Kind mit Baurbeiterhelm klettert Leiter auf Baustelle hinauf
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Bauen | News

Kritik am Baukindergeld: Ist der Zuschuss ein "Bürokratiemonster"?

Katharina Schneider

Seit 2018 können Familien in Deutschland Baukindergeld beantragen. Bauminister Seehofer feiert die vielen Anträge als vollen Erfolg. Doch der Verwaltungsaufwand für den staatlichen Zuschuss ist enorm – und ruft nun deutliche Kritik am Baukindergeld hervor.

Das Baukindergeld ist beliebt. Laut Innenministerium sind seit der Einführung des Zuschusses im Herbst 2018 im Bundesgebiet 232.803 Anträge eingegangen. Knapp 152.000 Anträge seien positiv geprüft worden. Aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag, die der Deutschen Presse-Agentur (DPA) vorliegt, geht zudem hervor, dass bislang 465 Millionen Euro ausgezahlt wurden.

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Die Eltern freut's und kaufen fleißig Eigenheimund auch Bauminister Horst Seehofer feiert das Baukindergeld. Allerdings kommt es den Staat teuer zu stehen: Denn neben den Auszahlungen an die Antragsteller fallen hohe Verwaltungsgebühren an. So seien in den Jahren 2018 und 2019 bereits 102 Millionen Euro angefallen, für das Jahr 2020 rechnet das Innenministerium nochmal mit 65,33 Millionen Euro. Und das ruft Kritik hervor.

Kritik am Baukindergeld

"Das Baukindergeld entpuppt sich als massives Bürokratiemonster und verschlingt Unsummen allein für die Verwaltung", kritisiert Daniel Föst, baupolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Das sei ineffizient und nicht hinnehmbar. Föst bezeichnet den Zuschuss als "Subventionsdrama", das nie an den Start hätte gehen dürfen.

"Ein Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer ist das bessere Instrument, damit mehr Menschen in die eigenen vier Wände ziehen können", sagt Föst. Tatsächlich haben die hohen Nebenkosten (rund zehn Prozent von der Kaufsumme) auf viele Immobilieninteressierte eine abschreckende Wirkung.

Schon vor dem Start des Baukindergeldes hatte der "Bund der Steuerzahler" den Zuschuss als "teuer und wirkungslos" und "ineffizientes Wohlfühlprogramm" kritisiert.

Das Baukindergeld als Bürokratiemonster? Das Innenministerium will nun von Wirtschaftsprüfern bewerten lassen, ob die Verwaltungskosten in ihrer Höhe angemessen sind. Erst nach der nächsten Bundestagswahl 2021 soll entschieden werden, ob das Baukindergeld verlängert wird.

Zuschuss von 12.000 Euro pro Kind

Seit September 2018 können Familien oder Alleinerziehende mit Kindern den Zuschuss zum Kauf oder Bau eines Eigenheims beantragen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren kann eine Familie so insgesamt 12.000 Euro pro Kind vom Staat bekommen.

Das Förderprogramm läuft allerdings bald aus. Wer bis zum 31. Dezember 2020 eine Baugenehmigung erhält oder einen Kaufvertrag unterschreibt, kann das Baukindergeld noch beantragen.

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