Man sieht einen Mann in einem Werkraum. Neben ihm eine graue Alu-Kellertür mit Glasausschnitt.
© Hörmann

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Kellertür: Was kosten gute Kellertüren wirklich?

Sandra Hermes

Die gute Nachricht vorweg: Kellertüren sind in der Regel viel günstiger als Haustüren. Die Bandbreite der Preise ist dennoch groß. Das liegt vor allem an den unterschiedlichen Anforderungen. Wir sagen euch, worauf ihr beim Kauf einer Kellertür achten müsst und was eine gute Kellertür kostet.

Für die Haustür habt ihr ein kleines Vermögen ausgegeben? Da seid ihr nicht allein. Schließlich gehört sie zum Gesicht eures Hauses. Das ist bei Keller- und Seiteneingangstüren anders. Sie dürfen auch ganz schlicht und farblos daherkommen. Aber welche Faktoren sind beim Kauf einer guten Kellertür dann wichtig? Wir haben die Details für euch recherchiert.

Was zeichnet eine gute Kellertür aus?

Was eine gute Kellertür ausmacht, hängt zunächst einmal davon ab, was man unter einer Kellertür versteht. Denn der allgemeine Sprachgebrauch benutzt den Begriff Kellertür sowohl für normale Innentüren zu einzelnen Kellerräumen als auch für Türen, die von außen in den Keller führen.

Wenn ihr gerade auf der Suche nach einer Keller-Außentür seid, googelt ihr besser den Begriff "Nebeneingangstür". Denn auch Türen von Nebeneingängen müssen dieselben Anforderungen wie eine Kellertür erfüllen, durch die man von außen ins Haus gelangt.

Alle anderen Türen innerhalb eines modernen Kellers sind im Prinzip Wohnraumtüren, solange sie nicht spezielle Brandschutzanforderungen erfüllen müssen. Das ist dann der Fall, wenn sich hinter der Tür eine Heizungsanlage befindet oder ihr einen Zugang von der Garage in den Keller oder direkt in den Wohnraum habt.

Darauf solltet ihr beim Kauf einer Kellertür (Nebeneingangstür) achten:

  • Welches Material bevorzugt ihr? (Holz, Stahl, Kunststoff, Aluminium oder ein Verbund mehrerer Werkstoffe)
  • Wollt ihr eine Tür mit oder ohne Fenster?
  • Wie gut schützt die Kellertür vor Einbruch? (Die Polizei empfiehlt bei Haus- und Nebeneingangstüren mindestens die Widerstandsklasse RC2 (WK) 2)
  • Wie hoch ist die Feuerwiderstandsklasse) (T30 = verhindert den Durchtritt des Feuers für 30 Minuten, T60 für 60 Minuten usw.)
  • Wie gut ist die Wärmedämmung (U-Wert)? Und entspricht die Tür dem Dämmwert des gesamten Hauses?
  • Wie gut ist die Schalldämmung?
  • Was kostet die Tür und stimmt für euch das Preis-Leistungs-Verhältnis?
  • Gibt es eine Herstellergarantie?
  • Was zufrieden sind andere Käufer mit dem Modell oder dem Hersteller (Internetrecherche)?
  • Ist die Tür "Made in Germany" oder wurde sie im Ausland produziert?
  • Lässt sich ein elektronisches Türschloss integrieren, beziehungsweise ist die Tür Smart-Home-fähig?
  • Wie hoch ist der Pflegeaufwand des Modells?

Wovon hängen die Kosten für eine gute Kellertür ab?

Wenn ihr die Kosten für eine gute Haustür kennt, könnt ihr in Sachen Kellertür aufatmen. Denn anders als die Haustür, die auch repräsentative Funktionen hat und heute immer öfter mit aufwändigen Seitenelementen und Oberlichtern ausgestattet ist, kann die Nebeneingangstür optisch eher unauffällig sein.

Der Eingang von hinten oder der Seite muss nicht viel hermachen. Schlicht und sicher ist die Devise. Das schlägt sich günstig auf die Kosten nieder. Ob ihr euch nun am oberen oder unteren Ende der Kostenskala bewegt, liegt in erster Linie am Material von Türblatt und Zarge und der gewünschten Sicherheitsklasse.

Auch diese Faktoren beeinflussen den Preis:

  • Verarbeitung mehrerer Materialien (zum Beispiel zusätzliche Glasausschnitte)
  • Türdicke
  • Im Set mit Zarge und Drücker oder ohne
  • Sondergrößen
  • Dämmwert (U-Wert)
  • Thermische Trennung von Zarge und Schwelle
  • Umlaufende Dichtung
  • Art der Verglasung (falls vorhanden)
  • Schallschutzklasse
  • Feuerwiderstandsklasse
  • Zusätzliche Rauchdichtigkeit
  • Klimaklasse
  • Produktionsort
  • Einbau elektronischer Türschlösser
  • Smart-Home-geeignet
  • Griffe und Drücker
  • Bänder und Beschläge

Zu den Kosten für Tür, Zarge und Schwelle samt Beschlägen und Drücker kommen noch die Kosten für den Einbau der neuen Nebeneingangstür hinzu.

Am günstigsten ist natürlich ein DIY-Einbau. Experten raten allerdings davon ab. Denn in Sachen Einbruch sind Keller- und Nebeneingangstüren ebenso beliebte Einstiegsmöglichkeiten wie rückwärtige Fenster oder Terrassentüren. Nur mit einem fachgerechten Einbau bekommt ihr am Ende die RC-Klasse, die ihr auch bezahlt habt.

Hinzu kommt das Thema Gewährleistung. Unterlaufen euch beim Einbau Fehler, hat das nachteilige Auswirkungen auf die unternehmerische Haftung.

Handelt es sich um eine Tür zwischen Wohnraum und Garage oder Garage und Keller oder um die Tür zu einem Raum mit Heizungsanlage, muss die hier erforderliche feuerhemmende Tür in jedem Fall von einem Fachbetrieb eingebaut werden. Diese bescheinigt in einer Übereinstimmungserklärung die zulassungskonforme Installation. Die Brandschutztür selbst braucht außerdem eine bauaufsichtliche Zulassung vom DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik). Die Zulassungsnummer und das Herstellungsjahr befinden sich auf einem Schild, das nicht entfernt werden darf.

Feuerhemmende Kellertür
Türen zum Abschluss von Heizungsräumen im Keller müssen feuerhemmend sein und eine gute Wärmedämmung bieten. © Hörmann

Kellertüren: Was sie können, was sie kosten

Die Preisspanne auf dem Markt für Keller- und Nebeneingangstüren ist enorm. Das liegt an den sehr unterschiedlichen Ansprüchen. Eine Tür vor einem Heizungskeller, die zusätzlich als Brandschutztür dient, muss andere Anforderungen erfüllen als eine Kellertür, die nach außen geht und auch vor Einbruch schützen muss.

Ganz schlichte Stahlkellertüren bekommt ihr schon ab 130 Euro. Je höher die Sicherheits-, Brand- und Wärmeschutzklasse, desto teurer wird es. Kommen noch optische Elemente, wie Glasausschnitte aus Sicherheitsglas farbige Beschichtungen hinzu oder braucht ihr eine zweiflügelige Tür, können Kellertüren auch die Tausend-Euro-Marke überschreiten. Das Mittelfeld bewegt sich aber zwischen 400 bis 700 Euro.

Drei Beispiele für gute Kellertüren

Wie schon gesagt, das Angebot an guten Kellertüren ist groß. Um euch trotzdem einen ersten Eindruck zu verschaffen, stellen wir hier drei Hersteller und ihre Türen exemplarisch vor:

Alleskönner in Sachen Sicherheit und Wärmedämmung: Stahl-Innentür WAT 40 von Hörmann

Die Stahl-Innentür WAT 40 von Hörmann ist für den Übergang zwischen Garage und Wohnbereich konzipiert. In Sachen Einbruchschutz weist sie die von der Polizei empfohlene Widerstandsklasse RC2 auf. Das bedeutet, dass die Tür den Einbruchversuchen eines Gelegenheitseinbrechers mindestens drei Minuten standhält. Da Studien zeigen, dass Täter in der Regel nach drei Minuten aufgeben, seid ihr mit RC2 auf der sicheren Seite.

Aufgrund der Brandgefahr in einer Garage, ist die Tür außerdem feuerhemmend (T30). Zusätzlich hat sie eine gute Schall- und Wärmedämmung. Letzteres ist gerade beim Übergang zwischen beheizten Wohnräumen nach draußen oder in die nicht beheizte Garage wichtig. So geht keine wertvolle Heizenergie verloren.

Über die Website des Herstellers könnt ihr nach Hörmann-Händlern in eurer Nähe suchen. Dort könnt ihr euch nach konkreten Preisen erkundigen.

Man sieht einen hellen Eingangsbereich, von dem aus man durch eine Seitentür in direkt in die Garage kommt.
Die Stahl-Innentür WAT 40 von Hörmann bietet eine T30 feuerhemmende Funktion, eine einbruchhemmende RC2-Ausstattung sowie eine gute Schall- und Wärmedämmung. © Hörmann

Türen vom Sicherheitsspezialisten: Stahltüren von Teckentrup

Der Hersteller Teckentrup hat sich auf Türen aus Stahl spezialisiert. Die robuste Keller-Sicherheitstür "Teckentrup" bietet mit einer speziellen 3-fach-Verriegelung, Aufhebelschutz, Aufbohr- und Ausziehschutz sowie mit massiven Scharnieren stärksten Widerstand gegen Einbruchversuche.

Auch wenn Keller- und Nebeneingangstüren nicht im optischen Zentrum des Hauses stehen, bietet Teckentrup mehr als blanken Stahl. Ihr könnt die Modelle sowohl in unterschiedlichen RAL-Farben als auch mit Glasausschnitten bestellen. Bei Scheurich haben wir das Modell für 486,42 Euro gesehen.

Man sieht eine dunkelgraue Tür mit Glasausschnitt in einem Kelleraum mit geparktem Motorrad
Kellertüren müssen nicht langweilig sein. Die Sicherheitstür von Teckentrup bekommt ihr auch in diversen RAL-Farben oder mit Glasausschnitt. © Teckentrup

Widerstand gegen ungebetene Gäste: Die Seiteneingangstüren von Biffar

Seiteneingangstüren und Kellertüren führen im wahrsten Sinne des Wortes ein Schattendasein. Sie liegen meistens schlecht einsehbar an der rückwärtigen Seite des Hauses. Die Optik steht daher weniger im Fokus als bei einer repräsentativen Haustür. Auf aufwändige Profile und Designer-Griffe könnt ihr tatsächlich verzichten, nicht jedoch auf die Sicherheit. Denn gerade, weil Nebeneingangstüren nicht im Fokus stehen, nutzen Einbrecher sie gerne, um ungestört ins Haus zu kommen.

Auch Kellertüren, wie dieses Modell vom Hersteller Biffar, sollten mindestens die Widerstandsklasse RC2 haben. Genauso wichtig ist aber das Setting. Mit der passenden Beleuchtung, die bei Dämmerung automatisch angeht oder auf Bewegung reagiert, setzt ihr auch die Seiteneingangstüren ins rechte Licht und macht es Einbrechern schwer, ungestört zu arbeiten. Über den Biffar-Händler in eurer Nähe könnt ihr konkrete Preise erfragen.

Man sieht eine helle Seiteneingangstür von Biffar.
Die Sicherheit von Keller- und Seiteneingangstüren lässt sich effektiv durch eine zusätzliche Beleuchtung steigern. © Biffar

Fazit: Was gute Kellertüren wirklich kosten

Die Preise für Kellertüren variieren je nach Bedürfnis. Sie reichen von 130 Euro bis über tausend Euro.

Macht euch klar, was die Tür, die ihr gerade sucht, können muss und welche gesetzlichen Anforderungen im Bereich Brandschutz für diesen Einsatzbereich gelten. Auch eine hochwertige Kellertür kostet in der Regel weitaus weniger als eine gute Haustür. Überlegt euch also gut, ob ein paar hundert Euro hier nicht gut investiert wären.

Im Fokus steht dabei der Einbruch- und Brandschutz. Erst danach kommen Kriterien wie Schall- und Wärmedämmung und die Optik.

Auch elektronische Schließsysteme können in einigen Modellen integriert werden. Allerdings solltet ihr euch fragen, wie häufig ihr die Kellertür tatsächlich nutzt. Nur wenn eine Nebeneingangstür als zweite Haustür im Alltag zum Einsatz kommt oder ihr sie in ein komplettes Smart Home-Konzept einbinden wollt, sind diese Mehrkosten wirklich sinnvoll.

Tipp: Um ein rundum sicheres Zuhause zu haben, müssen Fenster und Türen denselben Standard haben. RC2 sind für eine neue Haustür ebenso ein Muss wie für eure Terrassentür und eure Fenster.

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