Zimmermann prüft das Lot einer Unterkonstruktion mit der Wasserwage.
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Holzterrasse: 5 Tipps für eine starke Unterkonstruktion

Sandra Hermes

Level: Für Profis

Die Unterkonstruktion einer Holzterrasse entscheidet über ihre Lebensdauer. Mit unseren 5 Tipps legt ihr die Grundlage für einen langlebigen Sonnenplatz.

Oben hui, unten pfui? Lieber nicht! Die Unterkonstruktion einer Holzterrasse entscheidet darüber, wie lange eure Holzterrasse hält. Mit diesen fünf Tipps legt ihr eine stabile Grundlage.

Tipp 1: Den Untergrund sorgfältig vorbereiten

Er ist später unsichtbar, und doch ausschlaggebend für die Standfestigkeit eurer Terrasse: der Untergrund. Um mit der Holzkonstruktion selbst loslegen zu können, müsst ihr einen stabilen und ebenen Untergrund vorbereiten. Wenn ihr nicht gerade ein Betonfundament gießen wollt oder eine alte Steinterrasse als Basis habt, werdet ihr euch vermutlich eher für die Variante Schotter und Punktfundamente aus Steinplatten entscheiden. Dafür geht ihr so vor:

  • In eine zuvor ausgehobene Grube (etwa 40 bis 80 cm) schüttet ihr Schotter (30-65 cm). Am besten arbeitet ihr Schicht für Schicht und befestigt diese immer wieder mit einer Rüttelplatte, um das Ganze zu verdichten.
  • Darüber kommt eine dünnere Schicht Split, die für einen guten Wasserablauf sorgen soll. Ein Gemisch aus Kies und Sand hat denselben Effekt.
  • Die Fläche wird dann mit einer Lage Unkrautvlies abgedeckt. Denn zwischen den Terrassen-Dielen hochwachsende Gräser finden die meisten eher nicht so schön.

Tipp 2: Das Fundament gut planen

Jetzt werden Steinplatten auf der Fläche verteilt. Sie sind das Fundament für die Unterkonstruktion aus vierkantigen Holzbalken (Lagerhölzer). In welchen Abständen die Platten angeordnet werden, ist abhängig von der Terrassenplanung. Die Dielen brauchen an beiden Enden und zusätzlich etwa alle 40 bis 50 cm eine Auflage. Es muss also ein Plan her. Wenn ihr selber baut, ist es wichtig, dass ihr die Länge der Dielenbretter kennt und vorher genau wisst, welche Form und Größe die Terrasse haben soll. Nur dann könnt ihr die Zahl der Platten und den notwendigen Abstand der Balken genau berechnen.

Übrigens: Oft vergessen ungeübte Terrassenbauer bei der Planung der Unterkonstruktion, die Höhe der Dielenbretter einzuplanen. Denn häufig schließt die Terrasse ja an eine Verandatür an, aus der ihr möglichst stufenlos auf das neue Deck treten wollt. Die Dielen dürfen also am Ende nicht zu hoch und schon gar nicht zu tief liegen, um nicht ungewollt zur Stolperfalle zu werden.

Mann bohrt Schraube in ein Brett auf eine Unterkonstruktion.
Die Holzdielen werden mit Schrauben auf der Unterkonstruktion befestigt. © Getty Images/iStockphoto

Tipp 3: Holzbalken vor Bodenkontakt schützen

Auf den Steinplatten können nun die Balken verlegt werden. Es sei denn, ihr arbeitet mit Justierfüßen oder Terrassenlagern, zum Beispiel, um das Deck höher zu bauen oder Höhenunterschiede auszugleichen. Dann werden diese erst auf den Steinen befestigt. Arbeitet ihr ohne, denkt unbedingt daran, zwischen Stein und Holz Gummigranulatpads zu legen. So zieht das Holz von unten weniger Feuchtigkeit und hält länger. Fachleute nennen diese und andere Baumaßnahmen, die das Holz vor Feuchtigkeit, Schimmel und Parasitenbefall bewahren, konstruktiven Holzschutz.

Tipp 4: Schief hält länger

Das Deck sollte am Ende rund 2 Prozent Gefälle haben – und zwar weg vom Gebäude. Beim Laufen werdet ihr nicht spüren, dass es ein bisschen schief ist, aber so kann Regenwasser schnell abfließen und die Terrasse besser trocknen. Arbeitet ihr ohnehin mit Justierfüßen, könnt ihr die Schräge über deren Einstellung leicht herstellen. Kommt die Konstruktion direkt auf das Steinfundament, müsst ihr das Gefälle schon bei der Vorbereitung des Untergrunds einplanen.

Tipp 5: Das Material aufeinander abstimmen

Das Konstruktionsholz sollte im Idealfall das gleiche Holz sein wie die aufliegenden Dielenbretter. Ihr fragt euch, warum ihr teures Tropenholz unter eurer Terrasse "verstecken" sollt? Ganz einfach: Setzt ihr hier auf günstigere heimische Hölzer, spart ihr an der falschen Stelle. Denn das Holz arbeitet und verwittert dann je nach Holzart ganz unterschiedlich. Teile eures neuen Sonnenplatzes können sich unschön verziehen, es entstehen Risse oder die Unterkonstruktion gammelt weg, obwohl die Dielen noch völlig in Ordnung sind. Unser Tipp: In unserem Ratgeber, welches Holz sich als Bodenbelag für Balkon und Terrasse eignet, findet ihr alle Infos.

Könnt ihr euch aus Kostengründen dennoch nicht für das gleiche Holz entscheiden, solltet ihr eines wählen, das zumindest ähnliche technische Eigenschaften hat. Das erkennt ihr in Bezug auf die Festigkeit an seiner Dauerhaftigkeitsklasse. Bangkirai hat zum Beispiel Klasse 2. Als Konstruktionsholz wäre also zum Beispiel Robinie denkbar, das als das härteste europäische Holz gilt und in dieselbe Dauerhaftigkeitsklasse fällt. Eine Alternative ist eine Unterkonstruktion aus Aluminium. Das kann sich weder verziehen noch schimmeln. Alu-Unterbauten eignen sich für jede Holzart.

Und wenn eure Holzterrasse schließlich fertig ist? Hier haben wir noch 10 Tipps, wie ihr eure Holzterrasse richtig pflegt.

Wer lieber eine Steinterrasse bauen will, der findet hier Informationen, wie man Terrassen-Platten richtig verlegt.

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