Mann steckt die Abdeckblende auf eine Steckdose.
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Bauen | Ratgeber

Steckdosen-Höhe: Was ist die richtige Installationshöhe?

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Wenn es um die Elektroinstallation geht, wird nichts dem Zufall überlassen. Auch die Steckdosen-Höhe folgt im Idealfall festen Normen. Egal, ob ihr neu baut, renoviert oder nachrüsten wollt: Lest hier alles über die richtige Installationshöhe von Steckdosen.

Elektrische Anschlussmöglichkeiten sind in Wohngebäuden in der Regel immer an den gleichen Stellen. Stromleitungen müssen nämlich gemäß DIN 18015 innerhalb sogenannter Installationszonen (oder auch Verlegezonen) verlegt sein. Wisst ihr über diese Zonen Bescheid, fällt es euch leichter, Anschlüsse nachzurüsten oder Stromleitungen zu finden. Folgend erfahrt ihr alles über die empfohlene Steckdosen-Höhe in den verschiedenen Räumlichkeiten.

Wichtig: Führt Elektroarbeiten in Eigenregie nur durch, wenn ihr vom Fach seid. Ansonsten überlasst die Installation immer einem Profi.

Installationszonen für Steckdosen

Etwa 95 Prozent aller Steckdosen und Schalter befinden sich in den Installationszonen für elektrische Leitungen. In der Regel sind diese im Bauplan vermerkt, den ihr bei eurem Vermieter anfragen könnt.

Laut Norm dürfen Stromleitungen nur waagerecht und senkrecht verlaufen. Der Abstand zu Decke, Wandkanten und Fußboden ist dabei klar definiert:

Waagerechte Installationszonen elektrischer Anschlüsse

  • Installationszone
  • Standardmaß
  • Steckdosen-Höhe Vorzugsmaß
  • Oben (Abstand zur Decke)
  • 15-45 Zentimeter
  • 30 Zentimeter
  • Mitte (Abstand zum Fußboden)
  • 100-130 Zentimeter
  • 105 Zentimeter
  • Unten (Abstand zum Fußboden)
  • 15-45 Zentimeter
  • 30 Zentimeter

Senkrechte Installationszonen elektrischer Anschlüsse

  • Installationszone
  • Standardmaß
  • Steckdosen-Höhe Vorzugsmaß
  • Abstand zu Türen und Fenstern
  • 10-30 Zentimeter
  • 15 Zentimeter
  • Abstand zu Wandkanten und Ecken
  • 10-30 Zentimeter
  • 15 Zentimeter

Elektrische Leitungen können auch außerhalb dieser Zonen verlaufen. Besonders in Altbauten entspricht die Installation in der Regel nicht der Norm. Auch sind architektonische Besonderheiten immer möglich. Verlasst euch also nicht zu 100 Prozent auf die angegebenen Maße.

Tipp: Bevor ihr Löcher in die Wand bohrt, solltet ihr Stromkabel ausfindig machen. Wie das geht, erfahrt ihr in unserem großen Ratgeber "Stromleitungen finden: Sicher bohren, Risiken meiden".

Steckdosen-Höhe in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Kinderzimmer

Die Steckdosen-Höhe in Räumen wie Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer sollte gut durchdacht sein. In der Regel besteht der Anspruch, dass Kabel und Stecker gut verborgen und vor allem praktisch liegen. Folgende Richtwerte könnt ihr euch für die Steckdosen-Höhe merken:

  • Für Geräte-Anschlüsse empfiehlt sich ein Abstand von 30 Zentimetern zum Fußboden und 15 Zentimetern zur Rohbaukante.
  • Steckdosen neben der Tür liegen in der Regel in der mittigen Installationszone in 105 Zentimetern Abstand zum Fußboden sowie 15 Zentimeter entfernt vom Tür- oder Fensterrahmen.
  • Verteilerdosen sind meist in der oberen Installationszone verlegt mit 30 Zentimetern Abstand zur Decke.

Beachtet grundsätzlich, dass ihr in Bereichen, in denen viele Elektrogeräte im Einsatz sind, mehr Anschlüsse benötigt. In der TV-Ecke beispielsweise wollt ihr Fernseher, Musikanlage, Receiver und Anschlüsse zum Aufladen von Tablet oder Smartphone zur Verfügung haben. Stecker neben Türen ergeben Sinn, um zum Beispiel den Staubsauger anzuschließen.

Junger Mann vor TV-Ecke mit Elektrogeräten
Im Wohnzimmer sind elektrische Anschlüsse ein Muss – im Idealfall kann man sie versteckt montieren. © Getty Images

Steckdosen-Höhe in Küche und Bad

Küche und Bad stellen besondere Anforderungen an die Elektroinstallation. Im Küchenbereich werden Anschlüsse auf unterschiedlichen Ebenen benötigt. Zum Beispiel mehrere Steckdosen oberhalb der Arbeitsfläche für Küchengeräte und die Dunstabzugshaube. Ebenso wie in der Nähe des Wasseranschlusses für Geschirrspülmaschine und/oder eine Waschmaschine.

Die Steckdosen-Höhe variiert entsprechend. Standardmaße sind 115 Zentimeter, 135 Zentimeter und 165 Zentimeter ab Fußbodenkante.

Tipp: Oberhalb eines Fliesenspiegels sind mehrere Doppelsteckdosen sinnvoll. Eine auf jeden Meter hat sich in vielen Küchen als Faustregel bewährt.

Im Badezimmer gelten aufgrund der Spritzwasserbereiche und der hohen Luftfeuchtigkeit extra Regeln. Sicherheit geht schließlich vor. Es gibt verschiedene Schutzzonen rund um Wanne, Dusche und Waschbecken. Selbst fachkundige Heimwerker sollten sich unbedingt Unterstützung vom Profi holen, wenn sie in Feuchträumen Anschlüsse nachrüsten möchten.

Küchengeräte
In der Küche sollte man nicht zu sparsam mit Steckdosen umgehen – oberhalb der Arbeitsfläche braucht ihr sie für eure Geräte. © Getty Images/iStockphoto

Abstand zwischen Steckdosen

Sollen mehrere Steckdosen und Schalter an einer Stelle installiert werden, müsst ihr auch hier Abstandsregeln beachten. Dies hat vor allem optische Gründe: Die Rahmen sollen möglichst nahtlos ineinander übergehen. Zwischen zwei Standard-Unterputzdosen liegen im Regelfall 72 Millimeter. Außerdem raten Experten dazu, maximal fünf Steckdosen nebeneinander zu montieren.

Dreiersteckdose vor weißer Wand
Will man mehrere Steckdosen nebeneinander installieren, muss man den genauen Abstand beachten. © Getty Images

Steckdosen bohren: Das müsst ihr beachten

Wenn ihr eine Steckdose montieren wollt, benötigt ihr eine leistungsstarke Bohrmaschine mit mindestens 800 Watt. Gebräuchlich ist für diese Zwecke ein Diamantbohrer. Außerdem kommt ein spezieller Bohraufsatz zum Einsatz. Dieser muss dieselben Maße wie der Unterputzkasten haben.

Die Bohrtiefe hängt von der Wand ab. Bei sehr dünnen Wänden müsst ihr anstatt einer Standardsteckdose ein Modell mit geringerer Einbautiefe wählen.

Der Durchmesser des Bohrlochs beträgt in der Regel 68 Millimeter. Bei mehreren Steckdosen nebeneinander unbedingt die Abstände beachten!

Vor dem Bohren solltet ihr die Unterputzdose an die Wand halten und mit einer Wasserwaage optimal ausrichten. Zum Einpassen der Steckdose wird Elektrikergips verwendet.

Hinweis: Elektroinstallationen solltet ihr nur durchführen, wenn ihr vom Fach seid. Der sicherste Weg ist immer, einen Profi zu engagieren.

Lest hier alles über typische Fehler beim Bohren und wie ihr sie vermeidet.

Elektriker installiert Steckdose
Nachdem das Loch gebohrt ist, kann die Steckdose in der Wand eingefasst und installiert werden – nur vom Profi! © Getty Images/iStockphoto

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