Florian Dittmar auf dem Anhänger seines Tiny Houses
© Familie Dittmar

Bauen | Homestory

Deutschlands jüngster Tiny-House-Bauherr: 13-Jähriger baut sich ein Minihaus

Eva Dorothée Schmid

Level: Für Alle

Die Tiny-House-Bewegung hat jetzt sogar Kinder erreicht: Im bayrischen Freising baut sich der 13-jährige Florian Dittmar seit Ostern sein eigenes Tiny House. Mit seiner Begeisterung für die Minihäuser hat er auch schon seinen Vater angesteckt.

Andere Schüler seiner Schule bauen für die Große Arbeit, die so etwas wie das Meisterstück von Schülern an Montessori-Schulen ist, einen Stuhl oder backen einen Einhornkuchen. Florian Dittmar ist das eine Nummer zu klein. Der Schüler aus dem bayrischen Freising will für sein Schul-Abschlussprojekt ein richtiges Tiny House bauen. Wenn ihm das gelingt, wäre er wohl Deutschlands jüngster Tiny-House-Bauherr.

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Als der damals noch Zwölfjährige kurz nach Weihnachten mit dieser Idee auf seinen Vater Ulli Dittmar zukam, da fragte der nur: "Was willst du bauen?" Von Tiny Houses hatte er noch nie gehört. Doch dann hat er sich erkundigt, und heute sagt der 55-Jährige: "Das ist eine super Geschichte, wäre ich jünger, dann wäre das auch ein Thema für mich."

Florian, mittlerweile 13 Jahre alt, erzählt, er habe für die Große Arbeit etwas mit Holz machen wollen, was noch keiner gemacht hat. "Ein Bett oder eine Palettenbar, das fand ich langweilig." Im Internet ist er dann auf Tiny Houses gestoßen. "Auf so wenig Raum zu wohnen, das fand ich spannend. Und dass man sich mit wenig Geld ein eigenes Haus bauen kann, ist schon cool."

Kappsäge zum Geburtstag und Workshop bei Go Tiny

Zu seinem 13. Geburtstag im März wünschte sich der Siebtklässler eine Kappsäge, die er auch bekam. "Natürlich gebe ich ihm solche Werkzeuge nicht einfach in der Hand. Florian muss für jedes Werkzeug bei mir erstmal einen Maschinenführerschein machen", sagt sein Vater.

Außerdem rief Florian Christoph Lang von Go Tiny an, der mal Leiter einer Montessorischule war und nun Tiny Houses baut und Workshops dazu anbietet. Er wollte dort ein Praktikum machen, was aber nicht möglich war. Stattdessen lud ihn Lang zu einem Workshop ein. "Das war sehr hilfreich", erzählt Florian. Er hat dort viel über die Statik, Isolierung, Wasserdichtigkeit und rechtliche Rahmenbedingungen für Tiny Houses gelernt. Von allen Teilnehmern ist er bisher der einzige, der den Bau eines Tiny Houses auch wirklich in Angriff genommen hat.

Seit Ostern baut Florian an seinem Tiny House

Zusammen mit seinem Vater besorgte er sich in Holland einen Tiny-House-Anhänger. Ostern fing er auf dem Firmengelände seines Vaters mit den Bauarbeiten an. Inzwischen ist der Holzrahmen fertig, und Florian hat bereits eine Dampfsperre angebracht. Im nächsten Schritt will er innen Holzwände montieren.

Sein Vater hat die Holzkonstruktion des Tiny Houses einem befreundeten Architekten gezeigt, der die Statik absegnete. Die Elektrik soll ein Bekannter übernehmen, "da lasse ich ihn nicht ran", so Ulli Dittmar. Bis zum Herbst nächsten Jahres hat Florian, der mal Schreiner werden will, Zeit für sein Tiny-House-Projekt.

Tiny House mit Dachterrasse

Der 13-Jährige baut sein Tiny House als Ladung, weil er dann keine Zulassung vom TÜV braucht. Es soll eine Wohnfläche von 22 Quadratmetern haben, vier Meter hoch sein, 2,55 Meter breit und 7,20 Meter lang. Geplant ist eine Küche, ein Bad, ein Wohn- und ein Schlafzimmer.

Das Besondere an seinem Tiny-House-Entwurf ist die Dachterrasse. "Ich habe mir gedacht, dass ich ja nur einen Schlafbereich oben brauche und den Rest des Daches nicht zu nutzen, das ist Platzverschwendung." Über einen Steg vom Schlafbereich soll die Dachterrasse erreichbar sein.

Für die Fassadenverkleidung haben sich Vater und Sohn etwas Besonderes ausgedacht: Sie wollen die Fassade mit schwarzem Cabrioverdeckstoff bespannen. "Das ist günstig, wasserdicht und leicht", sagt Ulli Dittmar, gelernter Kommunikationswirt, der eine eigene Firma hat, die Zubehör für VW-Busse anfertigt.

"Ich habe mir das schwieriger vorgestellt"

Den Bau eines Tiny Houses hat sich Florian schwieriger vorgestellt. Informationen holt er sich aus dem Internet, vor allem auf amerikanischen Seiten. "Wie man handwerklich etwas macht, da kann ich viel auf Youtube nachschauen oder ich frage meinen Vater, der Hobbyhandwerker ist", erzählt er. Die größten Herausforderungen sind für ihn Zeit und Geld.

Er kommt nur am Wochenende und in den Ferien zum Arbeiten an seinem Tiny House. "Unter der Woche habe ich keine Zeit, da habe ich nachmittags Schule."

23.000 Euro soll das Tiny House kosten

Um den Bau seines Tiny Houses zu finanzieren, hat Florian einen Spendenaufruf gestartet. "Leider kam da noch nicht viel", erzählt er. Deshalb finanziert sein Vater den Bau. Er rechnet für alles mit rund 23.000 Euro. "Ich sehe das als Investition in Florians Zukunft", sagt Ulli Dittmar.

Sein Sohn hat aber schon eine Idee, wie er seinem Vater das Geld zurückzahlen möchte, damit das Tiny House wirklich sein eigenes ist: "Ich vermiete das an meinen Bruder, wenn der auszieht um zu studieren." Später, wenn er eine Lehre macht, will Florian dann selbst in sein Tiny House einziehen.

Während andere Jugendliche ihr Geld beispielsweise in Videospiele stecken, investiert Florian alles, was er bekommt, in sein Tiny House. Von den 500 Euro seiner Oma möchte er sich beispielsweise eine Trockentrenntoilette kaufen.

Den jungen Tiny-House-Bauherren unterstützen

Wer Florians Projekt mitverfolgen möchte, der kann das auf Instagram oder Facebook tun. Der jüngste Tiny-House-Bauer Deutschlands freut sich auch über Paypal-Spenden für sein Projekt an flo.dittmar06@gmail.com. Und wer selbst mit dem Gedanken spielt, ein Tiny House selbst zu bauen, der findet in diesem Artikel Rat:

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