentum besitzen zu wollen.

Auffällig ist auch, dass die Mehrheit derer, die den Hauskauf in ihrer Zukunft sehen, dies nicht erwarten, bevor sie 30 Jahre alt werden. Mehr als ein Viertel der Befragten in der Altersgruppe 25 bis 34 erwartet, eine Immobilie nicht vor dem 35. Geburtstag erwerben zu können.

Für die Studie hat das Marktforschungsunternehmen Ipsos im Auftrag der ING-DiBa 15.146 Menschen aus 15 Ländern befragt. Die Online-Umfrage fand im August 2019 statt.

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