Frau sprüht Pflanze mit Wasser an
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Wohnen | Ratgeber

Pflanzen retten: Die besten Tipps für kränkelnde Zimmerpflanzen

Antonia Eigel

Ihr habt bisher jede Pflanze auf dem Gewissen und wisst euch nicht mehr zu helfen? Wir nennen euch sieben Gründe, warum eure Zimmerpflanzen eingehen und geben Tipps, wie ihr sie wieder aufpäppeln könnt.

"Ich habe einen grünen Daumen." Woher diese Redewendung stammt, ist nicht eindeutig geklärt. Doch jeder weiß: Wer das von sich behauptet, der glaubt mit seinen Pflanzen umgehen zu können und muss diesen Artikel vermutlich nicht lesen. Wer aber ratlos vor seinen eigenen Zimmerpflanzen steht und ihnen dabei zuschaut, wie sie Blätter verlieren und gelb werden, ist hier genau richtig. Wir nennen euch sieben Gründe, warum es euren Pflanzen schlecht geht, woran ihr das erkennt und wie ihr sie doch noch retten könnt.

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1. Zu wenig Licht

Bildet eure Pflanze extrem lange und dünne Triebe mit kleinen Blättern aus, obwohl ihr sie regelmäßig gießt und sie mit Nährstoffen versorgt? Das beschriebene Phänomen nennt sich Geilwuchs, und nein, damit ist tatsächlich nichts Anstößiges gemeint.

Trotz Pflege bekommt eure Pflanze schlichtweg zu wenig Licht und versucht vergebens, sich zur nächsten Lichtquelle zu recken. Dabei werden die Blätter dünn und instabil, eure Pflanze sieht dürr und kränklich aus.

Weitere Symptome, an denen ihr feststellen könnt, dass eure Pflanze zu wenig Licht bekommt:

  • Sie wächst und blüht nicht mehr.
  • Sie neigt sich extrem Richtung Lichtquelle.
  • Die Blätter werden gelblich oder hell und fallen ab.

Am Fenster beträgt die Lichtintensität circa 50 Prozent des Tageslichts. Steht die Pflanze einen Meter vom Fenster entfernt, kommen nur noch knapp 20 Prozent bei ihr an. Nicht allen Pflanzen reicht das aus. Informiert euch also auch darüber, wie viel Licht eure Pflanze im Einzelfall benötigt. Wählt den Standort dann so nah wie möglich am Fenster aus, damit sie sich erholen kann.

Ihr seid euch unsicher, ob das Licht ausreicht? Mit der App Lichtstärke für Zimmerpflanzen könnt ihr am Standort eurer Pflanzen den Lux-Wert messen, also die Lichtintensität, die auf der Blattoberfläche ankommt. So könnt ihr den idealen Platz für sie herausfinden.

Eure Wohnung ist schlichtweg zu dunkel, aber ihr wollt nicht auf Grünpflanzen verzichten? Dann kommen vielleicht diese zehn Zimmerpflanzen in Frage:

2. Staunässe

Verfärben sich die Blätter eurer Pflanze gelb und werden sogar welk? Steht schon seit Tagen Wasser im Untersetzer? Dann habt ihr euch in letzter Zeit vielleicht etwas zu gut um sie gekümmert und es mit dem Gießen etwas übertrieben. Staunässe kann zu Wurzelfäule und schädlichen Pilzen führen und das kann wiederum das Ende für eure Pflanze bedeuten.

Diese Sofortmaßnahmen helfen bei Staunässe

Wurzeln brauchen Sauerstoff, um Nährstoffe aus der Erde zu filtern. Die Staunässe verhindert jedoch die Sauerstoffaufnahme. Steht der Wurzelballen zu lange im Wasser, wird der Nährstofftransport erschwert und die Wurzeln werden matschig, braun oder riechen faulig. Schmeißt eure Pflanze aber nicht sofort weg, sobald ihr das erste gelbe Blatt entdeckt. Ihr könnt sie vielleicht noch retten.

Diese Sofortmaßnahmen können helfen, Staunässe loszuwerden und zukünftig vorzubeugen:

  1. Kippt überschüssige Flüssigkeit weg.
  2. Nehmt die Wurzel samt Erde aus dem Topf und wickelt sie in Zeitungspapier ein und drückt sie aus. Dass Zeitungspapier saugt Feuchtigkeit auf und entzieht der Wurzel Feuchtigkeit.
  3. Gelbe und braune Wurzeln schneidet ihr vorsichtig mit einer Schere ab.
  4. Setzt die Pflanze wieder in neues Zimmerpflanzensubstrat ein.
  5. Füllt eine Drainage-Schicht aus Tongranulat in den Übertopf. Sie sorgt dafür, dass überschüssiges Wasser gut abläuft und verhindert Staunässe.

Gießt eure Pflanze zukünftig lieber zu wenig als zu viel. Die meisten Pflanzen sterben, weil sie übergossen werden. Ihr könnt ganz einfach testen, ob die Erde noch feucht genug ist, indem ihr die Oberfläche mit einem Finger eindrückt. Ist sie noch feucht, wartet mit dem Gießen lieber noch ein bisschen.

3. Schädlinge

Sie kommen nie alleine, sondern immer in riesigen Scharen und oft wie aus dem Nichts: Die Rede ist von Schädlingen, die euren Pflanzen sogar das Leben aussaugen können. Nicht immer ist gleich ersichtlich, um welchen Übeltäter es sich handelt.

Ob Thripse, Läuse oder Milben – fest steht, der Schädling muss weg. Doch das heißt nicht, dass ihr eure Pflanze samt Blumentopf sofort entsorgen müsst.

Das Zimmerpflanzenlexikon bietet euch eine detaillierte Übersicht über sämtliche Schadbilder von Älchen bis Wurzellaus inklusive Fotos. Dort erfahrt ihr alles über Ursachen und Methoden zur Bekämpfung der einzelnen Schädlinge.

Lästling statt Schädling: So bekämpft ihr eine Trauermücken-Plage

Weniger schädlich für eure Pflanzen, dafür aber umso nerviger: Kleine schwarze Trauermücken, die ihre Eier gerne in feuchte Blumenerde legen und dann binnen weniger Tage jeden Blumentopf sowie eure Wohnung bevölkern. Mit einer Fliegenklatsche kommt ihr da irgendwann nicht mehr hinterher.

Auf dem Markt gibt es unzählige Mittelchen und Fallen, die den Trauermücken den Garaus machen sollen. Die Kombination aus Folgenden haben wir bereits selbst erprobt und für sehr effektiv befunden:

  • Gelbfallen gibt es in jedem Drogeriemarkt ab 2,50 Euro. Sie werden in die Blumenerde gesteckt, Lock- und Klebstoff überlisten die Traumermücken.
  • Nematoden (Nützlinge zur biologischen Schadensbekämpfung) könnt ihr online ab 12 Euro kaufen. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer werden ins Gießwasser untergemischt und fressen die Trauermücken-Larven und -Eier auf.

Unser Tipp: Nach einigen Tagen lohnt es sich, die Gelbfallen zu erneuern. So könnt ihr einfach überprüfen, ob sich die Anzahl der umherfliegenden Mücken schon reduziert hat.

4. Trockene Raum- oder kalte Zugluft

Die Blätter eurer Pflanze sehen schon ganz schrumpelig aus? Grund dafür kann eine zu trockene Raumluft sein. Um die Luftfeuchtigkeit zu regulieren, reißen wir dann gerne das Fenster oder die Balkontür auf. Besonders im Winter lauert hier eine weitere Gefahrenquelle für eure Pflanzen.

Viele Pflanzen sind zwar ideale Luftreiniger und sorgen für ein gutes Raumklima, ist die Raumluft jedoch staubtrocken, verdunstet zu viel Feuchtigkeit über die Blattoberfläche und die Pflanze geht ein. Besonders im Winter kann die trockene Heizungsluft schädlich sein.

Eure Pflanzen könnt ihr retten, indem ihr die Luftfeuchtigkeit mit diesen Tricks erhöht:

  • Kurzfristige Wirkung: Mit einem Zerstäuber könnt ihr die Blattoberflächen eurer Pflanzen mit Wasser benetzen, am besten morgens und nicht während die Heizung voll aufgedreht ist oder in der prallen Mittagssonne. Sonst kommt es zu Verbrennungen auf der Blattoberfläche.
  • Langfristige Wirkung: Ist die Luftfeuchtigkeit im Winter permanent zu niedrig, könnt ihr eure Pflanzgefäße in flache Schalen, gefüllt mit Wasser und Kieselsteinen, stellen. Der Wasserspiegel sollte dabei jedoch etwas niedriger als die Kieselschicht sein. So erhöht ihr die Luftfeuchtigkeit in unmittelbarer Nähe eurer Pflanzen. Ab und zu solltet ihr etwas Wasser nachgießen.

Mit einem Hygrometer könnt ihr die Luftfeuchtigkeit messen. Sie sollte mindestens bei 40 Prozent liegen, tropische Pflanzen benötigen sogar mindestens 60 Prozent, um nicht einzugehen.

Hygrometer für Pflanzen
Mit einem Hygrometer könnt ihr die Luftfeuchtigkeit messen. Ist sie zu niedrig, kann das euren Pflanzen schaden. © Getty Images/iStockphoto

Kalte Zugluft schädigt kälteempfindliche Pflanzen

Im Sommer wie im Winter ist richtiges Lüften aus mehreren Gründen wichtig: Der Luftaustausch reguliert die Luftfeuchtigkeit im Raum, beugt Schimmel vor und ist sogar konzentrationsfördernd. Vielleicht habt ihr euch aber schon mal gewundert, warum manche Pflanzen an Balkontür oder Fensterbank auf einmal ihre Blätter abwerfen, nachdem ihr gelüftet habt.

Viele Zimmerpflanzen sind besonders kälteempfindlich. Habt ihr eure grünen Lieblinge vielleicht nur ein paar Zentimeter zur Seite gerückt, um das Fenster zu öffnen, stehen sie meist zu nah am oder sogar im Luftzug. Besonders kleinblättrige Pflanzen vertragen die klirrende Kälte nicht, die Blätter verfärben sich braun oder werden abgeworfen.

Räumt also zukünftig beim Durchlüften eure Pflanzen aus dem Weg. Am besten findet ihr für besonders empfindliche Pflanzen gleich einen geeigneten Platz zum Überwintern.

5. Nährstoffmangel

Bei schreienden Babys ist meistens sofort klar: Entweder sie haben Hunger oder die Windel ist mal wieder voll. Bei Pflanzen mit verfärbten Blättern ist die Analyse nicht ganz so einfach, denn es gibt zahlreiche Mangelerscheinungen und Umstände, die zutreffen können.

Schneidet zunächst alle verfärbten Blätter ab. Die wichtigsten Mangelerscheinungen bei Zimmerpflanzen könnt ihr anhand dieser Symptome identifizieren:

  • Fleckige Blätter deuten auf einen Magnesiummangel hin. Hier verwendet ihr am besten einen Dünger, der Spurenelemente enthält.
  • Hellgelbe Blätter mit grünen Adern deuten auf einen Eisenmangel hin. Hier benötigt ihr einen speziellen Eisendünger.
  • Braune Blattränder lassen einen Kaliummangel vermuten. Mit regelmäßigem Düngen könnt ihr dieses Problem schon nach einigen Wochen beheben.
  • Blasse Blätter zeugen von einem Stickstoffmangel. Mit etwas Dünger im Gießwasser sollte dieser aber schnell behoben sein.

Pflanzen ziehen sich ihre Nährstoffe aus fruchtbarem Erdboden.Viele Topfpflanzen werden jedoch in billiger nährstoffarmer Blumenerde verkauft, weshalb sie nach kürzester Zeit erste Mängel aufzeigen. Eure Pflanzen könnt ihr retten, indem ihr mit Dünger nachhelft. Im Frühling lohnt es sich jedoch, die Pflanzen einmal in qualitativ hochwertige Erde umzutopfen.

6. Hitze und eisige Kälte

Schon mal gehört, dass Pflanzen einen Sonnenbrand bekommen können, der sich in hellbeige bis dunkelbraunen Flecken äußert? Zwar sind die UV-Strahlen, die durchs Fensterglas eintreffen, nicht mehr so stark wie draußen. Trotzdem können die Blätter verbrennen. Zum Beispiel, wenn ihr eure am Fenster stehenden Zimmerpflanzen bei strahlendem Sonnenschein nass gesprüht habt. Die Wassertropfen auf der Blattoberfläche funktionieren dann wie ein Brennglas.

Besonders nach einem langen grauen Winter können die plötzlichen Sonnenstrahlen eure Pflanze überfordern, da die Wärme den Blättern Feuchtigkeit und somit auch die grüne Farbe entzieht. Knallt bei euch den ganzen Tag die Sonne ins Zimmer, gönnt euren Pflanzen ruhig eine zweiwöchige Eingewöhnungsphase. Stellt sie dazu etwas weiter vom Fenster weg oder sorgt für einen Sonnenschutz.

Im Winter solltet ihr hingegen darauf achten, dass eure Pflanzen nicht zu nah an der Fensterscheibe stehen. Berühren sie diese, können sie an manchen Stellen erfrieren. Die Blätter werden gelb und fallen letztendlich ab. Achtet also darauf, dass ihr einen Abstand zum kalten Glas einhaltet.

7. Zu wenig gießen

Mal wieder vier Wochen vergessen, eure Pflanzen zu gießen? Manchen Pflanzen wie zum Beispiel Sukkulenten macht das nichts aus. Andere hingegen lassen die Blätter schneller hängen als ihr gucken könnt.

Gebt euren vertrockneten Pflanzen noch eine Chance. Mit diesen fünf Tricks könnt ihr sie vielleicht noch retten:

  1. Analyse: Sind zwar alle Blätter trocken, die Wurzel aber noch nicht beschädigt, besteht noch Grund zur Hoffnung.
  2. Wasserbad: Stellt die Pflanzen samt Topf für maximal 24 Stunden in ein Wasserbad und duscht sie ab. Steigen keine Luftblasen mehr auf, haben die Wurzeln und das Substrat genügend Feuchtigkeit aufgenommen. Lasst den Wurzelballen gut abtropfen, bevor ihr die Pflanze wieder in den Übertopf stellt.
  3. Pflanze zurückschneiden: Und zwar radikal! Entfernt alle braunen Triebe bis auf den Stock oder Wurzelballen.
  4. Pflanze umgehend düngen: So versorgt ihr sie sofort mit Energie.
  5. Nachsorge betreiben: Falls die Rettung gelungen ist, werdet ihr bald wieder neue Triebe entdecken. Zur Not Pflanze nochmal umtopfen!

Generell solltet ihr euch immer mit den Wasservorlieben jeder einzelnen Zimmerpflanze auseinandersetzen. Wenn ihr sehr vergesslich seid, behelft euch selbst, indem ihr euch eine kleine Erinnerung in Handy oder Kalender erstellt.

Ihr wisst nicht, welche Pflanzen auf eurer Fensterbank stehen und habt so gar keinen grünen Daumen? Mit Apps wie Blossom könnt ihr die Pflanzen per Foto-Analyse bestimmen, Infos zu den Gießgewohnheiten erhalten und gleich einen Gieß-Wecker für jede Pflanze einrichten.

Lifehack zum Pflanzen gießen im Urlaub

Besonders in der Urlaubszeit leiden viele Zimmerpflanzen. Statt den Nachbarn zu fragen, ob er drei Mal den Blumendienst übernimmt, ertränken viele lieber ihre Zimmerpflanzen in einem ausgiebigen Wasserbad oder hoffen drauf, dass sie es irgendwie überleben.

Damit tut ihr ihnen jedoch keinen Gefallen. Wenn ihr nicht gerade drei Monate verreist, könnt ihr eure Pflanzen mit einem simplen Lifehack auch während eures Urlaubs mit ausreichend Wasser verwöhnen:

Begeistert von dieser Idee? Weitere Lifehacks rund ums Thema "Blumen gießen während der Urlaubszeit" findet ihr in diesem Artikel:

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