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Grundriss zeichnen: Worauf es bei der Grundrissplanung ankommt

Portrait von Lisa Gutknecht
Lisa Gutknecht


Ob ihr ein ganzes Haus plant oder nur einen Raum neu einrichten wollt – ein guter, übersichtlicher Grundriss ist dabei unerlässlich. Wir zeigen, worauf ihr achten müsst, wenn ihr einen Grundriss zeichnen wollt.

  1. Was bedeutet Grundriss?
  2. Welche Programme zum Grundriss zeichnen gibt es?
  3. In welchem Maßstab zeichne ich Grundrisse?
  4. Was kostet es, einen Grundriss zeichnen zu lassen?
  5. Grundriss zeichnen für die Raumplanung: 5 Praxistipps

Wer sein Haus plant, einen Raum umgestalten oder ein Exposé für den Hausverkauf erstellen möchte, der sollte erst einmal einen Grundriss zeichnen. Grundsätzlich kümmern sich darum Architekten. Bei kleineren Projekten könnt ihr euch diese Aufgabe aber problemlos selbst zutrauen. Wer sich beispielsweise an die Planung für ein Zimmer machen möchte, für den haben wir hier ein paar wertvolle Tipps.

Was bedeutet Grundriss?

Ein Grundriss ist eine maßstabsgetreue Zeichnung eines Raumes oder ganzen Hauses aus der Vogelperspektive. Das heißt, Wände, Türen, Fenster, Treppen und Einrichtungsgegenstände werden von oben dargestellt. Mit einem Grundriss kann man ein Haus oder einzelne Räume sinnvoll planen – von der Elektrizität bis hin zur Dekoration. Auch in einem Exposé für die Vermietung oder den Verkauf einer Immobilie machen sich Grundrisse gut.

Welche Programme zum Grundriss zeichnen gibt es?

Wenn ihr einen Grundriss erstellen wollt, dann fangt zunächst mit einer groben Skizze des Raumes an. Ist er eher quadratisch oder rechteckig, wo befinden sich die Fenster, wo die Tür und der Heizkörper und gibt es eventuell Vorsprünge (zum Beispiel ein verkleidetes Rohr oder ein Kamin)?

Für ein genaues Aufmaß solltet ihr einen Grundriss online erstellen. Dafür gibt es im Internet freie Programme, zum Beispiel von Möbelherstellern. Sogar Farben lassen sich darüber teilweise digital in einen Raum setzen. Hier drei Beispiele von Online-Tools, um einen Grundriss online zu zeichnen:

  • Planer & Raumplaner von Ikea: Mit dem Tool des schwedischen Möbelhauses könnt ihr einzelne Möbel konfigurieren oder ganze Räume gestalten.
  • Palette Home: Der kostenlose Raumplaner für Privatleute verspricht alles in einem – Wohnungsplaner, Zimmerplaner, Küchenplaner, Badplaner, Büroplaner oder Einrichtungsplaner.
  • SCHÖNER WOHNEN Farbdesigner: Hier könnt ihr zwischen unterschiedlichen Räumen und Stilen auswählen und das Zusammenspiel eurer Wunschfarben testen.

Ein weiteres beliebtes Profi-Programm für 3D-Grundrisse ist SketchUp. In diesem Video seht ihr, wie es funktioniert und bekommt gleich praktische Tipps für euren eigenen Grundriss:

Inhalt von Youtube

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In welchem Maßstab zeichne ich Grundrisse?

Digital ist das natürlich einfacher, einen Grundriss zu zeichnen, aber sich in ein solches Programm erst einmal einzufuchsen, braucht ja auch etwas Zeit. Ihr könnt alternativ "old school" mit der Hand einen Grundriss zeichnen. Dafür solltet ihr ein großes DIN A3 Blatt verwenden. Am besten ist für Grundrisse der Maßstab 1:10. Das bedeutet, ein Meter im Raum entspricht zehn Zentimetern auf dem Blatt. Ein Geodreieck und ein Lineal sind da völlig ausreichend.

Auch die Möbel und Teppiche könnt ihr im Verhältnis 1:10 zeichnen, ausschneiden und auf dem Blatt ganz einfach hin- und herschieben.

Tipp: Zeichnet euren Plan erst einmal mit einem Bleistift vor. Stimmen Maße und Aufteilung, dann zieht ihr die korrekten Linien mit einem Permanent-Stift nach.

Lest auch: Der perfekte Grundriss: 13 Tipps für den optimalen Hausgrundriss

Grundriss Obergeschoss vom Fertighausmodell Pro Style 145 von ProHaus.
Grundriss eines Fertighauses. Türen, Fenster und auch feste Objekte wie Sanitäreinrichtungen sind hier gut zu erkennen.

Was kostet es, einen Grundriss zeichnen zu lassen?

Besonders wenn es um den Hausgrundriss oder darum geht, für euren Bauantrag einen Bauplan zu zeichnen, ist professionelle Hilfe gefragt. Bei der Bauplanung unterstützt euch ein Architekt. Die Kosten richten sich nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) und können mehrere tausend Euro betragen.

Einfache Grundrisse für Sanierungen, Exposés und Co. könnt ihr ebenfalls von Architekten oder auch von Handwerks- und Immobilienfirmen erstellen lassen. Online gibt es über Grundriss Butler günstige Angebote schon ab 20 Euro.

Grundriss zeichnen für die Raumplanung: 5 Praxistipps

Hier noch ein paar grundsätzliche Anmerkungen für eure Grundrissplanung.

1. Details beim Grundrissplan nicht vergessen

Ein Grundrissplan ist mehr als nur die reine Aufrisszeichnung. Was noch unbedingt dazugehört, sind folgende kleine, aber wichtige Details:

2. Bewegungs- und Ruhezonen mitbedenken

Für eine gute Raumnutzung ist es beim Zeichnen des Grundrisses auch wichtig festzulegen, wo sich die Bewegungszonen im Raum befinden und wo die Ruhebereiche. Bewegungszonen sind zum Beispiel immer zwischen Tür und Tür oder Tür und Fenster und dort, wo feste Funktionen im Raum vorhanden sind (wie zum Beispiel Sanitärobjekte im Bad). Diese Bewegungslinien kann man geschickt durch Raumtrenner umlenken.

3. Mindestabstände einhalten

In die ruhigen Bereiche des Raumes plant ihr ansonsten feste Sitz- oder Liegeflächen ein (Couch, Bett, Essplatz oder den Schreibtisch). Dabei solltet ihr immer auf ausreichend Bewegungsfreiheit achten. Zwischen Tischkante und Wand solltet ihr einen Mindestabstand von 60 Zentimetern einplanen, damit ihr den Stuhl noch gut verrücken könnt. Bei Drehtürschränken beträgt der Raum, der darum frei bleiben sollte, circa einen Meter.

4. Beleuchtung beim Grundriss zeichnen beachten

Was viele gar nicht mitbedenken, wenn sie einen Grundriss zeichnen: Bitte achtet unbedingt auch auf die Steckdosen und die Beleuchtung beziehungsweise die Lichtplanung. Viele Lichtquellen erhöhen die Wohnqualität. Lest passend dazu unseren Ratgeber "Die 5 Regeln der optimalen Beleuchtung".

5. Wandabwicklungen bei der Grundrissplanung

Die so genannten Wandabwicklungen sind die Königsdisziplin bei der Grundrissplanung. Dabei handelt es sich – zusätzlich zum Grundriss – um direkte Ansichten der vier Wände, so als ob man davor stehen würde. In den Wandabwicklungen lassen sich die Farbflächen und Ansichten der Möbel eingetragen oder auch Bilder und Accessoires einzeichnen.

Fazit: Lasst euch auf jeden Fall Zeit, wenn ihr einen Grundriss zeichnet. Je sorgfältiger ihr vorgeht, desto einfacher habt ihr es später, wenn es von der Zeichnung an die reale Einrichtung geht.

Ihr sucht gute Tipps, wie ihr bei einer Modernisierung Schritt für Schritt vorgeht? Dann lest hier weiter: Der 5-Punkte-Plan für eine erfolgreiche Modernisierung.

Unser abschließender Tipp: Ein guter Grundriss ist euer kleinstes Problem? Wenn ihr Unterstützung bei eurer Bauplanung oder eine Modernisierungsberatung vor Ort benötigt, dann schaut euch auch gerne unsere Wohnglück-Services an.

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