Frau zeichnet einen Grundriss.
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Bauen | Statement

Grundriss zeichnen: Worauf es bei der Grundrissplanung ankommt

Eva Brenner

Eva Brenner

Ob ihr ein ganzes Haus plant oder nur einen Raum neu einrichten wollt – ein guter, übersichtlicher Grundriss ist dabei unerlässlich. Wohnglück-Autorin Eva Brenner zeigt, auf was ihr bei der Erstellung eines Grundrisses achten solltet.

Wer sein Haus, seine Wohnung oder vielleicht auch nur einen Raum in Sachen Einrichtung plant, der sollte erst einmal einen Grundriss zeichnen. Natürlich kann ich hier nicht für jeden Fall oder gar für ein ganzes Haus einen Schnellkurs in Innenarchitektur geben.

Aber wer sich an die Planung für ein Zimmer machen möchte, für den habe ich hier ein paar Tipps, damit ihr euch in kleinen Schritten in dieses Thema einarbeiten könnt – um dann das erste eigene Zimmer erfolgreich zu planen.

Grundriss zeichnen mit Tools aus dem Internet

Fangt beim Zeichnen des Grundrisses zunächst mit einer groben Skizze des Raumes an. Ist er eher quadratisch oder rechteckig, wo befinden sich die Fenster, wo die Tür und der Heizkörper und gibt es eventuell Vorsprünge (zum Beispiel ein verkleidetes Rohr oder ein Kamin)?

Danach solltet ihr ein genaues Aufmaß machen und mit den Daten eine exakte Zeichnung anfertigen. Dafür gibt es im Internet freie Programme, viele Möbelhersteller bieten sie digital. Sogar Farben lassen sich darüber teilweise digital in einen Raum setzen. Hier drei Beispiele von Online-Werkzeugen, die sich meiner Meinung nach gut nutzen lassen, um einen Grundriss zu zeichnen:

  • Planer & Raumplaner von Ikea: Mit dem Tool des schwedischen Möbelhauses könnt ihr einzelne Möbel konfigurieren oder ganze Räume gestalten.
  • Palette Home: Der kostenlose Raumplaner für Privatleute verspricht alles in einem – Wohnungsplaner, Zimmerplaner, Küchenplaner, Badplaner, Büroplaner oder Einrichtungsplaner.
  • SCHÖNER WOHNEN Farbdesigner: Hier könnt ihr zwischen unterschiedlichen Räumen und Stilen auswählen und das Zusammenspiel eurer Wunschfarben testen.

Grundriss zeichnen frei Hand

Wer aber einfach "old school" mit der Hand einen Grundriss zeichnen möchte, der sollte dafür ein großes DINA3 Blatt verwenden. Am besten ist hier der Maßstab 1:10. Das bedeutet, ein Meter im Raum entspricht zehn Zentimetern auf dem Blatt. Ein Geodreieck und ein Lineal sind da völlig ausreichend.

Auch die Möbel könnt ihr so im Verhältnis 1:10 zeichnen, ausschneiden und auf dem Blatt ganz einfach hin- und herschieben. Digital ist das natürlich einfacher, aber sich in ein solches Programm erst einmal einzufuchsen, braucht ja auch etwas Zeit. Auch Teppiche könnt ihr so ganz einfach ausschneiden und positionieren.

Tipp: Zeichnet euren Plan erst einmal mit einem Bleistift vor. Stimmen Maße und Aufteilung, dann zieht ihr die korrekten Linien mit einem Permanent-Stift nach.

Grundriss Obergeschoss vom Fertighausmodell Pro Style 145 von ProHaus.
Grundriss eines Fertighauses. Türen, Fenster und auch feste Objekte wie Sanitäreinrichtungen sind hier gut zu erkennen. © ProHaus made by Gussek-Haus

Grundriss zeichnen: 5 Tipps aus der Praxis

Hier noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen für eure Grundrissplanung.

Tipp 1: Was gern vergessen wird. Ein Grundrissplan ist mehr als nur die reine Aufrisszeichnung. Was noch unbedingt dazugehört, sind folgende kleine, aber wichtige Details:

Tipp 2: Die Raumanalyse. Für eine gute Raumnutzung ist es beim Zeichnen des Grundrisses auch wichtig festzulegen, wo sich die Bewegungszonen im Raum befinden und wo die Ruhebereiche. Bewegungszonen sind zum Beispiel immer zwischen Tür und Tür oder Tür und Fenster und dort, wo feste Funktionen im Raum vorhanden sind (wie zum Beispiel Sanitärobjekte im Bad). Diese Bewegungslinien kann man geschickt durch Raumtrenner umlenken.

Tipp 3: Auf Bewegungsfreiheit achten. In die ruhigen Bereiche des Raumes plant ihr ansonsten feste Sitz- oder Liegeflächen ein (Couch, Bett, Essplatz oder den Schreibtisch). Dabei solltet ihr immer auf ausreichend Bewegungsfreiheit achten. Zwischen Tischkante und Wand solltet ihr einen Mindestabstand von 60 Zentimetern einplanen, damit ihr den Stuhl noch gut verrücken könnt. Bei Drehtürschränken beträgt der Raum, der darum frei bleiben sollte, circa einen Meter.

Tipp 4: Beleuchtung beachten. Was viele gar nicht mit bedenken, wenn sie einen Grundriss zeichnen: Bitte achtet unbedingt auch auf die Steckdosen und die Beleuchtung beziehungsweise die Lichtplanung. Viele Lichtquellen finde ich sehr wichtig. Auch Pendelleuchten an der Decke könnt ihr mit einem Abzweigbaldachin und Zugentlastungen (natürlich vom Elektriker) einfach verlängern und anders positionieren. Oder wie in diesem Beispiel sogar eine Pendelleuchte über eine Wandsteckdose einplanen:

Wandleute Amada von made.com
Die Leuchte "Amada" ist ein Mix aus Wand- und Pendelleuchte, die sich an die Steckdose anschließen lässt. Gesehen bei made.com. © made.com

Tipp 5: Die Wandabwicklungen. Die so genannten Wandabwicklungen sind für mich die Königsdiziplin bei der Grundrissplanung. Dabei handelt es sich – zusätzlich zum Grundriss – um direkte Ansichten der vier Wände, so als ob man davor stehen würde. In den Wandabwicklungen lassen sich die Farbflächen und Ansichten der Möbel eingetragen oder auch Bilder und Accessoires einzeichnen.

Lasst euch auf jeden Fall Zeit, wenn ihr einen Grundriss zeichnet. Je sorgfältiger ihr vorgeht, desto einfacher habt ihr es später, wenn es von der Zeichnung an die reale Einrichtung geht.

Ihr sucht gute Tipps, wie ihr bei einer Modernisierung Schritt für Schritt vorgeht? Oder braucht noch Inspiration für die Einrichtung eures Balkons? Dann schaut doch gern auch in die weiteren Kolumnen unserer Autorin Eva Brenner. Ihr findet diese in unserer großen Übersicht:

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Unser abschließender Tipp: Ein guter Grundriss ist euer kleinstes Problem? Wenn ihr Unterstützung bei eurer Bauplanung oder eine Modernisierungsberatung vor Ort benötigt, dann schaut euch auch gerne unsere Wohnglück-Services an.

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